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    Industrie 4.0 - das Internet der Dinge kommt - ist der Mittelstand vorbereitet?

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Forschung braucht Förderung

Liebe Leser,

Deutschlands Mittelständler sind hoch innovativ. Allein im Vorjahr meldeten sie über 48.000 Patente an. Und mit rund einer halben Million Patenten halten Unternehmen des deutschen Mittelstands mit Abstand die meisten in ganz Europa. Wir verdanken es nicht zuletzt der Kreativität der mittelständischen Innovatoren, dass unser Land selbst in Krisenzeiten im europäischen und internationalen Vergleich so stark und erfolgreich dasteht wie kaum eine andere Volkswirtschaft.

Im jüngsten Ranking des Weltwirtschaftsforums hat Deutschland sich in puncto Wettbewerbsfähigkeit sogar um einen Platz verbessert. An Finnland vorbei zog es von Rang 5 auf Rang 4. Besser schneiden nur die Schweiz, Singapur und die USA ab. Doch die Schwellenländer holen auf. Indien beispielsweise gelang ein Riesensprung um 16 Plätze auf Rang 55, China lauert auf Position 28.

Es wäre fatal, sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben und die Hände in den Schoß zu legen. Zumal Nachholbedarf besteht. So hat der Mittelstand sich lange Zeit bei Zukunftsinvestitionen merklich zurückgehalten. Dieser Attentismus scheint überwunden. Das legt eine aktuelle Untersuchung des Sparkassen- und Giroverbandes nahe. Danach tätigte der Mittelstand 2014 im Schnitt 10,7 Prozent mehr Investitionen als im Jahr zuvor. Besonders kräftigt investierte naturgemäß die Informations- und Kommunikationsbranche.

Wettbewerbsfähigkeit setzt Weiterbildung voraus. Auch hier haben (zu) viele Mittelständler noch „Luft nach oben.“ Die gute Nachricht: Jeder zweite Betrieb unterstützte im Jahr 2014 die Fortbildung seiner Mitarbeiter – so viele wie nie. Auf den zweiten Blick fällt die Bilanz durchwachsen aus. Zwar boten 97 Prozent der Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern Weiterbildung an, bei Firmen mit zehn bis 49 Beschäftigten waren es 70 Prozent. Aber nur 44 Prozent der mittelstandstypischen Betriebe mit einem bis neun Mitarbeitern investierten in Weiterbildung.

Für entscheidende Versäumnisse ist allerdings in erster Linie Vater Staat verantwortlich. Gerade innovative Unternehmensgründer brauchen Wagniskapital. Deutschland liegt hier weit hinter Ländern wie den USA oder Israel zurück. Zum Vergleich: In den USA werden über 30 Milliarden Dollar Venture Capital pro Jahr investiert, bei uns nicht einmal 700 Millionen Euro. Ohne steuerliche Förderung wird sich an diesem krassen Missverhältnis nichts ändern.

Das gilt in ähnlicher Weise für die staatliche Forschungsförderung. In 27 von 34 OECD-Ländern sind Investitionen in Forschung und Entwicklung steuerlich begünstigt, nicht so in Deutschland. Das ist doppelt kurzsichtig. Zum einen dienen diese Investitionen der Standortsicherung. Zudem zahlt sich steuerliche Forschungsförderung aufgrund steigender Unternehmensumsätze und somit Steuereinnahmen langfristig für den Staat aus.

Hier ist die Große Koalition gefordert. Sie sollte endlich hierzulande umsetzen, was sich andernorts bewährt hat. Aus diesem Grund plädiert unser Verband für die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung. Konkret sollten Unternehmen für 10 bis 15 Prozent ihrer gesamten F&E-Aufwendungen eine Steuergutschrift bekommen. Das wäre innovativ – und würde Deutschlands Innovationsvorsprung sichern.

Mario Ohoven

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Foto: Thomas Imo

Deutschland-News

Erfolg: EU-Kommission bei TTIP auf BVMW-Kurs

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Der BVMW setzt sich für einen modernen Investitionsschutz als Bestandteil des Investitions- und Freihandelsabkommens mit den USA ein. Mit dieser Forderung war der BVMW lange Zeit allein auf weiter Flur. Die nun von EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am 16. September 2015 vorgeschlagene Investitionsgerichtsbarkeit geht auf die Kernforderung des deutschen Mittelstandes ein, in TTIP keine Paralleljustiz zu schaffen. Dieser radikale Kurswechsel der Kommission stellt einen entscheidenden Durchbruch bei der Reform des Investitionsschutzes dar, für den der BVMW als erster und lange Zeit einziger Wirtschaftsverband in Berlin und Brüssel gekämpft hat. Wichtigste Elemente sind die Transparenz des Schiedsverfahrens, die Bestellung unabhängiger Richter und die Möglichkeit der Revision. Von einem Mehr an Rechtssicherheit profitieren unsere Mittelständler, wenn sie nach Inkrafttreten von TTIP den Schritt auf den US-Markt wagen. Im Interesse der guten bilateralen Beziehungen zwischen beiden Vertragspartnern bleibt zu hoffen, dass sich die Vereinigten Staaten den Vorschlägen aus Brüssel jetzt nicht verschließen. Dafür wird sich der BVMW vor und hinter den Kulissen weiter einsetzen.

www.bvmw.de/politik/ttip.html

Foto TTIP: © Zerbor - Fotolia.com

 


BVMW erhält Zuschlag: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat im September den Start von bundesweit fünf Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren bekannt gegeben. Der BVMW hat den Zuschlag für die Leitung des Zentrums in Berlin/Brandenburg erhalten. Ziel der Zentren ist es, die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung für den Mittelstand nutzbar zu machen. Die Zentren dienen als Anlaufstelle für Unternehmen zum Informieren und Ausprobieren. Weitere Kompetenzzentren werden in Hessen (Darmstadt), Niedersachsen (Hannover), Nordrhein-Westfalen (Dortmund) und Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern) zu finden sein. Projektstart ist voraussichtlich im Januar 2016.

 


Günstige Konjunktur führt zu Arbeitskostenanstieg

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Die Arbeitskosten je geleisteter Arbeitsstunde sind nach Aussage des Statistischen Bundesamtes in Deutschland im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent gestiegen. Damit liegen die Kosten je Arbeitsstunde in Deutschland bei 31,80 Euro. Zum Vergleich: in Frankreich liegen sie bei 35,20 Euro, in Großbritannien bei 22,20 Euro und im EU-Durchschnitt bei 24,40 Euro. Die deutsche Konjunktur wird auch im nächsten Jahr dank der starken Binnenkonjunktur ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Es wird 2016 mit einem Wachstum von 1,9 Prozent gerechnet. Die steigenden Arbeitskosten können die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands tendenziell bedrohen.

Arbeitskostenanstieg: © BillionPhotos.com - Fotolia.com

 


Betriebsgründungen ziehen an

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Im ersten Halbjahr 2015 wurden in Deutschland rund 66.000 Betriebe neu gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Dies geht aus Auswertungen der Gewerbemeldungen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2014 bedeutete das einen Anstieg um 1,3 Prozent. Der Grund hierfür dürfte in den ungebrochen guten Konjunkturaussichten liegen.

Foto Betriebsgründungen: © Nonwarit - Shutterstock.com

 


Deutsch-Russische Kooperation

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BVMW-Geschäftsführer Prof. Dr. Wolfgang Reinhart (li.) und Vladimir Zaisev, Leiter der Innovative territorial Cluster Selenograd bei der Vertragsunterzeichnung.

BVMW-Geschäftsführer Prof. Dr. Wolfgang Reinhart und Vladimir Zaisev, Leiter der Innovative territorial Cluster Selenograd, schlossen einen Kooperationsvertrag. Dieser Vertrag bietet insbesondere mittelständischen Unternehmen aus dem Technologiebereich eine gute Basis für Kooperationen und Investitionen in der russischen Föderation. Im Mittelpunkt des Vertrags stehen die bilateralen Beziehungen in Wissenschaft und Technologie. Dazu fördern die Vertragsparteien neue Handelsbeziehungen und Ausstellungen.

Selenograd, eine Moskauer Enklave nordöstlich vom Stadtzentrum, gilt als das russische Silicon Valley. Vorzufinden sind hier unter anderem ein Forschungs- und Entwicklungsverbund im Bereich Mikroelektronik, Optik und Optogenetik.

Administration Innovative Cluster und die Stadt Selenograd organisieren in Kooperation mit dem BVMW-Büro in Russland Anfang November 2015 eine Wirtschaftsdelegationsreise nach Moskau. Das Programm bietet Workshops und Vorträge sowie individuelle Unternehmensbesichtigungen.

Anmeldung: BVMW-Repräsentantin Russland Elena Harrer.

russland.moskau@bvmwonline.com

www.bvmw.de/auslandsvertretungen

www.zelcluster.ru

Foto: BVMW

 


Betreuungsgeld gekippt

Das Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro monatlich wurde an Eltern gezahlt, die ihre zwei- bis dreijährigen Kinder nicht in eine öffentlich geförderte Kita schicken, sondern zu Hause betreuen. Gegen das Gesetz hatte der Hamburger Senat geklagt. Mitte Juli hat das Bundesverfassungsgericht nun die Gesetzesregelung aus dem Jahr 2013 für nichtig erklärt. Das Gericht begründete die Erklärung damit, dass der Bund per se keine Zuständigkeit für die öffentliche Fürsorge gemäß Grundgesetz Artikel 74 habe, da das Eingreifen des Bundestags zur „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ gerechtfertigt werden müsse. Dies ist beim Betreuungsgeld nicht der Fall. Durch das Urteil sind knapp eine Milliarde Euro im Bundeshaushalt freigeworden. Bereits bewilligte Anträge behalten ihre Gültigkeit.

 


Weichenstellungen für den Strommarkt

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Die Energiewende braucht die richtigen Rahmenbedingungen, um zum Erfolg zu werden. In den vergangenen Monaten hat die Bundesregierung einen intensiven Diskussionsprozess geführt. Der BVMW hat aktiv die Positionen des Mittelstands eingebracht – mit einer Stellungnahme zum Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“ und einer Stellungnahme zum Referentenentwurf „Strommarktgesetz“. Darin hat der BVMW sich klar gegen einen Kapazitätsmarkt und für einen flexibleren Strommarkt ausgesprochen. Betont hat der BVMW auch die Bedeutung der Eigenstromversorgung für den Mittelstand und das Gelingen der dezentralen Energiewende. Zudem hat der BVMW wiederholt die Senkung der Stromsteuer eingefordert, um die mittelständischen Unternehmen von hohen Strompreisen zu entlasten.

Die Stellungnahmen des BVMW zum Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“ sowie zum Referentenentwurf „Strommarktgesetz“ unter

www.bvmw.de/energie

Foto Strommarkt: © kflgalore - Fotolia.com

 


Neuer Mitarbeiter Public Affairs

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Dr. Florian Hartleb (36) ist seit kurzem Manager Public Affairs beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft in Berlin. Er berichtet an den Bundesgeschäftsführer, den ehemaligen Minister für Bundes-, Europa- und Internationale Angelegenheiten von Baden-Württemberg, Prof. Dr. Wolfgang Reinhart. Hartleb arbeitete zuvor unter anderem beim Brüsseler Thinktank Wilfried Martens-Centre und für den früheren Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sowie den früheren Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer im Deutschen Bundestag. Er verfasste zahlreiche Schulbücher, trat im Fernsehen auf und lehrt an verschiedenen Universitäten. Zuletzt hat er sich als e-resident mit der digitalen Gesellschaft Estlands auseinandergesetzt.

Foto: BVMW

BVMW: 40 Jahre erfolgreich für den Mittelstand

In Berlin feierte der BVMW mit einem glanzvollen Festakt 40 Jahre erfolgreiche Verbandsarbeit. Im Rahmen des Festaktes wurde Altbundeskanzler Gerhard Schröder der Ehrenpreis des deutschen Mittelstandes verliehen. Schröder und Bundesratspräsident Volker Bouffier würdigten die Leistungen des BVMW für den Mittelstand.

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Mit einem glanzvollen Festakt im Herzen der Hauptstadt hat der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) das 40-jährige Bestehen der Verbandsorganisation begangen. Vor rund 1.400 Gästen, darunter Unternehmer aus ganz Deutschland, zahlreiche Abgeordnete des Bundestags, Spitzenpolitiker, zahlreiche Botschafter und hochrangige Repräsentanten aus Wissenschaft und Kultur, blickte BVMW-Präsident Mario Ohoven auf 40 Jahre erfolgreiche Arbeit des Verbandes für den deutschen Mittelstand zurück. „Wir können stolz auf unsere politischen Erfolge sein. Ob bei Steuern, Beschäftigung, Bildung, Energie oder Europa, der BVMW liefert immer praxisnahe Lösungen für die Unternehmen. Der Mittelstand hat Probleme, wir bieten Lösungen.“

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Rund 1.400 Gäste waren gekommen, um mit dem BVMW zu feiern. (Foto: Christian Kruppa)

Im Rahmen des Festaktes verlieh der BVMW den Ehrenpreis des deutschen Mittelstandes an Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder. Ohoven würdigte in seiner Laudatio die Verdienste des SPD-Politikers um den Mittelstand und Deutschland insgesamt. „Ohne Ihre Agenda 2010 hätte unser Land nicht den Weg aus der schweren wirtschaftlichen Krise an die Spitze in Europa geschafft.“ Schröder betonte in seiner Dankesrede, er habe großen Respekt vor der Leistungsbilanz des BVMW. An die Adresse der Bundesregierung mahnte er, bevor etwas verteilt werden könne, müsse es erst erwirtschaftet werden. Er sprach sich zugleich für mehr Bildungsgerechtigkeit in unserem Land aus.

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    Mittelstandspräsident Mario Ohoven. Foto: Christian Kruppa

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    Volker Bouffier, Präsident des Bundesrates und Hessischer Ministerpräsident. Foto: Christian Kruppa

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    BVMW-Bundesgeschäftsführer Minister a. D. Prof. Dr. Wolfgang Reinhart. Foto: Christian Kruppa

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    Führte durch die Veranstaltung: Moderatorin Sissi Hajtmanek. Foto: Christian Kruppa

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    Altbundeskanzler Gerhard Schröder erhielt den Ehrenpreis des deutschen Mittelstands. Foto: Philipp Wehrend

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Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, Mario Ohoven, Gerhard Schröder und Volker Bouffier. Foto: Philipp Wehrend

Der Bundesratspräsident und hessische Ministerpräsident Volker Bouffier lobte die, so wörtlich, „tolle Erfolgsbilanz“ des BVMW. Der Verband sei heute Dank seines Präsidenten Mario Ohoven eine unüberhörbar starke Stimme des Mittelstands in unserer Gesellschaft. Bouffier, der unmittelbar aus einer Bundesrats-Sitzung zum Festakt kam, zeigte sich in seiner Festrede zuversichtlich, dass bei der Erbschaftsteuer eine mittelstandsfreundliche Lösung gefunden werden könne.

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    Mario Ohoven mit Gattin Ute-Henriette und Gerhard Schröder Foto: Philipp Wehrend.

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    Begehrter Interview-Partner Dr. Gregor Gysi Foto: Philipp Wehrend.

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    Volker Bouffier, Gerhard Schröder und Mario Ohoven (v.li.). Foto: Christian Kruppa

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    BVMW-Urgestein Peter Menke-Glückert mit Ehefrau Wanda. Foto: Christian Kruppa

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    Zahlreiche Botschafter und Botschafterinnen waren der Einladung des BVMW gefolgt. Foto: Christian Kruppa

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    Netzwerken: BMVW-Regionalleiterin Birgid Zoschnik (re.) mit Unternehmerin Barbara Führmann. Foto: Christian Kruppa

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Gelungener Festakt und Auftakt für die nächsten 40 Jahre. (Foto: Christian Kruppa)

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Weltstar Paul Potts begeisterte die Gäste. (Foto: Christian Kruppa)

Digitale Revolution in Deutschland

Die Digitalisierung verändert die DNA unserer Wirtschaft. Neue Geschäftsmodelle entstehen und etablierte Verfahren werden durch Vernetzung und intelligente Steuerung optimiert. Dies alles wird dem Innovationsstandort Deutschland neue Impulse geben.

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Der Europäische Innovationsanzeiger 2014 belegt, dass unser Land zusammen mit den skandinavischen EU-Mitgliedstaaten Dänemark, Finnland und Schweden zu den „Innovationsführern“ in Europa zählt. Fünf der insgesamt 25 Indikatoren des Innovationsanzeigers beziehen sich explizit auf die Leistungen von KMU und neu gegründeten Unternehmen. Hier ist Deutschland besonders stark und belegt bei drei dieser Indikatoren, unter anderem Einführung von Produkt- und Prozessinnovationen, den Spitzenplatz.

Unsere besondere Stärke sind technische Innovationen, das heißt Marktneuheiten, die neue Technologien integrieren. Der wichtigste Innovations- und Technologiemotor ist der Mittelstand: Viele kleine Unternehmen, meist Familienbetriebe, sind mit Hightech-Produkten in bestimmten Marktnischen oder in Zulieferketten für große Unternehmen Weltmarktführer. Sie sind ein Standortvorteil, der Deutschland von vielen anderen Industrieländern unterscheidet. Damit dies auch künftig so bleibt, muss der durch die Digitalisierung ausgelöste Strukturwandel gestaltet werden. Und zwar beherzt und mit allen beteiligten Akteuren.

Marktuntersuchungen schätzen, dass die digitale Transformation alleine für Deutschland zusätzliches Wachstum zwischen 200 und 425 Milliarden Euro bis 2025 auslösen kann. Doch solche Prognosen sind kein Selbstläufer. Sie sind nur realistisch, wenn es gelingt, kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe in diesen Entwicklungsprozess mit einzubeziehen. Für den Mittelstand ist es besonders entscheidend, jetzt die Kernkompetenzen für die Digitalisierung zu entwickeln und vernetzte Dialog-, Lern- und Beratungsstrukturen zu entwickeln.

Marktuntersuchungen schätzen, dass die digitale Transformation alleine für Deutschland zusätzliches Wachstum zwischen 200 und 425 Milliarden Euro bis 2025 auslösen kann.

Wir haben deshalb mit der Digitalen Agenda sowie den Plattformen des Nationalen IT-Gipfels einen Dialog- und Handlungsrahmen geschaffen, in dem die zentralen Themen identifiziert und zukunftsfähige Lösungen erarbeitet und umgesetzt werden. Unsere Digitalstrategie für die Wirtschaft ist an drei Handlungsfeldern orientiert:

  • Digitale Transformation: Hierunter fallen alle Maßnahmen, die Wirtschaft – insbesondere aber den Mittelstand – bei der Digitalisierung unterstützen. Wir haben ein industriepolitisches Konzept auf den Weg gebracht und ein Aktionsprogramm Zukunft Mittelstand entwickelt. Wir ermöglichen neue Geschäftsmodelle und setzen uns gemeinsam mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften für neue Modelle der Aus- und Weiterbildung ein. Speziell kleinen und mittleren Unternehmen geben wir durch Informations- und Demonstrationszentren für Industrie 4.0 oder das „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“ Orientierung im digitalen Wandel.
  • Digitale Innovation: Wir fördern die Entwicklung digitaler Technologien. Dabei achten wir darauf, dass insbesondere auch der Mittelstand von den Programmen profitiert, wie beispielsweise den Technologieprogrammen „Smart Service-Welt“ und „Smart Data“. Mit dem „Gründerwettbewerb – IKT Innovativ“ unterstützen wir die Gründung von digitalen Start-ups, da sie ganz maßgeblich zu der Erneuerung und Erweiterung von Geschäftsmodellen beitragen. Zur Verbesserung der Finanzierung junger Unternehmen haben wir den INVEST-Zuschuss für Startups von der Einkommensteuer freigestellt. Durch die Neuauflage einer ERP/EIF-Wachstumsfazilität mit einem Volumen von 500 Millionen Euro wird künftig der Kapitalbedarf schnell wachsender, kapitalintensiver Unternehmen in einer Größenordnung zwischen 30 und 40 Millionen Euro gedeckt.
  • Digitale Souveränität: Hierunter fallen die Maßnahmen, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Bereich der IT-Sicherheit, der Förderung digitaler Schlüsseltechnologien und der Standardisierung umsetzt und angestoßen hat. Die Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ unterstützt insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen. Im Rahmen des neuen Pilotprojektes „go-digital“ erhalten mittelständische Unternehmen die Gelegenheit, durch qualifizierte Beratung ihre Kompetenz in den Feldern IT-Sicherheit, Internetmarketing und digitale Geschäftsprozesse zu verbessern. Modellregionen sind das Ruhrgebiet und der Freistaat Sachsen.

Bei der Digitalisierung der Wirtschaft ist es wichtig, eine Fortschrittsdebatte zu führen, die die Chancen betont, ohne die Herausforderungen aus dem Blick zu verlieren. Nur mit einer intelligenten, sozial ausgewogenen Digitalisierung können wir Akzeptanz schaffen und die Weichen so stellen, dass Deutschland eine Führungsrolle bei einer konsequenten, vertrauenswürdigen und sicheren Digitalisierung einnehmen kann.

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Großunternehmer Staat verdrängt Mittelständler

Der Staat erlebt eine Renaissance als Großunternehmer. Zwischen 2000 und 2012 haben sich die Umsätze öffentlicher Unternehmen verdoppelt. Private Mitbewerber werden vom Markt verdrängt, die Innovationskraft des Mittelstands ist bedroht.

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Neuregelung des Wertstoffgesetzes

Die deutsche Kreislaufwirtschaft gilt in vielen Ländern als Vorbild. Mehr als 90 Prozent aller Kunststoffabfälle, die durch den privaten oder gewerblichen Endverbraucher in Deutschland entstehen, werden mittlerweile wiederverwertet. Zu Beginn der 1990er-Jahre wurde noch weniger als die Hälfte recycelt. Die deutliche Steigerung der Recyclingquote zeigt, dass sich das privatwirtschaftlich organisierte Recyclingsystem mit der Verantwortung der Unternehmen, die Produkte und Verpackungen zurückzunehmen und zu recyceln, bewährt hat. Dennoch wird derzeit intensiv über den zukünftigen Rahmen für die Kreislaufwirtschaft diskutiert. Die Neuregelungen sollen in einem Wertstoffgesetz verankert werden. Neben guten Ansätzen, wie der Weiterentwicklung der Produktverantwortung, birgt die Novellierung jedoch Gefahren für die mittelständische Kreislaufwirtschaft. Es ist zu befürchten, dass die Neuregelung dazu genutzt wird, den Kommunen wieder einen stärkeren Zugriff auf die Stoffströme zu geben. Diese Rekommunalisierung würde die Existenz mittelständischer Recyclingunternehmen gefährden. Darüber hinaus droht eine Verschlechterung der Quote der stofflich wiederverwerteten Abfälle, denn viele Kommunen haben wegen unausgelasteter Müllverbrennungsanlagen ein Interesse daran, die eingesammelten Kunststoffverpackungen zu verbrennen.

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Das Beispiel des Recyclings zeigt, dass es die privaten Unternehmen waren, die eine leistungsfähige und innovative Infrastruktur zur Sortierung und Verwertung des Mülls aufgebaut haben.

Neuvergabe Konzessionen für Strom- und Gasnetze

Bundesweit steht in den nächsten Jahren die Neuvergabe von mehreren tausend Konzessionen für Strom- und Gasnetze an. Befürchtet wird, dass es dabei zu einer Bevorzugung kommunaler Eigenbetriebe kommen könnte, nachdem zahlreiche Gemeinden in den vergangenen Jahren ihre Stadtwerke zurückgekauft oder neue gegründet haben. Anfang dieses Jahres hat das Bundeskartellamt erstmals eine solche Vergabe wegen einer unzulässigen Bevorzugung gestoppt.

Reform der Umsatzsteuer

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Doch nicht nur in der Energiebranche mischt der Staat mit. Neben der Abfallentsorgung geht es zum Beispiel um Straßenbau, Friedhofsgärtnereien oder die Sammlung von Altkleidern. Eine geplante Reform der Umsatzsteuer könnte den Kommunen weitere Vorteile gegenüber Privatunternehmen verschaffen. Mit dem Jahressteuergesetz 2015 will die Bundesregierung ein Steuerprivileg für öffentliche Unternehmen einführen. Noch ist unklar, wie dieses konkret ausgestaltet werden soll. Befürworter der Regelung führen eine Begrenzung auf den hoheitlichen Bereich ins Feld. Doch die Skepsis, ob sich das eindeutig abgrenzen lässt, ist groß. Sollte daraus in der Praxis ein 19-prozentiger Kostenvorteil für kommunale Betriebe werden, wäre dies jedenfalls das genaue Gegenteil von fairem Wettbewerb. Der BVMW warnt daher bereits jetzt vor den möglichen Folgen: Die geplante Umsatzsteuerfreiheit für Kommunalbetriebe verzerrt den Wettbewerb und gefährdet dadurch die Existenz hunderttausender Klein- und Mittelbetriebe in unseren Städten und Gemeinden. Darunter würde die Innovationskraft unseres Wirtschaftsstandorts leiden. Zumindest der Hinweis auf die möglichen Auswirkungen auf das Gewerbesteueraufkommen sollte Kommunalpolitiker nachdenklich stimmen.

Verwertungsquoten von Verpackungen insgesamt

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Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2014): Verpackungen gesamt, Verbrauch, Verwertung, Quoten 1991 bis 2012.

 

Neuordnung des Vergaberechts

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Massive Auswirkungen auf den Mittelstand könnte auch die Neuordnung des Vergaberechts haben. Nachdem der europäische Gesetzgeber drei neue Vergaberichtlinien vorgelegt hat, muss bis April 2016 eine Umsetzung in deutsches Recht erfolgen. Während es das Bundeswirtschaftsministerium positiv sieht, eine rechtliche Grundlage für „kommunale Handlungsspielräume“ zu schaffen, sind aus Unternehmensperspektive starke Wettbewerbsverzerrungen zu befürchten, wenn die geplanten Ausnahmen von der Anwendung des Vergaberechts für Aufträge zwischen Kommunen umgesetzt werden sollten.

Nur wenige Akteure in der politischen Landschaft sehen diesen Trend zur Rekommunalisierung ausreichend kritisch, darunter die Monopolkommission und das Bundeskartellamt. Bei rationaler Betrachtung hat der Grundsatz der Sozialen Marktwirtschaft, eine Aufgabe nur dann dem Staat zu übertragen, wenn ansonsten einem wichtigen öffentlichen Zweck nicht privatwirtschaftlich nachgekommen werden kann, jedoch weiterhin die Argumente auf seiner Seite: Die Privatisierung öffentlicher Unternehmen hat in vielen Bereichen zu deutlichen Verbesserungen und Kostensenkungen geführt. Das Beispiel des Recyclings zeigt, dass es die privaten Unternehmen waren, die eine leistungsfähige und innovative Infrastruktur zur Sortierung und Verwertung des Mülls aufgebaut haben. Dies muss nicht nur im Wertstoffgesetz berücksichtigt werden, sondern mahnt, die Grenzen zwischen Staat und Markt nicht weiter zu Lasten des lokalen Mittelstands und seiner Innovationskraft zu verschieben.

Industrie 4.0 – das Internet der Dinge kommt: Ist der Mittelstand vorbereitet?

Die Dampfmaschine, das Fließband, das Internet – und nun Industrie 4.0, die vielbeschworene „vierte Revolution“: Was kommt auf den Mittelstand zu? Ist er vorbereitet?

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Werkzeuge, die mit den Maschinen kommunizieren, von denen sie hergestellt werden; Bohrer, die den Verschleiß von Material von alleine vorhersagen und an den Betreiber melden; Smart Factorys, die jede Produktionssequenz autonom steuern. Haben Mittelständler Angst vor dieser digitalen Zukunft? Eine aktuelle Mittelstandsstudie der Commerzbank scheint dies zu bestätigen: Zwar sehen 83 Prozent der Chefs die digitale Umwälzung als Herausforderung, doch die meisten verhalten sich abwartend. Für 63 Prozent stehen Fachkräftemangel und Kostenreduktion weiter oben auf der Agenda.

Dr. Jörg Ohnemus ist stellvertretender Forschungsbereichsleiter des Bereichs Informations- und Kommunikationstechnologie beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Aus wissenschaftlicher Sicht kann er diesen Eindruck bestätigen: „Die großen Player sind beim Thema dabei, aber insgesamt ist Industrie 4.0 als Begrifflichkeit nur bei unter 20 Prozent der Unternehmen bekannt. Manche Unternehmer glauben, mit der Anschaffung eines neuen Computers bereits Industrie 4.0 zu realisieren.“

Fabriken ohne Menschen?

Allerdings warnt Ohnemus vor dem Eindruck, dass von heute auf morgen der Hebel umgelegt wird, und dann vernetze Fabriken untereinander mit ihren Maschinen und Werkzeugen autonom kommunizieren. „Industrie 4.0 ist weniger eine Revolution als eine Evolution. Ein mittelständisches Unternehmen wird nicht irrelevant, wenn es nicht morgen eine Smart Factory besitzt.“ Aber natürlich wird der digitale Wandel die Berufe ändern – man wird nicht mehr Maschinenbediener brauchen, sondern Maschinenmanager: „Menschenleere Fabriken sind nicht zu erwarten.“ Umso wichtiger ist es aber für Unternehmer, ihre Mitarbeiter bei diesem Wandel mitzunehmen und den Austausch mit Branchenkollegen und Mitbewerbern zu suchen. Denn weltweit vernetzte Produktionen und Lieferketten brauchen gemeinsame Standards und eine gemeinsame Sprache, in der Daten übermittelt werden. „Es ist natürlich nicht ganz einfach, sich mit der Konkurrenz an einen Tisch zu setzen.“

Der Arbeitsplatz wird sich ändern

Das scheint das deutsche Wirtschaftsministerium auch so zu sehen und versucht deshalb, den Austausch nicht nur zwischen Unternehmen, sondern auch zwischen Arbeitnehmerverbänden, Wissenschaft und Politik zu fördern. Die so genannte Plattform Industrie 4.0 in Berlin bietet das Forum dafür. Henning Banthien ist Leiter der Geschäftsstelle Industrie 4.0 und er weiß, dass kleine Unternehmer nicht die Ressourcen haben, um sich auf die Folgen der Digitalisierung für das eigene Geschäftsmodell vorzubereiten. Er sieht eine der großen Herausforderungen in der Personalpolitik: „Wen hole ich rein? Wie bilde ich die vorhandenen Kräfte weiter? Ein und derselbe Arbeitsplatz wird sich über wenige Jahre hinweg ändern. Unternehmer müssen sich auch qualifikatorisch vorbereiten.“ Aber die Arbeitsgruppen der Plattform geben auch Handlungsempfehlungen an die Politik im Interesse des Mittelstandes: Ausbau des Breitbandnetzes, Datensicherheit und Wahrung des Betriebsgeheimnisses, Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen, Entwicklung gemeinsamer technologischer Standards. „All das können KMU nicht selber machen“.

Manche Unternehmer glauben, mit der Anschaffung eines neuen Computers bereits Industrie 4.0 zu realisieren.

Die große Angst vorm Datenklau

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Was den mittelständisch geprägten Maschinenbau angeht, so registriert der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA ähnliche Sorgen seiner Mitglieder. Steffen Zimmermann, Geschäftsführer für Produkt- und Know-how Schutz, kann verstehen, wenn kleine Unternehmen Angst vor massivem Datenaustausch und damit Datenklau haben. „Der weltweite Austausch von Betriebs- und Produktdaten wird über Plattformen laufen, ähnlich einem Marktplatz wie eBay, die dann Aufträge vergeben.“ Doch es existiert kein Kopierschutz etwa für CAD- oder 3D-Druckerdaten. „Bevor Unternehmen in Security investieren, machen sie lieber nichts.“ Doch das ist der falsche Weg. Nicht Hacker und Spione sind der Angreifer, sondern der Wettbewerber. Notorische Bedenkenträger werden dann von den USA und China überholt. Zimmermann rät: „Ein Unternehmen muss wissen, was wichtig ist, denn man kann sich nicht allumfassend schützen. Es geht um das Know-how in einem Produkt, und in der Industrie 4.0 fehlen noch verbindliche Normen und Standards. Die Politik kann keine IT-Sicherheit verordnen, das ist Sache der Privatwirtschaft, aber sie kann für internationale Mindeststandards aufgrund völkerrechtlicher Verträge sorgen.“ Zimmermann ermutigt Unternehmen, IT-Sicherheit nicht als Kostenfaktor zu betrachten, sondern den künftigen automatisierten Datenaustausch sicher zu gestalten, die Adressaten der Daten genau zu identifizieren und das Know-how in den Produkten zu schützen. „Das sind, ähnlich der Rezeptur von Medikamenten, die Perlen des innovativen Mittelstandes.“

Industrie 4.0 birgt also Gefahren, aber auch Chancen. Es wird sich zeigen, wer die Digitalisierung lediglich als technisches Instrument begreift und wer die strategischen Konsequenzen für sein Geschäftsmodell zieht. Denn Industrie 4.0 verändert alle Unternehmensprozesse: von der Bestellung über Produktion und Auslieferung bis hin zu Service, Mitarbeiterführung und sogar Kundenverhalten. Vor nicht allzu langer Zeit wurden Musik, Film, Medien und Handel wortwörtlich in Bits und Bytes zerlegt. Nun ist die Industrie dran. Unternehmen müssen sich darauf vorbereiten.

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Mittelstand: Motor für Deutschlands Innovationskraft

In Stuttgart sind Weltkonzerne wie Daimler, Porsche und Bosch zuhause. Was dabei gerne vergessen wird: Stuttgart und seine Region sind stark vom Mittelstand geprägt. Automobilzulieferer, Maschinenbau, IT und zahlreiche andere Unternehmen bilden das Rückgrat der hiesigen Wirtschaft. Viele Unternehmen sind Weltmarktführer in ihren Bereichen.

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Der Mittelstand, und das lässt sich auf ganz Deutschland übertragen, ist essentiell für unsere Wirtschaft, für Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. Der Mittelstand hat jedoch darüber hinaus – deutlich weniger beachtet – auch große Bedeutung für die Innovationskraft unseres Landes. Forschung und Innovation sind der Schlüssel für die mittel- und langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Wettbewerb. Nur mit Innovationen können wir als rohstoffarme Volkswirtschaft auch in Zukunft Beschäftigung und Wohlstand erreichen und halten.

Und dazu wiederum trägt der Mittelstand einen überproportionalen Anteil bei. Dementsprechend hoch sollte folglich unser Interesse sein, den Mittelstand bei Forschung und Innovation als bundesweites Erfolgsmodell noch stärker zu unterstützen.

Nur mit Innovationen können wir als rohstoffarme Volkswirtschaft auch in Zukunft Beschäftigung und Wohlstand erreichen und halten.

Wie wird der Mittelstand bei Forschung und Innovation unterstützt?

Das größte Förderprogramm des Bundes, das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), bewilligt jährlich etwa 4.500 Förderbescheide im Umfang von etwa 500 Millionen Euro. Weitere Programme für den deutschen Mittelstand sind die bewährte Industrielle Gemeinschaftsforschung oder – auf europäischer Ebene – das sehr erfolgreiche Eurostars II-Programm. Seit diesem Jahr gibt es außerdem die nach dem Computer-Erfinder Konrad Zuse benannte neue Wissenschaftsorganisation Zuse-Forschungsgemeinschaft, die die mittelständischen Unternehmen bei der Industrieforschung unterstützt.

Selbstverständlich geht es bei Forschung und Innovation nicht nur um Fragen der staatlichen monetären Unterstützung. Weitere Herausforderungen, insbesondere für die mittelständischen Unternehmen, sind der Fachkräftemangel im MINT-Bereich oder der zu langsame Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft beziehungsweise in marktfähige Produkte. Auch diese Themen dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.

Wo kann und muss noch nachgebessert werden?

Nachbesserungs- und Optimierungsbedarf gibt es auch für Mittelständler, die zu klein für eigene Forschungs- und Innovationsanstrengungen sind, aber zu groß, um bei ihren Forschungstätigkeiten noch seitens des Staates unterstützt zu werden. Um nur ein Beispiel zu nennen: Das oben erwähnte ZIM-Förderprogramm des Bundes unterstützt zwar Mittelständler bis zu einer Anzahl von 499 Mitarbeitern und einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro. Aber es gibt auch Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 50 Millionen Euro mit sehr guten Ideen, die nicht in der Lage sind, größere Projekte im Bereich Forschung und Innovation alleine – also ohne staatliche Hilfe – zu stemmen. Gerade hier gibt es aus meiner Sicht Nachbesserungsbedarf, den wir auch politisch konkret angehen müssen.

Ein solches hoch innovatives Unternehmen konnte ich vor kurzem in Karlsbad besuchen: die Firma Herrmann Ultraschall. Mithilfe der Ultraschalltechnik werden dort Kunststoffe, Packstoffe und Vliesstoffe geschweißt, gesiegelt oder laminiert. Um diese faszinierende Technik auch auf andere Materialien anzuwenden und neue Produkte zu entwickeln, ist erheblicher Forschungsaufwand erforderlich. Hier sollten wir neue Programme auflegen, die solche Bedürfnisse im Interesse unserer mittelständischen Wirtschaft auffangen.

Zusammenfassend stehen wir in Deutschland mit unserer Forschungs- und Innovationsförderung gut da. Aber wir können und müssen noch mehr tun – gerade für die etwas zu großen kleineren Mittelständler. Denn die Konkurrenz in Asien, aber auch die nach wie vor unglaublich wettbewerbsstarken USA, schläft nicht. Deshalb müssen wir jetzt anpacken und die Rahmenbedingungen für unseren Mittelstand so gestalten, dass noch mehr in Forschung und Innovation investiert wird. Dies liegt mit Blick auf Wachstum, Wirtschaft und Wohlstand in unser aller Interesse.

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Mittelstand 4.0: Jetzt die Weichen stellen!

Mittelstand 4.0 ist für viele Unternehmen immer noch ein Fremdwort. Gerade deshalb ist es wichtig wie richtig, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein Aktionsprogramm vorgelegt hat.

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Mit dem Aktionsprogramm des Ministeriums kann der Standort Deutschland seine Potenziale in der globalisierten Welt ausschöpfen und den Mittelstand auch in strukturschwachen Regionen stärken. Bislang hinkt Deutschland vor allem in der Digitalisierung hinterher. Vor allem kleinere Unternehmen sind skeptisch. Das Aktionsprogramm macht das deutlich. Darin heißt es: „Die IT-Kenntnisse vieler Beschäftigter sind nicht immer auf dem neuesten Stand. Trotzdem hat im vergangenen Jahr nur jedes fünfte mittelständische Unternehmen in Deutschland für seine Mitarbeiter IT-Fortbildungen durchgeführt. Im Vergleich von 31 europäischen Ländern liegt Deutschland damit gerade einmal auf Platz 13“. Nur mit Hilfe der Politik kann der Mittelstand den Rückstand aufholen.

Die digitale Gesellschaft gibt es längst, etwa im kleinen Estland. Von daher müssen wir auch über die Grenzen schauen und dürfen uns nicht auf den Lorbeeren der momentanen Wirtschaftslage ausruhen. Dabei sind Kompetenzüberschneidungen sicherlich nicht hilfreich. Alexander Dobrindt, Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sagte in seiner Rede bei der BVMW-Bundestagung in Berlin, es gebe Überlegungen, ab der nächsten Legislaturperiode ein eigenes Digitalisierungsministerium zu schaffen. Die deutsche Industrie rechnet durch die Digitalisierung der Produktion in den kommenden Jahren mit Tausenden neuen Jobs im Maschinenbau und in der Elektroindustrie. Durch das Zusammenwachsen von Produktion und IT rechnen besonders die Maschinenbauer mit gut einer Million Beschäftigten mit kräftigem Rückenwind. Jeden Tag entsteht eine Fülle an Daten neu. Diese Big Data können mittelständische Unternehmen sich zunutze machen, wenn sie es schaffen, die Daten zu strukturieren und unternehmerisch nutzbar zu machen. Mittelständische Unternehmen brauchen aktuellen Studien des Bundesminsteriums für Wirtschaft und Energie zufolge eine breit angelegte Unterstützung „von Information und Sensibilisierung bis hin zu Beratung und Qualifizierung“. Das Ministerium hat sich auch vorgenommen, marktgerechte Lösungen für Mittelstand und Handwerk zu entwickeln. Bis zum 30. Oktober dieses Jahres können Projekte im Umfang von 20 Seiten eingereicht werden. Wichtig sind hier folgende Kriterien: zielgruppenorientierte Leistungen und Angebote, regionale Mobilisierung und Vernetzung der Akteure, Leistungsportfolio und Wissenstransfer für Mittelstand und Handwerk, Wirtschaftlichkeit des Mitteleinsatzes sowie die bundesweite Verteilung der Zentren.

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Mittelstandsförderungsgesetz – das Saarland macht´s vor

Die Sozialdemokratin Anke Rehlinger ist seit Januar 2014 Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes. Der Mittelstand. sprach mit der Ministerin über die Herausforderungen der nächsten Jahre.

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Der Mittelstand.: Wie wollen Sie die Rahmenbedingungen für den saarländischen Mittelstand weiter verbessern?

Anke Rehlinger: Der saarländische Mittelstand ist das Rückgrat der Saar-Wirtschaft. Wir setzen alles daran, dass das auch so bleibt. Dazu haben wir das Aktionsprogramm „Politik für kleine und mittlere Unternehmen“ verabschiedet und einen intensiven Dialog mit Unternehmerinnen und Unternehmern gestartet. Eine der größten Herausforderungen für die kleinen und mittleren Betriebe ist der demografische Wandel. Mit unserer Fachkräftesicherungsstrategie haben wir ein gutes Paket auf den Weg gebracht. Von Beschäftigungsmaßnahmen für Ältere über solide Nachwuchsgewinnung bis hin zu Fragen der Beschäftigung von Fachkräften mit Migrationshintergrund haben wir an alles gedacht. Finanzielle Wirtschaftsförderung bleibt Kernstück der Mittelstandsförderung. Ganz oben auf der Agenda steht auch die Förderung von Existenzgründern.

Was mir Sorge bereitet, ist die Frage der Unternehmensübergabe aus Altersgründen. Mehr als tausend Unternehmen stehen jährlich zur Übergabe. Wir informieren Unternehmen und interessierte Nachfolger intensiv über ihre Möglichkeiten mit der Saarland Offensive für Gründer.

Wie das angrenzende Lothringen leidet auch das Saarland unter Fachkräftemangel, zumal der Arbeitsmarkt im Großherzogtum Luxemburg wie ein Magnet wirkt. Welche Handlungsfelder sehen Sie?

Das „Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar“ funktioniert, und alle machen mit. Schwerpunkte des Bündnisses sind beispielsweise Familienfreundlichkeit oder die Schaffung von Betreuungsstrukturen. Wir brauchen eine Atmosphäre im Land, in der sich Kinder und junge Eltern wohl fühlen.

Dazu gehört eine moderne Familienpolitik, die die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf ermöglicht und zugleich auch für eine gesunde Work-Life-Balance sorgt. Der Ausbau der Ganztagsschulen und die Stärkung der dualen Ausbildung sind von zentraler Bedeutung. Auch bei der Zuwanderung sehe ich viele Chancen, ohne die saarländischen Arbeitskräfte zu vernachlässigen.

Die Digitalisierung – Stichwort Industrie 4.0 – stellt den Mittelstand vor Herausforderungen und bietet zugleich erhebliche Chancen. Wie stellt sich die Unterstützung auf Landesebene dar?

Im Saarland sind Industrie und Mittelstand zwei Seiten derselben Medaille. Etwa 97 Prozent der saarländischen Industriebetriebe sind dem Mittelstand zuzuordnen. Sich um die Industrie zu kümmern, ist saarländische Wirtschaftspolitik in Reinform: Industriepolitik nutzt den Großen und Kleinen. Eine starke Industrie setzt enorme Wertschöpfung im Handwerk, im Baugewerbe, bei den Dienstleistungen sowie den Freien Berufen frei. Deswegen ist mein Ziel eine regionale Industriepolitik aus einem Guss. Industrie 4.0 ist in vielen saarländischen Betrieben längst gelebte Praxis! Dazu kommen unsere Hochschulen und unsere Forschungseinrichtungen wie beispielsweise das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik, das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz oder künftig das Kompetenzzentrum ‚Power4Production‘.

Mit unserer Industriepolitik erarbeiten wir die Rahmenbedingungen dafür, dass Industrie 4.0 dauerhaft ein Erfolgsfaktor im Saarland wird.

Das neue saarländische Mittelstandsförderungsgesetz wird voraussichtlich Anfang 2016 in Kraft treten. Was bringt es für den Mittelstand?

Wir schützen künftig kleine und mittlere Unternehmen wesentlich besser vor einem Übermaß an Bürokratie und ermöglichen ihnen, die Rechtmäßigkeit der Auftragsvergabe von öffentlichen Aufträgen prüfen zu lassen. Das ist einzigartig in Deutschland. Auch gibt es im Gesetz den neuen Vorrang privatwirtschaftlicher Lösungen. Kein Mittelständler wird mehr auf sein Geld bei öffentlichen Aufträgen warten müssen: Zahlungen sind spätestens 30 Tage nach Zugang der ordnungsgemäßen Abrechnung fällig. Unser Mittelstandsförderungsgesetz wird das modernste in Deutschland.

Sie hatten im Frühjahr ein eigenes Konzeptpapier zur Erbschaftsteuer vorgelegt, welches bundesweite Aufmerksamkeit erfuhr …

Das derzeitige Erbschaftsteuerrecht ist kompliziert und ungerecht. Auch der neue Gesetzentwurf der Bundesregierung ändert daran wenig. Warum machen wir die Erbschaftsteuer nicht so, dass sie jeder versteht: unbürokratisch, einfach und dazu auch gerecht? Mein Vorschlag wäre die Abschaffung der Ausnahmetatbestände für die Vererbung von Betriebsvermögen und die Einführung von drei Steuersätzen: Ein Erwerb bis 100.000 Euro könnte mit fünf Prozent, bis zu einer Million Euro mit zehn Prozent und jenseits dessen mit 15 Prozent versteuert werden. Dazu kommen großzügige Stundungsmöglichkeiten, die die Firmenerben nicht ungerecht belasten oder den Fortbestand eines Unternehmens ernsthaft gefährden.

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Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr und stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes.

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Betriebliche Altersvorsorge betriebswirtschaftlich modernisieren

Unternehmen stehen heute sehr häufig vor der Frage, wie sich die Verbesserung von Eigenkapitalkennziffern, Liquiditätsschaffung und Verringerung von Haftungsrisiken sinnvoll mit der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) kombinieren lassen. Dabei handelt es sich nicht zwingend um miteinander konkurrierende Ziele.

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Spätestens seit dem klar ist, dass die (gesetzliche) Rente nicht unbedingt mehr sicher ist, hat die Bedeutung der betrieblichen Altersvorsorge stark an Bedeutung gewonnen. Aufgrund der Verankerung im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist die bAV auch in der laufenden Legislaturperiode weiter auf der Tagesordnung der Berliner Politiker. Für den Unternehmer hingegen ist die Konfrontation mit dieser Thematik nicht selten ein leidiges Thema – in vielfältiger Hinsicht. Der Mitarbeiter möchte rechtmäßig Gehaltsanteile aus dem Bruttoarbeitsentgelt in seine Altersvorsorge investieren, der Steuerberater empfiehlt die bAV, die Hausbank dient sich ihm auf einem Beratungstermin als Problemlöser an, und auch die Vertreter der Versicherungsbranche lassen nicht locker. Um in dieser Situation keine unüberlegten Entscheidungen zu treffen und ggf. dafür zu haften, empfiehlt sich eine moderne betriebswirtschaftliche Betrachtung des Sachverhalts.

Bei entsprechender Umsetzung wird die Substanz des Unternehmens gestärkt.

Die betriebliche Altersvorsorge ist, auch wenn dies heute noch häufig so gesehen wird, keine originäre Versicherungslösung. Vielmehr ist die bAV an das Arbeitsrecht gekoppelt und mit dem Sozialversicherungs- und Steuerrecht verbunden. Dazu ein Blick in das Betriebsrentengesetz: §1 BetrAVG besagt: „Werden einem Arbeitnehmer Leistungen … vom Arbeitgeber zugesagt.“ und „Die Durchführung kann unmittelbar über den Arbeitgeber oder … Versorgungsträger erfolgen.“ Sowie „Der Arbeitgeber steht für die Erfüllung, der von ihm zugesagten Leistungen auch dann ein, wenn die Durchführung nicht unmittelbar über ihn erfolgt.“

Daraus geht unzweifelhaft hervor, dass der Arbeitgeber entscheidet, wo er für das dem Arbeitnehmer gegebene Versprechen das notwendige Sparkonto anlegt.

Seit 1. Januar 2010 kam mit der Einführung des Bilanzmodernisierungsgesetzes (BilMoG) hinzu, dass bestehende Unterdeckungen oder Fehlbeträge auch aus versicherungsförmigen Tarifen (zum Beispiel einer Direktversicherung) mindestens im Anhang der Handelsbilanz ausgewiesen werden müssen. Arbeitgeber sollten von der Möglichkeit Gebrauch machen, die bestehende und zukünftige bAV für ihr Unternehmen betriebswirtschaftlicher und haftungssicherer zu gestalten. Bei entsprechender Umsetzung wird die Substanz des Unternehmens gestärkt. Die entstehenden und frei verfügbaren Liquiditätsreserven (Working Capital) stellen zudem einen Puffer gegen Konjunkturschwankungen dar. Zudem erhält das Unternehmen ein personalpolitisches Steuerungsinstrument an die Hand, das in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels zur Bindung und Gewinnung von Mitarbeitern hilfreich ist.

Eine höhere Rendite und Effizienzverbesserungen wirken sich dann auch positiv für die Arbeitnehmer aus. Zuschüsse, die der Arbeitgeber gewährt, können liquiditätsneutral zugesagt werden, und der Mitarbeiter erhält darauf erst nach fünf Jahren (ab 2018 nach drei Jahren) einen unverfallbaren Anspruch. Ein Mittelabfluss entsteht dann erst bei Rentenbeginn.

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Der BVMW – gefragter Partner in Politik und Wirtschaft

Deutsch-französische Kooperation

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Der französische Botschafter S. E. Philippe Etienne (Mitte) empfing eine Delegation des BVMW in der französischen Botschaft in Berlin.

Der französische Botschafter S. E. Philippe Etienne und eine Delegation des BVMW kamen zu einem Meinungsaustausch in der französischen Botschaft in Berlin zusammen. Gegenstand des Gesprächs waren unter anderem die deutsch-französischen Beziehungen mit einem besonderen Fokus auf den Mittelstand.

Darüber hinaus fand in Anwesenheit des Botschafters in Köln der zweite „Kongress französischer Unternehmen in Deutschland“ statt. Mario Ohoven sprach vor Spitzenmanagern französischer Niederlassungen sowie deutschen Wirtschaftsvertretern über zukünftige Herausforderungen des Mittelstandes in Deutschland und Europa. Besonderen Stellenwert nahmen dabei die Themen Digitalisierung, Internationalisierung, aber auch der Umgang mit der Flüchtlingswelle ein. Der BVMW sucht den unmittelbaren Kontakt zu französischen Unternehmen in Deutschland, um diese bei ihren Geschäftsaktivitäten in Deutschland zu unterstützen.

Antrittsbesuch des ägyptischen Botschafters

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Der ägyptische Botschafter S. E. Dr. Badr Abdelatty (li.) mit BVMW-Präsident Mario Ohoven.

Der neue ägyptische Botschafter S. E. Dr. Badr Abdelatty stattete bereits am dritten Tag seiner Amtszeit dem BVMW seinen Antrittsbesuch ab und verdeutlichte damit den Stellenwert, den der BVMW und mit ihm der deutsche Mittelstand für Ägypten hat. Mit BVMW-Präsident Mario Ohoven wurden konkrete gemeinsame Projekte, wie Veranstaltungen, Aktivitäten im Bildungsbereich, aber auch eine mögliche Unternehmerreise nach Ägypten im kommenden Jahr diskutiert.

Deutsch-mexikanische Vereinbarung

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Konkrete Kooperation: Vertreter des BVMW mit den Gästen aus Mexiko

Nach erfolgreichen Roundtable-Gesprächen in den Botschaften Indiens, Südkoreas und Russland stand nun Mexiko auf dem Programm. Im Kreis von BVMW-Mitgliedsunternehmern stellte die Chefin des ProMéxico Büros, Nicole Felix, die beeindruckenden Wirtschaftspotenziale Mexikos, insbesondere im Automobil- und Automobilzulieferbereich vor. Konkrete Geschäftsmöglichkeiten im Energie-und Umweltbereich und generell Unterstützungsmaßnahmen für den Mittelstand waren anschließend Gegenstand einer intensiven Diskussion. Der BVMW wird mit dem mexikanischen Mittelstandsinstitut INADEM eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Rahmen des bevorstehenden Besuchs des mexikanischen Staatspräsidenten unterzeichnen.

BVMW – Partner der Botschafterkonferenz 2015

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Verleger Dr. Florian Langenscheidt, Mittelstandspräsident Mario Ohoven und Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier, SPD.

Mehr als 1.500 Gäste, darunter 200 Leiter deutscher Auslandsvertretungen, folgten der Einladung von Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier zum Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz in Berlin. Der Wirtschaftstag, der vom Auswärtigen Amt zum 14. Mal organisiert wurde, stand in diesem Jahr unter dem Motto „Welt in Bewegung“. BVMW-Präsident Mario Ohoven war zudem Gast eines exklusiven Mittagessens unter Leitung des Bundesaußenministers mit 25 hochrangigen Unternehmens- und Verbandsvertretern.

Ausriss aus Mario Ohovens Terminkalender

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Fotos: BVMW

Europa-News

Projektförderung für Verkehrswege

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Bis zum Jahr 2020 stellt die EU-Kommission gut 24 Milliarden Euro für den Ausbau von Verkehrswegen bereit. Bei dem EU-Finanzierungsinstrument „Europa verbinden“ handele es sich um den „größten Investitionsplan, den die EU jemals im Verkehrsbereich erstellt hat“, erklärte Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Inzwischen hat die Kommission 276 Projekte ausgewählt. Dazu gehören in Deutschland der Ausbau des „Eisernen Rheins“, einer Bahnstrecke für den Güterverkehr zwischen dem Ruhrgebiet und den Seehäfen Rotterdam und Antwerpen. Gefördert werden auch verschiedene Logistik-Terminals für den Bahnverkehr. Zu den wichtigsten Projekten außerhalb Deutschlands zählt der Brenner-Basistunnel.

www.bmvi.de/DE/VerkehrUndMobilitaet/
verkehr-und-mobilitaet_node.html

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Europäische Ausbildungsallianz

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Gute Nachrichten für junge Menschen, die in der EU einen Arbeitsplatz suchen: Inzwischen sind 84 Unternehmen und Organisationen der Europäischen Ausbildungsallianz beigetreten. Sie wollen in den kommenden Jahren 140.000 Lehrstellen und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Im Rahmen der Allianz will Deutschland auch für das hier erfolgreich praktizierte „duale Ausbildungssystem“ werben. Die zur Ausbildungsallianz gehörende Bertelsmann-Stiftung plant eine Studie in Spanien, die zeigen soll, welche Kosten und Nutzen die betriebliche Ausbildung hat. Dort sehen viele Unternehmer die Lehrlingsausbildung bestenfalls als soziale Verpflichtung an. Dabei macht sich eine gute Ausbildung für kompetente neue Mitarbeiter bei Unternehmen rasch bezahlt.

www.bibb.de/de/25377.php

Foto: © ehrenberg-bilder - Fotolia.com

 


Rentenausgaben in der EU

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Während des Verhandlungsmarathons mit der griechischen Regierung fiel der Blick der Experten auf ein zahlengespicktes Werk unter dem Titel „Economic and budgetary projections for the 28 EU Member States (2013 – 2060)“. Dort gibt eine Statistik Auskunft darüber, wie viel Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) die EU-Staaten für das öffentliche Rentensystem aufwenden. In Deutschland waren es im Jahr 2013 zehn Prozent. Spitzenreiter mit Rentenausgaben in Höhe von 16,2 Prozent war Griechenland, gefolgt von Italien. Bleibt die spannende Frage, in welchem Tempo und mit welchen Ergebnissen die griechische Regierung die vereinbarte Rentenreform umsetzt. Vielversprechend sind die EU-Prognosen nicht: Danach betragen im Jahr 2060 die griechischen Rentenausgaben immer noch 14,3 Prozent des BIP.

www.rolandtichy.de/
tichys-einblick/deutsche-und-griechische-renten-im-vergleich/

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Brüsseler Vorgaben für Klimaschutz

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EU-Bürger bekommen die europäische Klimaschutzpolitik immer unmittelbarer zu spüren. Das geschieht nicht nur durch Regelungen, um den CO2-Ausstoß von Autos zu reduzieren, sondern auch durch die Öko-Design-Richtlinie. Glühbirnen, Staubsauger, Kaffeemaschinen, Kühlschränke, unzählige Produkte verbrauchen aufgrund von EU-Vorgaben weniger Strom als früher. Auch bei Gebäuden sei wesentlich mehr Energieeffizienz nötig, findet die EU-Kommission. Ab 2021 müssen Neubauten laut EU-Recht energieautark sein, also ebenso viel Energie produzieren, wie sie verbrauchen. Ob Solarpanels auf dem Dach oder eine bessere Wärmedämmung – längst lenken die europäischen Regierungen Hausbesitzer in die entsprechende Richtung. Auch öffentliche Gebäude in Europa müssen Energiestandards einhalten. Für die Industrie hat Brüssel eine ganze Reihe von Klima-Vorgaben erlassen. Bis 2020 sollen rund 200 Milliarden Euro in den Klimaschutz fließen, so eine Absichtserklärung der Staats- und Regierungschefs.

www.ec.europa.eu/clima/policies/strategies/index_de.htm

Foto: © Ingo Bartussek - Fotolia.com

 


EU-Gegner im Europäischen Parlament

Noch nie saßen im Europaparlament (EP) so viele EU-Gegner wie gegenwärtig. Wie sie sich im ersten Jahr ihrer politischen Arbeit verhalten haben, untersucht eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Sie stellt fest, dass es innerhalb des rechten Spektrums erhebliche Unterschiede gibt. So gehören die AfD-Parlamentarier keineswegs zu den fundamentalen EU-Verweigerern wie die englische UKIP. Je nach Zählweise sitzen im EP 120 bis 150 EU-skeptische oder EU-feindliche Abgeordnete. Dennoch muss zwischen links und rechts differenziert werden. Für die rechten EU-Gegner ist die Europäische Union in erster Linie ein unzulässiger Eingriff in nationale Selbstbestimmung. Sie wollen die EU ganz oder in Teilen auflösen oder fordern einen Austritt ihres Landes. Die linken EU-Gegner beklagen in erster Linie das „Brüsseler Spardiktat“ und die angeblich einseitigen Belastungen zur Eindämmung der Staatsschuldenkrise. Sie kritisieren die EU als undemokratisch und intransparent.

Was die Teilnahme an Plenarsitzungen betrifft, sind EU-Gegner aktiver (90 Prozent) als der Durchschnitt aller anderen Abgeordneten. Weit geringer ist die Anwesenheitsquote dieser Gruppe bei Ausschusssitzungen (71,4 Prozent). Beim Abstimmungsverhalten unterscheiden sich linke und rechte EU-Kritiker deutlich voneinander. Die Linken sind eher zu Zugeständnissen bereit und an Mehrheitsbildungen interessiert, sie sind auch inhaltlich konstruktiver. In ihrem Fazit geht die KAS-Studie davon aus, dass trotz des zahlenmäßigen Anstiegs der EU-Gegner die Arbeit des Parlaments nicht gefährdet sei. Die größere Bedrohung für das EP gehe nicht von den EU-Gegnern im eigenen Haus aus, sondern von der Wirkung, die sie zu Hause entfalteten.

www.kas.de/wf/de/33.41374/

 


Östliche Partnerschaft

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Seit 2008 existiert das Instrument der „Östlichen Partnerschaft“. Die EU hat es geschaffen, um den Prozess der Annäherung durch Transformation in Osteuropa zu beschleunigen. Doch die Bilanz der Modernisierung ist ernüchternd. Während sich die drei assoziierten Länder (Ukraine, Georgien, Moldawien) zum europäischen Weg mehr oder weniger bekennen, aber eine klare Beitrittsperspektive bisher vergeblich anfordern, schwanken die drei anderen Länder (Aserbeidschan, Armenien, Belarus) in ihrer außenpolitischen Orientierung. So sind Weißrussland und Armenien Mitglied in der von Moskau dominierten eurasischen Wirtschaftsunion. EU-Außenpolitik-Experten haben jetzt eine Neuausrichtung der Östlichen Partnerschaft gefordert. Sie müsse stärker die unterschiedlichen Entwicklungen in den Ländern und deren Interessenlage berücksichtigen. Kanzlerin Merkel betonte kürzlich, dass die Östliche Partnerschaft kein Erweiterungsinstrument der EU sei. Eine Aussage, mit der sie besonders in der Ukraine viele Hoffnungen enttäuschte.

www.kas.de/wf/de/33.41444/

Foto: © PromesaArtStudio - Fotolia.com

Die Universität der Zukunft

Ein altes Ideal für neue Zeiten: Die Universität als Ort der Bildung erschließt durch die kritische Analyse von Fakten neues Wissen und entwickelt es weiter im Austausch über geographische und politische Grenzen hinweg.

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Eine moderne Lehre für mehr Kreativität

In der modernen Gesellschaft konkurrieren zahlreiche Akteure um öffentliche Wahrnehmung. Doch Universitäten haben die besondere Rolle, Wissen ursprünglich zu schaffen. Eine moderne Universität muss daher der Öffentlichkeit den Zugang zu ihren Forschungserkenntnissen durch zeitgemäße Lehrmittel wie Online-Kurse ermöglichen. Die Kernaufgabe der Universität wird es bleiben, in allen Phasen der akademischen Bildung zu neuen Gedanken zu ermutigen. Die Universität bildet die Studierenden von heute und die Wissenschaftler sowie Agenten des sozialen Wandels von morgen. Dafür muss die angewandte Forschung als Triebfeder begriffen werden, der Austausch mit Hochtechnologiezentren gewinnt daher an Bedeutung. Die Lehre der Zukunft erschließt alle Quellen der Kreativität, die weitere Innovationen ermöglichen.

Mehr staatliche und private Investitionen in Forschung und Lehre

Fortschrittliche Wissenschaft wird teurer. Die Kosten für geeignete Forschungsinstrumente steigen, da deren Entwicklung immer komplexer wird, und das Reisen an Bedeutung gewinnt. Die finanzielle Verantwortung für eine moderne universitäre Bildung wird in erster Linie vom Staat zu tragen sein. Diese Investitionen müssen den Regierungen auferlegt werden, weil von den Gewinnen durch Bildung, Forschung und Innovationen alle Bürger eines Staates profitieren.

Gleichwohl wird es unvermeidbar notwendig werden, mehr Geldmittel aus dem privaten Sektor – ob industriell, halböffentlich oder philanthropisch – zu gewinnen. Spenden werden zunehmend spezifisch sein und sich auf Projekte richten, die für den Spender von Interesse sind. In der Folge wird die Einbindung des Spenders in die akademische Arbeit zunehmen. Davon profitieren beide Seiten, aber eine Gewährleistung der Wissenschaftsfreiheit ist erforderlich. Die Einbindung der Ressourcen von Alumni wird an Bedeutung gewinnen. Eine solide Finanzierung ist die Grundlage dafür, dass Universitäten in Zukunft ihre Rolle als Motor von Innovationen beibehalten.

Der Campus als Infrastruktur der Forschung für die Zukunft

Die sich wandelnden Anforderungen an die Lehre werden den Campus als Ort der Bildung umgestalten. Virtuelle Wissensverarbeitung wird weiter an Bedeutung gewinnen. Deshalb muss ein moderner Campus mit aktuellem Kommunikationsequipment ausgestattet sein. So können beispielsweise Daten über die Ausbreitung von Krankheiten, archäologische Objekte und sogar von Satelliten übermittelte Proben weltweit analysiert werden. Das Ziel dessen bleibt aber fest in der Tradition der Wissenschaft verankert. Technik dient dazu, eine Verbindung zwischen Menschen zu schaffen, die gemeinsam an wissenschaftlichen Fragen arbeiten. Die Erprobung aus erster Hand bleibt aber unerlässlich. Der Campus wird der menschlich-akademische Treffpunkt bleiben, sich jedoch verändern. Beispielsweise könnte der Bedarf nach Seminarräumen sinken, aber der Wunsch nach Orten des Erlebens wie Laboren wachsen. So entstehen neue Lernorte, von denen aus Innovationen auch in Zukunft gestaltet werden.

Mehr internationaler Wettbewerb im Bildungswesen

Universitäten haben eine gesellschaftliche Verantwortung. Sie tragen mit Innovationen und konkreten Hilfen wie Kliniken mit Universitätsbeteiligung zur Lösung gesellschaftlicher Probleme bei. Die Internationalität der Universität hat eine Vorbildfunktion: Der Campus als pluralistisches Lebensumfeld zeigt, wie das Miteinander in einer Gesellschaft funktionieren kann. Mit den internationalen Studierenden verbreiten sich ihr Wissen und ihre Studientraditionen. Die Ergebnisse der Feldforschung an einem Ort werden in Zukunft weltweit verfügbar sein, ob durch akademische Treffen oder technische Mittel. Der internationale Bildungsmarkt wird wettbewerbsorientierter. Das stellt neue Anforderungen, z. B. hinsichtlich der Forschungssprachen. Ein internationales Bildungsumfeld bietet aber die Chance, die Qualität der Forschung und die Entwicklungsmöglichkeiten für das Individuum zu verbessern.

Mit ihrer zunehmend internationalen Forschung und Lehre bleibt die Universität auch in Zukunft die Plattform der Gesellschaft, um Innovationen für morgen zu denken und damit nicht nur technischen, sondern auch sozialen Fortschritt zu ermöglichen.

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Foto oben: © kasto - Fotolia.com

Deutsch-tunesischer Austausch

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Die tunesische Delegation mit Vertretern des BVMW in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin.

Der vergleichsweise friedliche Weg der Revolution in Tunesien, die in der Verfassung verankerte Glaubens- und Gewissensfreiheit und der hohe Bildungsstandard des als friedlich, ausgeglichen und kompromissbereit geltenden Volkes passen nicht in das Konzept der selbsternannten Glaubensritter vom IS, die mit Anschlägen den Aufschwung Tunesiens verhindern wollen.

Vor diesem Hintergrund empfing der BVMW auf Anfrage der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit eine Delegation der tunesischen Arbeitsagentur ANETI zu einem Arbeitsgespräch in Berlin. „Wir möchten unseren Fachkräften eine Chance im Ausland vermitteln“, so der Generaldirektor der tunesischen Arbeitsagentur ANETI, Mustapha Wadder. Um dem aktuellen Dilemma des ausbleibenden Tourismus zu entkommen, das vielen Tunesiern den Arbeitsplatz und das Familieneinkommen nimmt, und um den Aufschwung zu sichern, müssen andere Arbeitsplätze gefunden werden. Vor allem hochqualifizierten Tunesien, Absolventen technischer Fakultäten, gelingt es relativ gut, sich international zu integrieren. Gesucht wird eine Win-win-Situation, die durch den Fachkräftemangel in Deutschland eine reale Basis hat.

Zu den Aufgaben der tunesischen Arbeitsagentur gehören unter anderem die Berufsausbildung (die duale Ausbildung hat bereits begonnen) sowie die Förderung von Wegen zur Selbstständigkeit. Themen wie Innovation, Professionalisierung der Unternehmensgründung und Unternehmensentwicklung sind aus Sicht der Tunesier für Kooperationen mit dem deutschen Mittelstandsverband von besonderem Interesse.

Patrick Meinhardt, BVMW-Geschäftsleiter Politik, betonte, wie wichtig der Austausch konkreter Informationen für die Entwicklung partnerschaftlicher Strukturen und gemeinsamer Aktionen ist.

Foto: BVMW

Gelb heißt Vollgas!

Guido Augustin macht sich Gedanken über unsere Welt und ihre Bewohner

Was antworten Ihre Kinder auf die Frage, was die Farbe Gelb bei einer Verkehrsampel bedeutet? Meine sagen „Gelb heißt Vollgas!“ Das liegt daran, dass ich dazu neige, bei Gelb zu beschleunigen, um es noch über die Ampel zu schaffen, bevor sie auf Rot springt. Und Sie?

Es gibt zwei Arten von Autofahrern: Jene, die Gas geben wie ich und jene, die den Fuß vom Gas nehmen und bremsen. Und wie so oft ist unser Verhalten im Straßenverkehr eine Metapher für unsere Persönlichkeit. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Selbstverständlich glaube auch ich, zu den besten Autofahrern dieses Landes zu gehören. Ich lasse keine Gelegenheit aus, dies mir und meinen Mitreisenden zu beweisen. Ich fahre seit Jahrzehnten unfallfrei – und wenn nicht, war es unzweideutig die Schuld der anderen.

Dennoch: Wer bremst, ist kein schlechter Mensch. Wer bei Gelb Gas gibt so wie ich, riskiert, dass es nicht mehr reicht, bis die Ampel auf Rot umspringt, und er (oder sie!) im schlimmsten Fall ein paar Wochen auf unsäglich hässlichen Sitzpolstern des öffentlichen Personennahverkehrs sitzen muss. Da hat der Bremser mehr Sicherheit. Er rettet mit jeder Reaktion vor der Ampel seinen Führerschein, spart Geld und viele Adrenalin-Teilchen. Dafür verpasst er manche Chance, wenn es nämlich locker gereicht hätte, und Bremsen gar nicht nötig war.

Es gibt Menschen, die ergreifen jede sich bietende Gelegenheit und rennen los, tragen das Risiko, dass die Ampel umspringen und sie scheitern könnten. Und es gibt Menschen, die lieber abwarten, die die eine oder andere Ampelphase vergehen lassen, ehe sie die Kreuzung passieren.

Als ich Sprecher der Wirtschaftsjunioren Mainz-Rheinhessen werde, sitzt im Vorstand eine Juristin, die den gängigen Klischees entspricht: „Ja kann man das denn so machen?“ „Das wird kaum funktionieren.“ „Ich weiß nicht, das geht mir zu schnell.“ Gasgeber prallt auf Bremserin. Sie können sich vorstellen, das knirscht. Doch dann begreife ich durch ein Teamtraining, dass ich sie brauche. Denn wovon ich zu viel habe, davon hat sie zu wenig. Und umgekehrt. Sie ergänzt mich perfekt. Fortan schätzte ich ihren Rat und weiß: Wenn ich diese Juristin überzeugen kann, kann ich alle überzeugen. Wenn sie meine Idee gut findet, ist sie wirklich gut.

Tatsächlich brauchen wir beide Talente, um erfolgreich zu sein. Es gibt Momente, da verschafft uns eine kurze Vollgas-Phase einen Riesen-Vorsprung. Es gibt aber auch Momente, da wartet ein lecker Gefahrguttransport auf der Kreuzung. Wenn Sie also eine starke Ausprägung in die eine oder andere Richtung haben, suchen Sie sich einen Partner, Kollegen, Coach, der den Gegenpol bildet. Das ist anstrengend, doch die Mühe lohnt sich. Denn es bewahrt Sie davor, entweder zu schnell zu viele Fehler zu machen oder vor lauter Zaudern nicht vom Fleck zu kommen.

Foto: Heike Rost

Innovation in Zahlen

39 Prozent

der Deutschen nutzen elektronische Verwaltungsangebote. Die Zahlen sind gegenüber dem vergangenen Jahr rückläufig. Während etwa in der Schweiz, Österreich oder in Schweden mehr als zwei Drittel der Bevölkerung auf digitale Angebote zurückgreifen, waren es hierzulande nur 39 Prozent, 2014 allerdings noch 45 Prozent. Die von dem Münchner Forschungsinstitut Ipima befragten Bundesbürger erklären ihre Enthaltsamkeit vor allem damit, dass sie viele elektronische Verwaltungsangebote gar nicht kennen. Der NSA-Skandal hat auch zum Misstrauen gegenüber Online-Angeboten beigetragen. Der beliebteste Bürgerdienst im Netz ist in Deutschland die Fahrplanauskunft für den Öffentlichen Nahverkehr.

 


57 Prozent

der deutschen KMU brachten von 2008 bis 2010 eine Innovation auf den Markt. In keinem anderen europäischen Land sind Unternehmen so innovativ wie in Deutschland. Im EU-Mittel waren es nur 38,4 Prozent der Unternehmen. Unter den Top 10 der innovationsstärksten Unternehmen in Europa befinden sich fünf deutsche Firmen. Insbesondere in der technischen Infrastruktur, der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und einer hohen Systemeffizienz liegen Deutschlands Stärken.

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86 Prozent 

der Unternehmen haben die Chancen der Digitalisierung für den Industriestandort Deutschland erkannt, verhalten sich aber eher abwartend: Über 60 Prozent der Befragten räumen selbstkritisch ein, dass der Mittelstand das Thema derzeit eher noch vernachlässige. Allerdings: Jedes sechste mittelständische Unternehmen hierzulande zählt zu den digitalen Vorreitern, diese nehmen die Herausforderung Industrie 4.0 aktiv an. Was machen diese digitalen Trendsetter anders? Sie warten nicht ab, sondern starten öfter als andere Mittelständler Pilotprojekte, um sich in engen Märkten einen Vorsprung zu verschaffen. Sie schaffen kreative Freiräume und stellen technische Spezialisten ein, zeigt die Mittelstandsstudie der Commerzbank.

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14,9 Milliarden Euro Idee-haben

stellt der Bund 2015 für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Das sind rund 261 Millionen Euro mehr als im Vorjahr; im Vergleich zu 2005 eine Steigerung von 65 Prozent. Die Bundesregierung fördert Forschungsthemen mit besonderer Relevanz für die Gesellschaft sowie für Wachstum und Wohlstand in der Zukunft, wie beispielsweise Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Nachhaltiges Wirtschaften und Energie, Innovative Arbeitswelt, Gesundes Leben, Intelligente Mobilität und Zivile Sicherheit.

 


48.144 Patentanmeldungen

brachten deutsche Unternehmen 2014 auf den Weg. Hochburgen der Innovationen sind Bayern und Baden-Württemberg – die Firmen in diesen Bundesländern steuerten jeweils 30 Prozent der Anmeldungen bei. Rücklichter sind dagegen Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit weniger als einem Prozent, so die Analytiker von Statista.

 


Illustration Rakete: © Trueffelpix - Fotolia.com, Illustration Digitalisierung: © Mimi Potter - Fotolia.com,
Illustration Forschung: © Trueffelpix - Fotolia.com

Das Ringen um Ideen – Fortschritt mit System

Der globale Wettbewerb steht im Spannungsfeld von Marketing, Kosten- und Preiskämpfen, Innovation und neuen strategischen Ideen. Das Ringen um Ideen treibt neue Modelle der Innovationsfindung weltweit voran. Die Entwicklung von Innovationen bietet gerade für kleine und mittelständische Unternehmen noch ein gewaltiges Potenzial.

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Untersuchungen in dem Projekt IMP3rove der Europäischen Kommission und von A.T. Kearney zeigen, dass 70 Prozent der KMU mit weniger als 500 Mitarbeitern keine Innovationsstrategie mit entsprechender Umsetzung formuliert haben. Eine erfolgreiche Innovationsinitiative umfasst die Formulierung der Innovationsstrategie, Verankerung der Innovation in Kultur und Organisation mit dem Esprit des Entrepreneurs, ein konsequentes Monitoring des Innovations-Lebenszyklus mit einem konstanten Fluss neuer Ideen und ihrer Umsetzung und dann der Pflege der „Enabler“ in Ideen, Patenten und Netzwerken. Erfolgreiche Innovatoren haben dafür Systeme installiert mit entsprechenden Ziel- und Messgrößen.

Open innovation

Traditionelle Wachstumsstrategien bedingen häufig hohe Investitionen mit hohen Kosten für Entwicklung, Fertigung und Marketing. Inzwischen gibt es überzeugende neue Formen der Innovationsentwicklung: In offenen Netzwerken stellen Partner ihre jeweils spezifischen Fähigkeiten zur Verfügung. Communities mit begeisterten Kunden sind eine gute Quelle neuer Ideen. Fans wollen im Netzwerk mit hoher Aufmerksamkeit gepflegt sein, leisten jedoch unter dieser Bedingung wertvolle Dienste mit neuen Ideen, Diskussionen und Markttests. Selbst große Unternehmen entwickeln immer mehr Produkte in offenen Partnerschaften wie „open innovation“ mit Kunden oder Partnern. Beiersdorf zum Beispiel hat ein neues, in der Anwendung fleckenfreies Deo unter Einbindung von über 2000 Nutzern aus entsprechenden Communities entwickelt und auf den Markt gebracht.

Neue Produkt- und Geschäftsideen entstehen durch die Formulierung der dem Produkt übergeordneten Kundenbedürfnisse, die eine neue Anwenderperspektive gestatten. Früher sprach man vom Kauf des Bohrers, dann vom Kundennutzen des Lochs in der Wand, heute spricht man von dem übergeordneten Kundennutzen der Befestigungstechnik. Industrieunternehmen und Zulieferer formulieren ihre Produktvision neu und umfassender. Ein Auto-Sitzhersteller entwickelt sich dann zum visionären Entwickler des Fahrzeuginnenraums.

Innovation verschafft dem Kunden einen komfortableren Zugang zu einer Kombination von Produkt und Dienstleistung. Partner mit besonderen Marktzugängen, speziellem technischen Know-how oder einer exklusiven Lieferantenbasis können Märkte verändern. Das chinesische Bekleidungsunternehmen Li & Fung mit Milliarden-Umsätzen zum Beispiel besitzt keine eigene Fertigung, aber hervorragende Marktzugänge. Hiervon profitieren wiederum rund 8000 Lieferanten in dem einzigartigen Netzwerk des Bekleidungsunternehmens.

Industriekunden benötigen nicht nur innovative Produkte ihrer Zulieferer, sondern Partner zur Entwicklung der operativen Effizienz durch Unterstützung bei Wartung, Fernüberwachung oder Auslagerung kompletter Prozesse. Industrie 4.0 bietet immense Chancen für neue Angebote und gleichzeitiger Nutzung der dabei anfallenden Datenmengen zur weiteren Entwicklung.

Zehn Innovationsansätze für jedes Unternehmen:

  1. Geschäftsmodell: Wie soll das neue Produkt oder das Unternehmen Geld verdienen?
  2. Netzwerk: Wie gelingt es entlang der Wertschöpfungskette, das neue Angebot einzigartig zu machen?
  3. Hilfsprozesse: Welche externen Leistungen werden neu zugekauft?
  4. Kernprozess: Werden neue unternehmenseigene Prozesse geschaffen?
  5. Produkteigenschaften: Welche Features und Funktionen sind neu?
  6. Produktumfeld: Wie ist das neue Produkt innerhalb des Unternehmens aufgestellt?
  7. Service: Welche Zusatzangebote werden dem Kunden gemacht?
  8. Vertriebskanäle: Wie kann man das Produkt erwerben und nutzen?
  9. Einkaufserlebnis: Wie wird mit dem Produkt/Service eine neue Einkaufserfahrung für den Kunden geschaffen?
  10. Markenstrategie: Wie sieht die Kampagne für das neue Produkt aus?

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Quellen neuer Ideen sind zum Beispiel auch die Beobachtung von Anomalien in großen Datenmengen. Statt auf übliche statistische Messwerte zu achten, suchen Ideenfinder nach Abweichungen in Datenflüssen, die Quelle neuer Ideen oder Kundensegmente sein können. Neue Gruppen entstehen dort, wo unterschiedliche Trends aufeinandertreffen, und sich eine neue Schnittmenge aus der Kombination gesellschaftlicher Veränderungen, Technologien und Interessen ergibt. Innovationen werden geboren aus der Hinterfragung scheinbar „unumstößlicher“ Branchengesetze. Was würde passieren, wenn diese Annahmen aufgegeben werden? Sich mit positiven Abweichlern, extremen Positionen und Ideen zu beschäftigen, kann neue Wege aufzeigen für Visionäre, die neue Trends entwickeln können. Extreme Kritik kann der Quell neuer Ideen sein. Auch die Nutzung von Analogien innovativer Ideen aus anderen Branchen und Anwendungen kann gleichfalls Quelle neuer Ideen sein.

Am Ende bedarf es aber immer des Markterfolgs, der sich bei vielen hervorragenden Ideen wider Erwarten nicht einstellt. Gründe dafür gibt es viele – einer ist wissenschaftlich nachgewiesen: das Beharrungsvermögen der Kunden. Es zeigt sich, dass Kunden stets eine Abwägung treffen zwischen dem Risiko einer Veränderung, der Anwendung eines neuen Produktes und dem wahrgenommenen wirtschaftlichen oder auch emotionalen Nutzen.

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Foto: © Gajus - Fotolia.com, © tai111 - Fotolia.com

ZIM – frische Förderung für den Mittelstand

Das prämierte Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand zur Förderung von technologischen Innovationen (ZIM) wurde im Mai 2015 neu aufgelegt und ist wieder offen für Unternehmen bis 500 Mitarbeiter. Budget und Zuschüsse wurden erhöht.

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Das ZIM stärkt die Innovationskraft von kleinen und mittleren Unternehmen durch nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Entwicklung und Vermarktung von Innovationen. Im Fokus von ZIM stehen technische Entwicklungen, die sich durch Neuartigkeit und Entwicklungsrisiken auszeichnen. ZIM ist offen für alle Technologien. Anträge können Industrieunternehmen, Handwerksbetriebe und Freiberufler stellen. Vorausetzung ist, dass der Umsatz 50 Millionen Euro oder die Bilanzsumme 43 Millionen Euro nicht überschreiten dürfen. ZIM fördert auch die Kooperationen von Unternehmen mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, auch bei internationalen Projekten und in Netzwerken.

Höhe der Zuschüsse

Der maximale Zuschuss für Unternehmen je FuE-Projekt liegt bei 209.000 Euro. Kosten können bis zu 380.000 Euro geltend gemacht werden. Vereinfacht gilt: je kleiner das Unternehmen, desto höher die Zuschüsse. Kooperationen werden stärker gefördert als Einzelprojekte und Unternehmen in den neuen Bundesländer höher als die in den alten Bundesländern. Die Basis für die Zuschüsse für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt bilden die Bruttopersonalkosten der eingesetzten Mitarbeiter. Auf diese werden pauschal 100 Prozent Gemeinkosten addiert. Ein Vorteil des Programms ist, dass die Gemeinkosten nicht gesondert ausgewiesen werden müssen. Für Forschungseinrichtungen und Netzwerke gelten abweichende Regeln.

Wichtige Änderungen

  1. Beschäftigte Teilzeitkräfte können auf ein Vollzeitäquivalent umgerechnet werden, so dass die Anzahl tatsächlich beschäftigter Mitarbeiter über 500 liegen kann.
  2. Unternehmen können nur noch zwei Anträge pro Kalenderjahr stellen.
  3. Jahresgehälter werden jetzt bis 100.000 Euro angerechnet, bisher 80.000 Euro.
  4. Die maximal förderfähigen Kosten wurden auf 380.000 Euro für Unternehmen erhöht und auf 190.000 Euro für Forschungseinrichtungen.
  5. Der maximale Zuschuss für die Vermarktung beträgt nun 25.000 Euro.

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Fazit

Gerade mittelständische Unternehmen können mit Hilfe des ZIM mehr Innovationen bei gleichzeitig erhöhter finanzieller Entlastung realisieren. Das neue ZIM ist ein gelungenes Werkzeug der Mittelstandsförderung.

Mehr zu ZIM finden Sie unter: www.zim-bmwi.de

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Foto: © Dragon Images - Shutterstock.com, Foto: © hin255 - Shutterstock.com

News

Unternehmerpreise

Umweltschutz, Innovationen und Gründergeist werden in den kommenden Monaten ausgezeichnet. Hier stellen wir Ihnen die Unternehmerpreise genauer vor.

TOP 100 – Die 100 innovativsten Unternehmen im Mittelstand

Gemeinsam mit Mentor Ranga Yogeshwar und dem Manager Magazin ehrt TOP 100 die innovativsten Firmen des deutschen Mittelstands. Entscheidend für die Aufnahme in den Kreis der „TOP 100“ ist ein strukturiertes, gut durchdachtes und zum Unternehmen passendes Innovationsmanagement. In drei Kategorien werden mittels einer Benchmarktstudie die Innovatoren 2015 geehrt.

Bewerbungen bis 31. Oktober 2015

www.top100.de

Ludwig-Erhard-Preis

In Kooperation mit der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministers ehrt der Ludwig-Erhard-Preis ganzheitliche Managementleistungen. Unabhängig von der Größe kann jedes Unternehmen Bewerbungsunterlagen einsenden, danach findet ein Besuch der Jury statt. Im Mittelpunkt steht hierbei das Qualitätsmanagement.

Bewerbungen bis Anfang Dezember 2015

www.ilep.de

Großer Preis des Mittelstandes

Auch 2016 wird die Oskar-Patzelt-Stiftung den Großen Preis des Mittelstandes vergeben. Gesucht werden nach fünf Auswahlkriterien die besten mittelständischen Unternehmen. Nominiert werden können Firmen, die schon mindestens drei Jahre erfolgreich am Markt sind, mindestens eine Million Euro Umsatz pro Jahr erwirtschaften und mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Eine Selbstnominierung ist ausgeschlossen.

Nominierungen bis 31. Januar 2016

www.kompetenznetz-mittelstand.de/node/156678

 


Innovationskultur im Fokus

Das Steinbeis Institut Systemwissenschaft in Bremen will mit seinen Weiterbildungen neue, innovative Wege gehen. Zentrale Themen sind Führungs- und Innovationskultur, und was diese in Unternehmen miteinander verbindet. Das 2015 entstandene Lehrkonzept integriert zuerst die aktuelle Praxis der Teilnehmer, vermittelt dann neues Wissen und stellt in einem dritten Schritt die konkrete Handlungsebene im Unternehmen in den Mittelpunkt.

www.syswis.eu

 


Bauen 4.0

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Trotz der fortschreitenden Digitalisierung hat die Bau- und Immobilienbranche noch immer Probleme beim Projektmanagement. Nicht selten verursachen ein dezentrales Dokumentenmanagement und die mangelnde Integration aller Projektbeteiligten erhöhte Baukosten und verzögerte Zeitpläne. Die Firma Baudetail hat die Notwendigkeit einer umfassenden Software erkannt und diese mit engem Praxisbezug entwickelt. Unübersichtliche Dokumentenverwaltung, Kommunikationsprobleme und Unstimmigkeiten zwischen den Projektbeteiligten sowie die ständige Suche nach wichtigen Unterlagen zum Bauobjekt waren damit behoben. Die cloudbasierte SaaS-Lösung funktioniert betriebssystemunabhängig und gewährleistet maximale Datensicherung.

www.baudetail.de

 


Mit Deutschunterricht gegen den Fachkräftemangel

In enger Kooperation mit der eLearning AG suchte die Schnellkraft Personalmanagement GmbH nach einer Möglichkeit, Elektrikern aus Ungarn den beruflichen und privaten Alltag zu erleichtern. Dies wurde mit einem umfassenden Deutsch-Trainingsangebot umgesetzt. Ein umfangreiches Online-Angebot, ein handliches Vokabel- und Fotobuch sowie persönliche Betreuung vermittelten den ungarischen Fachkräften die deutsche Sprache.

www.schnellkraft-personal.de

 


Moderne Telekommunikationslösungen

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Technisch auf dem neuesten Stand zu sein, ist für viele Mittelständler überlebenswichtig. Die Digitalisierung und vermehrte Vernetzung ist ein Wettbewerbsfaktor geworden. Auf diese Entwicklung geht die itk communications GmbH ein und bietet mit ihren Telekommunikationslösungen eine moderne Möglichkeit, lästige und regelmäßige Einrichtungen und Konfigurationen der Kommunikationsanlagen zu vermeiden. Besonders bei Standortwechseln oder der Errichtung einer neuen Geschäftsstelle haben diese cloudbasierten Lösungen Sinn. Man kann monatlich flexibel verschiedene Angebote dazu buchen oder beenden. Dabei wird Datenschutz auf deutschem Niveau weltweit garantiert.

www.itk-voice.de

 


Start-up will Facebook Konkurrenz machen

Immer wieder sind soziale Netzwerke wie Facebook, WhatsApp und Instagram wegen ihres laxen Umgangs mit Nutzerdaten im Gespräch. Adfree Network aus Hamburg schlägt mit einem neuen sozialen Netzwerk einen anderen Weg ein. Die Finanzierung läuft über eine Aufnahmegebühr statt über den Verkauf von Daten. Posten, Liken und Nachrichten senden sollen auch hier selbstverständlich sein, wie man es gewöhnt ist – allerdings mit sehr guten Privatsphäreneinstellungen und garantiertem Datenschutz. Die Plattform befindet sich derzeit in der Betaphase, die Aufnahmegebühr beträgt 15 Euro.

www.adfree.network/start

 


Wegweiser im globalen Management

Die Hotspots der Innovation befinden sich größtenteils nicht in den Forschungsabteilungen der traditionsreichen Industrieunternehmen. Doch branchenfremde, junge und mutige Unternehmer wie Tesla, Apple oder Uber verändern nun die Regeln, nach denen Industrien über Jahrzehnte funktionierten. Befeuert durch die Digitalisierung stellen sie veraltete Geschäftsmodelle infrage und erreichen massive Wertsteigerungen. Die aktuelle ROI-Trendstudie „R&D Landscape 2025“ belegt, dass die F&E-Abteilungen der klassischen Industrie noch weit davon entfernt sind, die Erfolgsrezepte der Newcomer verstanden und in Einklang mit den eigenen Prozess- und Strukturanforderungen gebracht zu haben.

www.roi.de/unternehmensberatung.html

 


Benzin war gestern

Das Brennstoffzellenfahrzeug MIRAI von Toyota gewinnt Antriebsenergie aus Wasserstoff und nicht aus Benzin und ist eine der innovativsten Zukunftstechnologien der Automobilbranche. Nach der Premiere auf der IAA wird der MIRAI bei der Speakers Night am 16. November in Köln live zu bestaunen sein. Gäste dürfen sich auf einen zukunftsweisenden Abend freuen, der weitreichende Impulse für die Teilnehmenden bereithält. Der Kölner Kreisverband bringt in seinem Veranstaltungsformat „BVMW Speakers Night“ renommierte Referenten auf die Bühne. Unter dem Motto „Wissen in Bewegung“ sind wertvolle Einblicke in aktuelle wirtschaftspolitische Themen zu erwarten. Neben der Vortragsreihe wird vor allem die Vorstellung des neuen Toyota für Aufmerksamkeit sorgen.

www.speakersnight-koeln.de

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Der neue Toyota MIRAI steht für die Zukunft der Mobilität.

 


Google belohnt Nutzerfreundlichkeit

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Eine kürzlich erschienene Studie listet die Faktoren, die 2015 die Reihenfolge der Ergebnisse in der Suchmaschine Google bestimmen: Gute Websites zeichnen sich demnach dadurch aus, dass sie ihren Besuchern eine benutzerfreundliche und mobiloptimierte Oberfläche bieten. Diese klare Struktur wird idealerweise mit verständlichen und relevanten Inhalten gefüttert. Eine Optimierung der Seite auf Stichwörter (Keywords) verliert dagegen an Bedeutung. Die technische Suchmaschinenoptimierung der Website ist mittlerweile selbstverständlich und damit eine Grundvoraussetzung für eine gute Platzierung in den Google-Suchergebnissen. Um eine passgenaue Online-Strategie kommen Webseitenbetreiber zukünftig also nicht herum.

www.interface-medien.de

 


Neues Bilanzierungsrecht tritt in Kraft

Das Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetz bringt Vorteile für kleine und mittlere Betriebe. Hintergrund ist eine Richtlinie der EU mit der Maßgabe, nationales Recht an EU-Recht anzupassen und so Jahres- und Konzernabschlüsse innerhalb der EU vergleichbarer zu machen. Durch die Anhebung von Bilanzierungs-Schwellenwerten und eine Reduzierung der geforderten Angaben sollen kleine Unternehmen entlastet werden. Außerdem soll die Gewinn- und Verlustrechnung neugegliedert werden. Das neue Regelwerk ist ab dem Geschäftsjahr 2016 anzuwenden.

www.dhpg.de

 


Fotos: © Paulista - Fotolia.com, © vege - Fotolia.com, Illustration: hurca.com - Fotolia.com

Innovationen Spezial

Kleine und mittlere Unternehmen sind Impulsgeber, wenn es um Innovationen in Deutschland geht, egal ob im IT-Bereich, Multimedia, Maschinenbau oder in der Landwirtschaft. Der Mittelstand. stellt nachfolgend einige BVMW-Mitgliedsunternehmen und deren besondere Produkte und Dienstleistungen vor.

Neue Domainendungen für das Geschäft von morgen

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Seit gut einem Jahr ordnen sie das Internet neu und lassen etablierte Größen wie .de und .com alt aussehen: neue Domainendungen. Nicht umsonst hat Google mit Gründung seiner Holding Alphabet die URL www.abc.xyz gewählt und für ca. 25 Mio US-Dollar die Endung .app erworben. Auch die deutsche Wirtschaft erkennt das Potenzial der neuen Top-Level-Domains, die von Branchenindizierungen wie .immo oder .shop bis hin zur lokalen Verortung über regionale Adressendungen wie .berlin reichen. Für Unternehmer im Ruhrgebiet ebnet die Sutter Telefonbuchverlag GmbH aus Essen mit .ruhr den Weg ins lokale Internet. Insbesondere Mittelständler profitieren dabei von einem unverbrauchten Namensraum prägnanter Adressen sowie einer optimalen Basis für regionales Online-Marketing und besseres Suchmaschinenranking.

www.sutter-telefonbuchverlag.de

 


Akzentbeleuchtung mit voll flexiblen LED-Linien!

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Die biegsamen Modelle der LED Traceline Flexible strahlend.

Die Working Light LED Lichtsysteme GmbH setzt mit ihren innovativen Lichtssystemen Industrie, Büro, Veranstaltungsräume und mehr in Szene. Die flexiblen und biegsamen LED-Leuchten sind besonders für geschwungene Decken, Säulen und Fassaden geeignet. Durch die optionale Einspeisung am Kopf, seitlich oder rückwärtig ist eine unendlich lange Lichtlinie ohne Brüche und Lichtpunkte möglich. Die Abstrahlung erfolgt wahlweise nach oben oder zur Seite. Außerdem sind ihr Energieverbrauch und die Blendwirkung gering, und die Wartung entfällt nahezu ganz.

www.workinglight.de

 


Maßarbeit aus Sachsen-Anhalt

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Der von Aimess entwickelte Scanner vermisst unter anderem die Passgenauigkeit von Scheinwerfern in Autos mit nicht sichtbarem Licht.

Eine weltweit einmalige Messtechnik hat das BVMW-Mitgliedsunternehmen Aimess Services GmbH aus Burg in Sachsen-Anhalt entwickelt. Mittels Infrarotlicht kann das Gerät dreidimensional auch sehr komplizierte Objekte exakt vermessen.

Die Strahlen werden bei dem Verfahren von der Oberfläche absorbiert und als Wärme zurück geworfen, die sich dann erfassen lässt.

Genaueste Messungen sind etwa besonders wichtig in der Automobilherstellung. Beispielsweise ist die Integration der Scheinwerfer in das Frontend-Modul ein kritischer Schritt, der hohe Genauigkeit verlangt. Bisher gab es kein optisches Kontrollgerät, das während der Montage passende und nichtpassende Teile erkannte. Darüber hinaus kann die technische Lösung unter anderem auch beim Vermessen von PET-Flaschen oder in der Medizintechnik eingesetzt werden.

www.aimess-products.de

 


Landwirtschaft im Einklang mit Naturschutz

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Geschäftsführender Gesellschafter Heinz Bley mit Tochter Wiebke und Reitpferd Annabell.

Heinz Bley hat auf einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in Crawinkel in Thüringen neue Wege in der ländlichen Entwicklung eingeschlagen. Auf der 2.300 Hektar großen Agrar GmbH Crawinkel züchtet er Sport- und Freizeitpferde, erzeugt Bio-Rindfleisch, betreibt Landschaftspflege und hält vielfältige Tourismusangebote bereit. Ganz im Sinne des Naturschutzes wird die Entwicklung und Erhaltung von offenen und halboffenen Landschaften erreicht.

Die Weidelandschaft mit Hecken und Bäumen ermöglicht einen artgerechten Lebensraum, etwa für Wiesenpieper, Feldlerche, Braunkelchen und Bekassine. Außerdem organisiert das Unternehmen Fachtagungen in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie sowie Exkursionen und Fachführungen.

www.agrar-crawinkel.de

 


Mit Virtual Reality in die Brennstoffkammer

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Markus Prenneis und Thomas Trzaska haben sich mit ihren Unternehmen auf Panoramatechnologie und Multimediaproduktionen spezialisiert. Beide sind Mitbegründer des Düsseldorfer Unternehmens present4D, das sich bereits seit Jahren mit virtueller Realität befasst. Nun haben sie etwas Herausragendes entwickelt: die „Oculus Rift“-Brille – mit ihr kann der Nutzer in andere Realitäten eintauchen. Die neu entwickelte Software kommt im Oktober auf den Markt. Jedes Unternehmen kann damit seine eigene Präsentation selbst erstellen und Bilder, Filme und Texte auswählen. Einzigartig ist hierbei das Präsenzgefühl. Die Brille einmal aufgesetzt, befindet man sich plötzlich in einem Heizkraftwerk am Niederrhein, in einem biochemischen Labor in den USA oder in einer Brennstoffkammer. Es entstehen innovative und moderne Lern- und Erlebniswelten.

www.present4d.de

 


EnpY macht Geprochenes zeitgleich lesbar

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EnpY macht es möglich, Vorträge zu hören und gleichzeitig zu lesen.

Eine neue Entwicklung ermöglicht jetzt, Live Reden zu verschriftlichen. Die Firma EnpY bringt eine Live Audio Transkription, speziell für eine schnelle Textversion, hervor. Parallel zur Rede kann man auf dem Smartphone, Tablet, Beamer oder Notebook mitlesen. Die Technik liefert mit Hilfe von Tonübertragung und Internet einen Fließtext in extrem hoher Qualität. Wer es mag, schnell durch den Text zu scrollen, um wichtige Passagen nachzulesen, wird begeistert sein. Die Live Audio Transkription bietet sich ebenso für Zuhörer mit Hörschädigung an und trägt so zur Gleichstellung bei. Nach der Veranstaltung können sich die Teilnehmer auf Wunsch den gesamten Text herunterladen. Die Anwendung ist geschaffen für Events, Kongresse, Vorlesungen, Tagungen und Schulungen.

Die technikbegeisterten Firmeninhaber Hardy Engwer und Michael Pelny gründeten bereits in den 1990er-Jahren Technologiefirmen und Initiativen rund um IT, Software und Neue Medien. Zu ihren Kunden gehören unter anderem Opel, Siemens, Premiere, BMG, deutsche Verlage, Versicherungen, Banken, Agenturen, Provider, Sender und Labels. Anfang 2000 begannen sie gemeinsam an verschiedenen interaktiven Streaming Lösungen zu arbeiten und konnten beim Aufbau des EnpY Transcriber-Services auf ihre umfangreichen Forschungserfahrungen zurückgreifen.

www.enpy.de

 


Foto: © Pop Paul-Catalin - Fotolia.com, Working Light LED Lichtsysteme GmbH, Foto: Agrar GmbH Crawinkel., Aimess GmbH

Hidden Champions: Erfolg durch Kooperation

Mittelständische Unternehmen sind das Urgestein der Wirtschaft und die Basis unseres Wohlstands. Tun wir – Politik, Forschung und Gesellschaft – genug für unsere „Hidden Champions“?

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Die Erfolgsgeschichten neuer Ideen und Produkte entstehen aktuell in den Bereichen Digitalisierung sowie Energie- und Ressourceneffizienz. Was Produkte leisten, wird heute wesentlich von digitaler Elektronik bestimmt, das betrifft Smartphones ebenso wie Autos oder Haushaltsgeräte. In der Produktion bieten digitale Technologien Chancen, die für Mittelständler besonders interessant sein können: Generative Fertigungsverfahren etwa – Stichwort: Bauteile aus dem Drucker – erlauben es, ohne große Produktionsanlagen innovative Produkte in beliebiger Stückzahl zu fertigen.

Der Industrial Data Space ist ein Konzept, das Fraunhofer mit Industriepartnern und Unterstützung der Bundesregierung umsetzen will. Ziel ist es, einen sicheren Datenraum für Unternehmen zu schaffen. Auf diesen kann unabhängig von der Unternehmensgröße und mit vielfältigen Nutzungsmodellen zugegriffen werden. Das brauchen gerade Mittelständler, damit sie nach individuellem Bedarf Daten aus diversen Quellen mehrerer Unternehmen verbinden und nutzen können. So können sie Smart Services für ihre Kunden entwickeln und ihre Wertschöpfungsprozesse und Liefernetzwerke effizienter und effektiver machen.

Auch der intelligente Umgang mit Energie wird immer wichtiger, das betrifft das Energiemanagement einzelner Produkte ebenso wie die Produktion selbst. Die Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz sind ein Alleinstellungsmerkmal von Fraunhofer. Energieautarke Sensoren machen Produkte sowie Fertigungsanlagen sicherer. Eine Fabrik, die ohne äußere Energiezufuhr auskommt, ist ein realistisches Ziel der Fraunhofer-Forschung.

Die Beschäftigten bei Fraunhofer kennen die Technologien ebenso wie die Märkte. Sie sind darauf spezialisiert, Produkte auf ihr innovatives Potenzial zu prüfen: Sind sie realisierbar? Was kostet es? Wie groß ist die Erfolgschance? Verbesserungen im Detail können ebenso angesteuert werden wie der große Wurf, etwa die Entwicklung eines ganz neuen Produkts. Fraunhofer ist frei darin, die Kooperation an die Wünsche der Auftraggeber anzupassen. Sie kann auf allen Stufen der Wertschöpfungskette ansetzen: Von Marktanalysen oder Innovationsberatungen über Lizenzierungen, spezifische Forschungs- und Entwicklungsarbeit bis hin zu Messungen, Labortests oder Schulungen.

Oft führen Kooperationen mehrerer Unternehmen oder Forschungspartner zu Erfolgen, die Einzelne nicht erreichen könnten.

Bei Fraunhofer kennt man die Ansprüche der Mittelständler: Zwei Drittel der Kunden kommen aus diesem Bereich. Oft führen Kooperationen mehrerer Unternehmen oder Forschungspartner zu Erfolgen, die Einzelne nicht erreichen könnten.

Ein neues Instrument hierfür ist das Konzept der Leistungszentren, beispielsweise in Freiburg zum Thema Nachhaltigkeit. An fünf Fraunhofer-Instituten wird mit Universitäten zu nachhaltigen Materialien, Energiesystemen und Resilience Engineering geforscht. Mittelständler erhalten persönlich und direkt vor Ort Zugang zu einem starken Netzwerk aus Spitzenwissenschaftlern und anwendungsnahen Ingenieuren. Mit diesen entwickeln die Unternehmen Lösungen zu individuellen Technologieproblemen.

Mittelständler sind entscheidungsstark. Nirgendwo sonst kann eine Partnerschaft von Forschung und Wirtschaft eine solche Dynamik entwickeln. Das ist auch der Grund, warum wir der Kooperation mit Unternehmen des Mittelstands besondere Bedeutung beimessen. Denn genau das ist unser Auftrag: Innovationen zu schaffen und möglichst effizient in die Wirtschaft zu tragen.

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Forschung und Entwicklung – wer hilft?

Digitalisierung bedeutet vor allem: F&E, Forschung und Entwicklung – traditionell einer der größten und riskantesten Posten einer Unternehmensbilanz. Ein Problem für manche innovative Mittelständler.

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Keiner weiß, ob sich F&E rechnet. Wo Konzerne über eigene Abteilungen, Personal und Gelder verfügen, sind kleine und mittlere Unternehmen auf Hilfe angewiesen. Nachdem sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Forschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka für eine moderne, digitalisierte deutsche Wirtschaft stark gemacht haben, steht die Frage nach Förderungen für den Mittelstand im Raum. Und in der Tat sollen Förderprojekte mit einem Volumen von 450 Millionen Euro den Mittelstand auf den Weg in die digitale Zukunft bringen.

Eine im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erstellte Studie des Fraunhofer Instituts stellt jedoch ernüchtert fest, dass ein Großteil der staatlichen Förderung sich auf das direkte Produktionsumfeld konzentriert – die „Smart Factory“. Die wirtschaftliche Realität vieler Mittelständler hingegen spielt sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette ab: Logistik, Zulieferung, Wartung, Distribution, Auftragsabwicklung etc.

Zudem ist der Zugang für KMU schwierig, es ist gleichsam „Hilfe zur Hilfe“ notwendig: Allein die Antragstellung erfordert Ressourcen und administratives Detailwissen. Die Studie fordert neben der reinen Förderberatung Unterstützung bei Konzeption, Anbahnung, Beantragung und Durchführung der Förderprojekte.

Es sind im Wesentlichen zwei Behörden, die Fördermaßnahmen initiieren und ausschreiben: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Mittelstand. bietet einen ersten Überblick über die Projekte.

Förderprogramme Industrie 4.0 und Digitalisierung

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Eine Art „Förderdachmarke“ des BMBF zur Steigerung des Innovationspotenzials kleiner und mittlerer Unternehmen in acht Technologiefeldern, u. a. Biotechnologie und Medizintechnik. Das Förderverfahren ist zweistufig. Projektskizzen können jederzeit eingereicht werden. Bewertungsstichtage sind der 15. Oktober und der 15. April des laufenden Jahres. Neu: Seit Juli 2015 läuft das Förderprogramm „KMU-innovativ: Produktionsforschung“. Mittelständler sollen bei industriellen Forschungs- und vorwettbewerblichen Entwicklungsvorhaben unterstützt werden.

Andere Teilbereiche von KMU-innovativ sind:

Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)

Gefördert werden wissenschaftlich-technische Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Mitgliedsvereinigungen der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e. V. (AiF).

Innovationskompetenz Ost (INNO-KOM-Ost)

Richtet sich an Industrieforschungseinrichtungen der Neuen Länder.

Unternehmen Region

Das BMBF möchte hier technologische, wissenschaftliche und wirtschaftliche Kompetenzen mit Innovationspotenzial zu regionalen Clustern zusammenfassen. Hochspezialisiertes Wissen aus unterschiedlichen Quellen soll so zusammengetragen werden. Bewerben können sich Nachwuchsforschergruppen, KMU und Forschungseinrichtungen, die innerhalb einer Region der Neuen Länder angesiedelt sind.

Informationen: www.foerderinfo.bund.de

Mittelstand-Digital

Der Förderschwerpunkt des BMWi möchte KMU aufgrund ihrer notorisch knappen Ressourcen bei der Bewältigung des digitalen Wandels helfen, da „das Internet und standardisierte eBusiness-Prozesse gerade kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) enorme Möglichkeiten bieten.“

Für das in Deutschland mehrheitlich produzierende mittelständische Gewerbe ist im Rahmen von „Mittelstand-Digital“ folgendes Förderprogramm interessant:

Mittelstand 4.0 – digitale Produktions- und Arbeitsprozesse

Seit Juni 2015 ist dieses Programm veröffentlicht und will Unternehmer motivieren, in den Bereichen Technik, Mitarbeiterschulung, Organisation (z. B. autonome Systeme) und Geschäftsmodelle die Digitalisierung voranzutreiben – vom reinen Produkt zur allumfassenden Dienstleistung um das Produkt.

www.mittelstand-digital.de

Förderprogramme für Innovation allgemein

ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand)

Sie sind ein Mittelständler, der Hilfe bei der Erforschung und Entwicklung von Innovationen sucht? Das ZIM des BMWi unterstützt KMU vor allem auch bei der marktwirksamen Umsetzung von Innovationen. Projektanträge können laufend eingereicht werden.

www.foerderinfo.bund.de

Förderdatenbank

Vor allem für Existenzgründer lohnt sich ein Blick in diese Datenbank des BMWi. Gefiltert nach Region, Antragsteller (etwa Existenzgründer, Unternehmen), Förderbereich (zum Beispiel Forschung und Innovation, Aus- und Weiterbildung) und Förderart (Zuschuss, Darlehen etc.) listet die Förderdatenbank technologiespezifische oder technologieoffene Förder- und Finanzierungsmaßnahmen auf.

www.förderdatenbank.de

Foto: © vchal - shutterstock.com

Wie Wirtschaft und Wissenschaft voneinander profitieren

Viele Hochschulen und Unternehmen arbeiten schon lange zusammen – Firmen stärken damit ihre Innovationskraft im Wettbewerb, Unis erhalten Impulse für anwendungsorientierte Forschung. Drei Beispiele von Mitgliedern des BVMW-Wirtschaftssenats zeigen die Win-win-Situation.

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Bei der BAE Batterien GmbH, einem mittelständischen in Berlin mit langer Tradition in der Herstellung industrieller Bleibatterien, wird Umweltschutz großgeschrieben. „Wir halten stets Anschluss an neueste und zeitgemäße Forschungstrends und Entwicklungen“, sagt Michael Schiemann, der technische Direktor, „und dabei setzen wir auch auf die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen.“ So kooperiere man zum Beispiel mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, der Technischen Universität Berlin und dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut.

Solche Forschungs- und Entwicklungskooperationen gehören längst zum Alltag in Unternehmen und wissenschaftlichen Instituten. Von der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft profitieren beide Seiten: Unternehmen stärken damit ihre Innovationsfähigkeit, um sich besser im Wettbewerb zu behaupten, und die Wissenschaft kann ihre Forschung anwendungsorientierter ausrichten und erhält wertvolle Anregungen für die weitere Forschung. Allein zwischen 1990 und 2000 haben sich die Ausgaben der Unternehmen für Forschungsprojekte an Hochschulen fast verdoppelt, im Jahr 2013 wendeten sie insgesamt fast 15 Milliarden Euro für externe Forschungsvorhaben auf. Dieses Wachstum wird vor allem von kleineren und mittleren Firmen getragen, die dafür auch auf diverse Fördertöpfe zugreifen können.

Partnerschaftlich zum Erfolg

Als die BAE Batterien GmbH die Entwicklung eines innovativen Zink-Sauerstoff-Akkumulators (ZiSAK) in Angriff nahm, war das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut von Anfang an dabei. „Die Zusammenarbeit ist sogar durch eine gemeinsame Idee entstanden“, sagt Michael Schiemann. Ziel des Projekts sei gewesen, aus der primären Zelle die wieder aufladbare sekundäre Zelle zu entwickeln für die Anwendung in der Elektromobilität. „Über gemeinsam definierte Arbeitspakete und durch enge Abstimmung haben wir unsere gemeinsamen Ziele immer wieder neu fokussiert“, so Schiemann, „bis unsere Partnerschaft zur prinzipiellen Bestätigung des Konzepts der Zink-Sauerstoff-Zelle und einem Pilotaufbau führte.“

Auch das Mainzer Traditionsunternehmen Werner & Mertz, mit Marken wie „Erdal“ und „Frosch“ ein führender Hersteller von Haushaltschemie, arbeitet immer wieder mit wissenschaftlichen Instituten zusammen – zum Beispiel mit der Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V. oder dem Fraunhofer Institut, der Zeppelin Universität in Landau oder dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Alles, was wir hier in unserem Unternehmen machen, ist durch den Nachhaltigkeitsgedanken geprägt“, sagt Dr. Edgar Endlein, Entwicklungsleiter bei Werner & Mertz, „der beruht darauf, ob und wie wir unsere Inhaltsstoffe in Kreisläufe führen können.“

Da lag es nahe, die Expertise von Prof. Dr. Michael Braungart einzuholen. Braungart, wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts und Geschäftsführer des Umweltforschungs- und Beratungsinstituts Epea, hat das Cradle to Cradle-Konzept entwickelt, das ein System für die Herstellung von Produkten und industriellen Prozessen definiert – es ermöglicht, Materialien als „Nährstoffe“ in geschlossenen Kreisläufen zu halten. „Wir haben dort viele unserer Rezepturen und Verpackungen bewerten und zertifizieren lassen und sind mit höchsten Standards bestätigt worden“, so Werner & Mertz-Entwicklungsleiter Endlein. Eine fruchtbare Zusammenarbeit, die man auch werblich nutzt.

„Chancen höher als Risiken“

Endlein rät Mittelständlern, die an Kooperationen mit der Wissenschaft interessiert sind, „Bedenken einfach mal über Bord zu werfen, auf die richtigen Leute zuzugehen und sich auf entsprechenden Plattformen zu bewegen“. Da solle man sich einfach überraschen lassen: „Die Chancen sind um ein Vielfaches höher als die Risiken.“

Auf externe wissenschaftliche Unterstützung bei Entwicklungen und Innovationen ist die weltweit agierende Flamm-Gruppe mit Sitz in Aachen nicht angewiesen. Das Unternehmen fertigt an sieben Standorten Produkte in den Bereichen Metallumformung, Montage und Zerspanung für die Automobil-, Hausgeräte, Elektronik- und Luftfahrtindustrie. „Das machen wir alles selbst“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Frieder Flamm. Dennoch arbeitet auch seine Firma mit der Technischen Hochschule oder der Fachhochschule in Aachen zusammen, wenn etwa Festigkeitsberechnungen benötigt werden. Und natürlich dürfen auch Studenten im Unternehmen praktische Erfahrungen sammeln, was mitunter zu längerfristigen Beschäftigungen führt: „Ich habe erst vor ein paar Wochen ein Gespräch mit einem Diplom-Ingenieur geführt, der zur Zeit promoviert – und im Rahmen seiner Doktorarbeit wird er bei uns ein Projekt machen.“

Zahlreiche Mittelständler kooperieren auch deshalb gern mit Universitäten, weil sie sich dort als attraktive Arbeitgeber präsentieren und geeigneten Nachwuchs akquirieren können. Sie bieten zum Beispiel Studenten Praktika an, betreuen Bachelor- oder Master-Arbeiten und gewinnen damit Fachkräfte, die den Betrieb bereits kennen und schätzen gelernt haben. Darauf baut auch Michael Schiemann von der BAE Batterien GmbH: „Weil die Werkstudenten und -praktikanten von heute schon morgen das Grundgerüst des Unternehmens sein können – als Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung.“.

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Die Bewährungsprobe unserer Generation

Das Schlagwort „Digitalisierung“ bewegt aktuell mehr denn je Unternehmertum, Presse und Politik. Die digitale Revolution steht jedoch erst am Beginn. Kein Unternehmen, keine Branche wird sich dem Sog entziehen können. Wer den Wandel nicht als Chance begreift, droht unterzugehen.

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Es gibt kein Büro mehr ohne Computer, keinen Geschäftsmann mehr ohne Handy, keine Kommunikation mehr ohne E-Mail. Selbst in den letzten Ecken unseres Landes ist das Fax inzwischen auf der roten Liste aussterbender Technik gelandet, die nur noch für Freunde des schnellen juristischen Briefwechsels am Leben erhalten wird. Dies alles war jedoch nur ein zaghafter Anfang. Digitalisierung kratzt nicht nur an der Oberfläche. Für die Einen ermöglicht sie die Optimierung und Weiterentwicklung des Geschäftsmodells, für die Anderen kann sie zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führen. Unsere Geschäftswelt verändert sich radikal – aber schleichend. Besonders der Mittelstand erweckt allzu häufig den Eindruck, sich in der trügerischen Sicherheit einer erfolgreichen Vergangenheit zu wiegen und dabei die Zukunft zu vernachlässigen.

Es gibt kein Patentrezept, das für alle Firmen und Branchen gilt. Das macht die Digitalisierung zur Bewährungsprobe unserer Generation, die nicht alle Unternehmen überstehen werden. Überleben werden diejenigen, die sich am besten anpassen. Anpassung kann in diesem Moment bedeuten, selbstkritisch die eigenen Strukturen, Prozesse und Schnittstellen auf den Prüfstand zu stellen. Lassen sie sich durch die Digitalisierung effizienter gestalten? Kann man in Zukunft den Großhandel auslassen und direkt über das Web beim Hersteller bestellen? Lassen sich Reportings automatisieren? Lohnt die Einführung eines Social Intranets als Ersatz für die E-Mail? Kann der Außendienst mit einer eigenen App leichter arbeiten?

Ein guter Ansatz ist die Fragestellung, wie Sie Ihr Geschäftsmodell heute mit dem Wissen um die digitalen Möglichkeiten aufbauen würden. Dies ermöglicht Ihnen die Bewertung der Risiken, aber vor allem die Identifizierung Ihrer Chancen. Schauen Sie sich an, wie Start-ups ganze Branchen disruptiv verändern. Droht auch Ihnen das Schicksal der Taxizentralen, die durch MyTaxi und Uber ersetzt wurden? Gibt es in Zukunft überhaupt noch Absatzchancen für Ihr Produkt? Ist Ihre Vertriebsstruktur noch sinnvoll? Wie betrifft Sie der Onlinehandel? Brauchen Sie in Zukunft noch Zwischenhändler oder sprechen Sie direkt mit Ihren Konsumenten?

Es besteht keine Veranlassung zu blindwütigem Aktionismus, aber Stillstand ist keine Option. Finden Sie die Geschwindigkeit, die Ihre Organisation aushält. Veränderungen sind manchmal schmerzhaft, aber im Fall der Digitalisierung unumgänglich.

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IT optimal: ein Gerät für alles?

Wachsender Kostendruck, Big Data und Personalnot stellen auch im Mittelstand neue Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Der Trend: mit Hyper-Konvergenz und intelligenter Vereinfachung mehr kostengünstige und bedarfsgerechte Komplettlösungen aus einer Hand.

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Big Data, also das Sammeln und gezielte Auswerten von Kundendaten, fordert seinen Tribut und verlangt nach immer mehr Rechen- und Speicherleistung. Schon 2013 haben etwa drei Viertel des Mittelstands weltweit das Thema Big Data in Angriff genommen.

„Total Cost of Ownership“ (TCO) und „Return on Investment“ (ROI) sind die entscheidenden Faktoren für die Erneuerung der IT-Systeme. Handelt es sich zudem noch um eine Komplettlösung, die eine auswuchernde IT-Landschaft konsolidiert und die Betriebskosten reduziert, werden Budgetverantwortliche schnell hellhörig. Denn der Fachkräftemangel im Mittelstand macht auch vor der IT-Abteilung nicht halt. Vor diesem Hintergrund bieten erste Hersteller unter dem Fachbegriff „Hyperkonvergenz“ Komplettsysteme an, die das Rechenzentrum massiv verschlanken und vereinheitlichen. Hyperkonvergenz bezeichnet eine System-Architektur, bei der die Software im Mittelpunkt steht. Sie integriert Computing-, Storage-, Netzwerk- und Virtualisierungs-Ressourcen sowie andere Technologien sehr eng miteinander. Zudem leistet ein einzelner Anbieter Support für das gesamte Produkt.

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OminiCube: Bis zu 12 Komponenten optimal aufeinander abgestimmt.

SimpliVity reduziert Komplexität klassischer IT-Infrastrukturen

Ein besonders innovatives Unternehmen in diesem Bereich ist das US-Startup SimpliVity (aktueller Marktwert etwa eine Milliarde US-Dollar), das 2013 mit „OmniCube“ eine hyperkonvergente Hard- und Software-Gesamtlösung präsentierte und diese mittlerweile auch erfolgreich im deutschen Mittelstand einführt. Zu den Referenzkunden gehört unter anderem der Zementhersteller KHD aus Köln mit 750 Mitarbeitern. Die OmniCube-Plattform bietet Enterprise Computing, Storage Services und Netzwerk-Funktionalität inklusive W-LAN-Optimierung in einer einheitlichen globalen Management-Umgebung. Dazu liefert sie eine Cloud-Integration, eine Deduplizierungs-Logik zur massiven Reduzierung von Speicherplatz und ein effizientes Caching. Bis zu zwölf klassische Rechenzentrums-Komponenten werden in einem einzigen Gerät vereint und mit spezieller Software optimal aufeinander abgestimmt. SimpliVity setzt dabei vollständig auf Virtualisierung (derzeit VMware-Umgebungen, in Zukunft auch KVM und andere), um dem ständig steigenden Bedarf an Cloud-Umgebungen Rechnung zu tragen. Durch den Zusammenschluss mehrerer Omni Cubes im 19-Zoll-Format ist das System voll skalierbar und kann jederzeit an das aktuelle Datenvolumen angepasst werden.

Unter dem Fachbegriff „Hyperkonvergenz“ bieten erste Hersteller Komplettsysteme an, die das Rechenzentrum massiv verschlanken und vereinheitlichen.

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Hyperkonvergenz-Lösungen vereinen zentrale Funktionen des Rechenzentrums in einem Gerät.

Attraktive Finanzierungsmodelle

Besonders interessant für den Mittelstand sind die vielfältigen Finanzierungsmodelle, mit denen das Unternehmen für eine budgetschonende IT-Schrumpfkur wirbt. So müssen, wenn eine ROI-Berechnung positive Zahlen für eine IT-Investition im Unternehmen signalisiert, aktuelle Engpässe im Budget oder verbleibende Restbuchwerte der existierenden IT nicht zu Verzögerungen der Modernisierung führen. Durch flexible Leasingfinanzierungen ermöglichen die Finanzexperten bei SimpliVity, eine Finanzierung der Restbuchwerte oder Restleasingzahlungen in die Gesamtkalkulation zu integrieren und so das Eigenkapital zu schonen. Damit trifft der Anbieter einen Nerv im Mittelstand, denn laut einer Commerzbank-Studie aus dem vergangenen Jahr zu Investitionsstrategien im Mittelstand sehen die meisten Unternehmen zwar bei globalen wirtschaftlichen Megatrends keinen Anlass für Investitionen, die zunehmende Digitalisierung wird jedoch von 41 Prozent der Unternehmen als positiv für die Geschäftspotenziale bewertet.

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Heute top, morgen tot?

Die digitale Transformation verändert Märkte, Geschäftsmodelle und Unternehmensorganisationen. Das hat noch nicht jedes Unternehmen bemerkt. Dabei ist es höchste Zeit zu handeln.

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Wer sich heute nicht um die Digitalisierung seines Unternehmens kümmert, wird morgen keines mehr haben. Die digitale Revolution ist in vollem Gange: Amazon stellt den Einzelhandel auf den Kopf, Airbnb verändert den Hotelmarkt und Uber wird aus dem Nichts zum globalen Transportanbieter. Überall auf der Welt werden jahrzehntealte Branchen von der Digitalisierung überrollt.

Ein Viertel sieht Digitalisierung als nicht relevant

Trotzdem gibt es gerade im Land der Exportweltmeister eine erkennbare Gemütlichkeit. Laut aktuellem Mittelstandspanel, das die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers mit einem Partner veröffentlichte, verfügt nur jedes fünfte der insgesamt 914 befragten deutschen Unternehmen über einen digitalisierten Produktionsbereich. Rund ein Viertel stuft die Digitalisierung für sich als nicht relevant ein. Bei vielen Unternehmern sind die Möglichkeiten und Chancen noch nicht angekommen. Dabei sind diese vielfältig.

Nehmen wir beispielsweise Coca-Cola. Der Getränkeriese konnte durch die Digitalisierung seiner Werbemittellogistik in Deutschland nicht nur Geld sparen. Vor allem konnte die eigene Außendienstmannschaft von zeitintensiven Standardtätigkeiten entlastet werden. Den Vertriebsmitarbeitern bleibt nun mehr Zeit für das Wesentliche: für die Betreuung und Akquise ihrer Kunden.

Auch aus dem Mittelstand lassen sich solche Erfolgsgeschichten erzählen. Die Brüder Gosmann aus Bottrop sind spezialisiert auf Stegplatten, also auf Überdachungen für Terrassen. Ein Nischensegment, das die Geschäftsmänner heute nicht mehr nur aus dem Lager vor Ort, sondern auch via Onlineshop bedienen. Die E-Commerce-Plattform verfügt über einen komplexen Konfigurator und automatisierte Prozesse, sodass der Kunde sein individuelles Stegplattenset ganz bequem zu Hause am Schreibtisch zusammenstellen kann. Eine Innovation, die den Brüdern Gosmann ein enormes Umsatzwachstum brachte.

Ein Grundproblem liegt darin, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht hinreichend bekannt sind.

Keine Vorstellung davon, was möglich ist

Ein Grundproblem liegt darin, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht hinreichend bekannt sind. Die digitale Transformation ist ein sich rapide entwickelnder Markt mit hoher Komplexität. Für ein Digitalisierungsprojekt muss man die eigenen Prozesse kennen, analysieren, Optimierungspotenziale erkennen, technische Konzepte entwickeln und einen Partner für die Umsetzung gewinnen. Zugegeben: Auch hier ist der erste Schritt meistens der schwierigste. Deshalb ist es wichtig, dass man sich Beratung von außen holt. Denn unbeteiligte Dritte bringen wichtige Kompetenzen und einen ungetrübten Blick mit.

Hier einige Beispiele, welche Unternehmensbereiche sich digitalisieren lassen:

  1. Planungsthemen
  2. Steuerungsthemen
  3. Anbindung von Zulieferern
  4. Echtzeitauswertung aller Unternehmensdaten
  5. Verwaltungsprozesse

In der Digitalisierung steckt ein enormes Optimierungspotenzial für jedes Unternehmen. Auf der ganzen Welt ist das ein Thema. Doch in Deutschland vermisst man diese Aufbruchstimmung. Mag sein, dass die gute wirtschaftliche Lage die Ressourcen bindet. Ohne Druck fällt es schwer, die notwendigen Änderungen in Angriff zu nehmen. Wer aber zu spät mit der Digitalisierung beginnt, schafft es nicht mehr, sein Unternehmen den neuen Realitäten anzupassen. Wer weiß schon, wie viel Zeit noch bleibt, bis in seiner Branche ein Regelbrecher auftaucht?

Die Digitalisierung bietet aber auch Antworten auf Probleme, mit denen Unternehmen in Deutschland ohnehin zu kämpfen haben. Fachkräftemangel und demografischer Wandel zählen zu den größten Herausforderungen. Doch wenn IT die Menschen entlastet, kann das Personal deutlich effizienter eingesetzt werden.

Die größten Zukunftschancen liegen deshalb bei jenen Unternehmen, die die Zeit nutzen und sich schon heute ernsthaft mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen.

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Fachkräfte im Ruhestand

Gerade in forschungs- und entwicklungsintensiven Branchen ist die Suche nach hervorragend ausgebildetem und erfahrenem Personal besonders schwierig. Zudem ist die Erhaltung des Know-hows, insbesondere für mittelständische Unternehmen, überlebensnotwendig.

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Der aktive Ruheständler verantwortet Projekte und gibt sein Expertenwissen an junge Kollegen weiter.

Ein Lösungsansatz ist die Beschäftigung von Senior-Experten. Wenn langjährige Mitarbeiter in Schlüsselpositionen verabschiedet werden, verlieren Arbeitgeber oftmals schlagartig deren wertvollen Erfahrungsschatz. Doch 75 Prozent aller hochqualifizierten Ruheständler äußern in Umfragen Interesse an Arbeit auf Projektbasis. Die mentale und physische Fitness der heute 50- bis 70-Jährigen macht dies möglich. Doch wie finden Unternehmen einen Senior-Fachmann, und wie erhalten aktive Ruheständler eine Beschäftigung, die perfekt zum eigenen Werdegang passt? Zur Vermittlung zwischen beiden Seiten hat sich in Europa der Dienstleister Experconnect erfolgreich etabliert.

Zurzeit haben die Vermittler über 4.000 Senior-Experten in einer ständig wachsenden Datenbank. Auf der Unternehmensseite zählen neben vielen Mittelständlern auch Branchengrößen wie Alstom, Areva und Atlas Elektronik zu den Kunden, als Outplacement-Partner auch die Deutsche Telekom. Die Firma vermittelt nicht nur zwischen Unternehmen und Fach- und Führungskräften, sondern löst auch alle rechtlichen und administrativen Herausforderungen, wie zum Beispiel Scheinselbstständigkeit, die durch eine Mitarbeit von Experten im Ruhestand entstehen.

Von diesem innovativen Ansatz profitieren alle Parteien. Der aktive Ruheständler verantwortet Projekte und gibt sein Expertenwissen an junge Kollegen weiter. Dieser wichtige Know-how Transfer beschert ihm – neben einer Vergütung – Anerkennung für seine Lebensleistung und sichert Kontinuität. Das Unternehmen erhält somit eine bedarfsorientierte Expertise, ohne ein offizielles Angestelltenverhältnis begründen zu müssen.

Der gezielte Einsatz von hochqualifizierten Senior-Experten mit fundierter Erfahrung und Fachkenntnis ist schließlich auch eine Lösung für die Herausforderungen des demografischen Wandels. Aktive Ruheständler sind eine Ressource mit erheblichem Mehrwert. Deutschland schrumpft und wird älter, doch mit der richtigen Strategie ist der Führungs- und Fachkräftemangel für innovative Unternehmen kein Thema.

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Erfolg heißt sich ändern – Erneuerungen im Mittelstand

Innovationsstrategien zielen immer auf Veränderungen ab. Den damit verbundenen Ängsten und Widerständen einzelner Mitarbeiter lässt sich mit einer durchdachten Innovationskultur begegnen. So kann man die Lust auf Wandel wecken.

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Die Gründe, warum es vor allem in mittelständischen Unternehmen auf dem Weg zur nächsten Innovation oft stockt, sind vielfältig. Die häufigsten und massivsten Stolpersteine sind Widerstände von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen.

Aber wie entstehen innere Widerstände? Warum blockieren Mitarbeiter einen Prozess, der das Unternehmen – und sie selbst – nach vorn bringen soll? In erster Linie durch nichts Geringeres als Angst. Denn Menschen fühlen sich in ihrer persönlichen Komfortzone wohl, und jede Veränderung bringt diese Position potenziell in Gefahr. Doch für den mit Innovation untrennbar verbundenen Wandel sind engagierte Mitarbeiter unerlässlich. Sie sind die Kämpfer für das Neue und halten auch – bis zu einem gewissen Maß – Kritik von außen aus. Wenn eingebrachte Ideen keinerlei Würdigung erfahren und wenig honoriert werden, verlieren aber auch diese Mitarbeiter schnell die Lust, sich und das Unternehmen voranzubringen. Und sogar Inhaber und das Top-Management können sich widersetzen, wenn sie Risiken fürchten oder Chancen nicht sehen.

Wozu Innovationskultur?

Innovationsprozesse, die auf reibungslose Teamarbeit, gut funktionierende Kommunikation und Motivation der Mitarbeiter angewiesen sind, haben gegen interne Widerstände keine Chance. Um effiziente Innovationsprozesse etablieren zu können, bedarf es einer gesunden Basis, nämlich einer offenen Führungs- und einer gelebten Innovationskultur. Denn neue und erfolgreiche Konzepte, Modelle oder Produkte entstehen nicht zufällig, sondern sind das Ergebnis eines Prozesses, der von Menschen bestimmt wird, die den Wandel als Chance sehen. Dafür brauchen die Menschen Freiräume und ein Regelwerk, das Querdenken und Experimente fördert. Dazu gehört auch die oft beschworene Fehlerkultur als ein wichtiger Bestandteil einer Innovationskultur. Denn Innovationen sind immer mit Risiken verbunden. Und um Dinge wirklich zu bewegen, müssen Fehler (= Versuche) nicht nur erlaubt, sondern als Teil des Entwicklungsprozesses gefordert und akzeptiert werden. So wird aus einem starren Unternehmen eine lebendige und lernende Organisation, deren Hauptbestandteil in kontinuierlichen Verbesserungsprozessen besteht.

Nährboden für Innovation

Innovationskultur ist eine spezielle Art der Organisationskultur. Sie ist für ein Unternehmen der Nährboden, auf dem Innovationen sprießen können. Sie muss bereichsübergreifend etabliert werden und funktionieren und das ganze Unternehmen durchdringen. Innovation muss als elementarer und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Unternehmenskultur verstanden werden.

Ziele und Eigenschaften von Innovationskultur:

  • nachhaltige und funktionierende Neuerungsprozesse
  • kreatives Arbeitsklima
  • effizientes Teamwork / Wissenstransfer
  • Etablierung einer effizienten Innovationsstrategie
  • systematisches Problemlösen
  • Experimentieren mit neuen Methoden
  • Lernen von eigenen, vergangenen Projekten
  • Lernen vom Erfolg anderer (Best Practice)

Für den mit Innovation untrennbar verbundenen Wandel sind engagierte Mitarbeiter unerlässlich.

Der Weg zur Innovationskultur

Die Einführung einer eigenen Innovationskultur setzt im ersten Schritt volle Überzeugung und Willen innerhalb der Unternehmensleitung voraus. Die Geschäftsführungsebene muss beschließen, dass eine Innovationsstrategie im Unternehmen verankert werden soll und sich bereit erklären, langfristig dahinter zu stehen. Mit dem zweiten Schritt gilt es, den inneren Widerständen gegen den Wandel mit dem Etablieren der Innovationskultur entgegenzuwirken. Dafür verlangen die hierfür notwendigen Struktur- und Prozessänderungen, wie beispielsweise ein hoher Vertrauensvorschuss für jeden Mitarbeiter und ein offensiver Umgang mit Fehlern, die volle Überzeugung und Tatkraft der Entscheider, die sich beharrlich, aber einfühlsam nicht vom Ziel abbringen lassen.

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Mehr Mut zur Offenheit

Altbekannte Strategie von Politik und Wirtschaft: Sie investieren in Forschung und Entwicklung und fördern Kooperationen mit den Hochschulen. Doch diese Strategie greift zu kurz.

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Innovative Unternehmen brauchen auch eine neue Innovationskultur: eine Kultur des Miteinanders, der Offenheit und des Mutes. Sie räumt Fehlern Raum und Zeit ein, umgeht Interessenskonflikte, ist an tatsächlichen Bedürfnissen orientiert – und sie beginnt in den Köpfen und Herzen der Menschen. Ein Dienstleister hatte etwa einen Innovationsprozess eingeführt, um aus innovativen Ideen der Belegschaft neue Angebote und Produkte zu entwickeln. Nach einem Jahr waren nicht einmal eine handvoll Ideen eingegangen. Warum?

Innovation braucht Raum und Zeit

Das Ziel neuer Ideen stand im Konflikt mit der Produktivität. Im Alltag haben aktuelle Projekte Vorrang, denn die negativen Auswirkungen von Versäumnissen sind meist unmittelbar spürbar, im Gegensatz zu den Konsequenzen aus verpassten Innovationsanstrengungen.

Tipp:
Regelmäßige Ideen-Jour-fixes außerhalb der Geschäftsräume. Perspektivwechsel bringen neuen Input.

Team versus Einzelkämpfer

Ein Unternehmen hatte im Rahmen seines Ideenmanagements Prämien für das Einbringen von Ideen ausgelobt, auch schon vor dem finanziellen Erfolg. Doch selbst dieser Anreiz half wenig, denn die Zielvereinbarungen der Abteilungen standen in Konflikt mit den Prämien. Mit Ideen beschäftigte Mitarbeiter arbeiteten weniger in ihren Teams. Die Kollegen schätzten daher weder die neue Ideen noch unterstützten sie diese.

Tipp:
Wenn Ideenprämien, dann fürs ganze Team, damit Mitarbeiter, die nicht so viele Ideen entwickeln, mit den kreativen an einem Strang ziehen.

Scheitere oft und schnell

Perfektion ist eine geschätzte Tugend des deutschen Mittelstandes. Wer nachhaltige Innovation etablieren will, sollte jedoch umschalten. Innovation kommt in der Regel nicht ohne Fehler aus. In einem Unternehmen, das Fehler verteufelt, werden neue Ideen gar nicht erst auf den Tisch kommen, nur, weil sie noch nicht perfekt sind.

Tipp:
Ein geschützter Raum, in dem Fehler erwünscht sind, und Belohnungen für Mitarbeiter mit Mut zu Fehlern.

Kundenorientierung

Unternehmen versuchen oft erfolglos, mit riesigem Aufwand neue Produkte in den Markt zu drücken. Moderne Innovationsmodelle stellen Kundenentwicklung vor Lösungsentwicklung, um Bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen. Erst darauf aufbauend entwickeln sie neue Lösungen.

Tipp:
Die besten Kunden zu regelmäßigen Innovationsevents einladen: Das ist Wertschätzung für die Kunden und liefert direktes Feedback für neue Angebote, die der Markt wirklich braucht.

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Haftnotiz aus der Online-Druckerei

Was macht eine gute Online-Druckerei heute aus? Was gehört zum Basis-Angebot, und wo machen Innovationen den Unterschied? Längst gehen die Anforderungen über das reine Produktportfolio hinaus, und Themen wie Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung.

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Überprüfung mit dem Fadenzähler.

15.000 Druckbögen pro Stunde! Diese beeindruckende Zahl steht bereits für sich als Innovation, denn sie zeigt, was Online-Druck heute leisten kann. Ermöglicht werden solche Produktionsvolumen durch Druckmaschinen wie die Heidelberg Speedmaster XL 162, die zu den leistungsfähigsten und modernsten ihrer Art zählt. Ein entsprechend ausgestatteter Maschinenpark bildet eine starke Basis für hochwertige Produktqualität und garantiert zudem kurze Lieferzeiten für den Kunden. Ein zusätzliches Gütesiegel für ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau können Online-Druckereien für sich beanspruchen, deren Produktion nach dem Prozessstandard Offsetdruck (PSO) zertifiziert ist.

Wenn es um Produktionsstandards geht, rückt auch das Thema Nachhaltigkeit immer stärker in den Vordergrund. Umweltbewusstes Wirtschaften zieht sich längst durch alle Unternehmensgrößen und steht auch beim Mittelstand hoch im Kurs. Für Online-Druckereien heißt das, die gesamte Produktionskette möglichst klimafreundlich zu gestalten – angefangen von ressourcenschonenden Materialien, über die emissionsarme Herstellung bis hin zum klimaneutralen Versand der fertigen Produkte. Auch die Beteiligung an Klimaschutzprojekten oder Zertifizierungen wie durch den Forest Stewardship Council (FSC) sollten bei der Auswahl eines Online-Druckpartners berücksichtigt werden.

Natürlich kann bereits die Auswahl des passenden Produkts unter klimaschonenden Gesichtspunkten gefällt werden. So ist die Entscheidung, Geschäftsdrucksachen auf Recyclingpapier zu drucken, ein klares Statement für den Umweltschutz. Eine Online-Druckerei, die neben einem breit aufgestellten Produkt-Portfolio auch Recycling- und Naturpapier anbietet, hat hier gute Karten.

Selbstverständlich ist und bleibt die Sortimentstiefe eines der Hauptkriterien für die Auswahl des Druckpartners. Dabei ist für kleine und mittelständische Unternehmen nicht nur der Bereich Geschäftsdrucksachen von Interesse. Auch für den Werbemitteleinkauf wird Online-Druck durch den einfachen Zugang und die fairen Preise immer attraktiver. Punkten können hier Anbieter, die ihr Angebot kontinuierlich mit innovativen Produkten ausbauen und Trends wie Aufkleber oder individuelle Haftnotizen frühzeitig erkennen und aufgreifen. Wer zusätzlich Leistungen wie kostenfreien Kundenservice, Beratung vor Ort oder praktische Tools wie Druckvorlagen bietet, ist im Mittelstand und darüber hinaus ein verlässlicher Partner für Drucksachen aller Art.

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Fotos: CEWE-PRINT.de

Keimzellen des schöpferischen Mittelstands

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Innovations-, Technologie- und Gründerzentren gibt es in Deutschland seit über 30 Jahren. Ein Erfolgsmodell, das sich über die vielen Jahre nicht nur bewährt, sondern auch weiterentwickelt hat.

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Die Zentren von heute sind vor allem Partner und Unterstützer innovativer Start-ups und technologieorientierter Unternehmen. Insbesondere bei der Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in neue Produkte und fortschrittliche Herstellungsverfahren und daraus entstehender Unternehmensgründungen spielen die Innovationszentren eine wichtige Rolle. Die Zentren vereinen Forschende, Entwickler, Gründer und Produzenten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unter einem Dach. Sie fördern den Wissenstransfer und die Netzwerkbildung, geben Unterstützung bei der Unternehmensgründung und begleiten das Wachsen junger innovativer Unternehmen. Wo fachspezifische Unterstützung nicht vom Zentrum selbst angeboten werden kann, stehen Partner in Wirtschaft, Wissenschaft und regionaler Wirtschaftsförderung zur Verfügung. Innovationszentren sind damit selbst Bestandteil regionaler Netzwerke der Wirtschaftsstrukturentwicklung. Die Zentren erwirtschaften die erforderlichen Mittel für den Betrieb mit den ihnen anvertrauten Immobilien in der Regel selbst und sind damit effiziente Wirtschaftsförderinstrumente.

Dabei sind die Innovationszentren heute wichtiger denn je: Mehr innovationsbasierte Unternehmensgründungen sind Garant und Basis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands. Sie sind eine wesentliche Triebfeder für Innovationen und für die wirtschaftliche Nutzung von neuen Entwicklungen, Methoden und Verfahren. Nur mit Innovationen sind die globalen Herausforderungen, wie Klimawandel, Sicherung der Energieversorgung, der Ernährung, Mobilität bis hin zur Kommunikation zu meistern. Diese Tätigkeitsfelder zeigen, wie groß die Chancen für Innovatoren mit guten Ideen sind, erfolgreiche Unternehmer zu werden. Diesen Prozess zu unterstützen, ist die wichtigste Funktion der Innovationszentren. Viele mittelständische Unternehmen wurden in einem der Zentren gegründet. Sie sind dank der ausgezeichneten Rahmenbedingungen und Unterstützung gewachsen und heute sehr erfolgreich.

Gegenwärtig existieren in Deutschland über 300 Technologie-, Innovations- und Gründerzentren, die Gründern und jungen Unternehmen Unterstützung bieten. In diesen Zentren sind aktuell etwa 11.400 kleine und mittelständische Unternehmen mit über 79.000 Arbeitsplätzen angesiedelt. In der Summe wurden durch die deutschen Zentren bis heute über 270.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Innovationszentren in Deutschland werden auch zukünftig ihren Beitrag zu Wertschöpfung, Beschäftigung und Stärkung der Innovationskraft von Unternehmen und Mittelstand in Deutschland leisten und sich neuen Herausforderungen stellen.

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Projektförderung im Rückgang

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Unternehmen der Biotechnologie entwickeln lebenswichtige Arzneien und innovative Technologien, die helfen, die Umwelt zu schützen und Energie zu sparen. Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sind für den Erfolg dieser Unternehmen entscheidend. Dazu gehört auch die Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE). Die Verfügbarkeit von privatem Eigenkapital (Venture Capital) in Deutschland ist aber begrenzt. Daher ist die öffentliche Förderung von FuE umso wichtiger. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei DIE LINKE geht hervor, dass die Mittel für „KMU – innovativ Biotechnologie – BioChance“, einem wichtigen öffentlichen Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen der Biotechnologie, seit 2012 um 18 Prozent zurückgegangen sind. Zahlen aus dem Bundesforschungsministerium zeigen, dass öffentliche Fördermittel in diesem Bereich 2014 allgemein um 10 Prozent niedriger waren als 2013. Laut Angaben des Bundesfinanzministeriums sanken die öffentlichen Ausgaben für Projektförderung in den Lebenswissenschaften seit 2012 um 8,5 Prozent. Mit 496 Millionen Euro im Jahr 2014 lagen die Mittel sogar unter dem Wert für 2010. Die öffentliche Forschungsförderung ist eine wesentliche Säule der Finanzierung für Biotechnologie-Unternehmen, vor allem in der Gründungsphase. Daher betrachtet BIO Deutschland, der Branchenverband der Biotechnologie, die negative Entwicklung bei der öffentlichen Projektförderung mit Sorge und fordert eine Umkehrung dieses Trends.

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BIO Deutschland e. V.
www.biodeutschland.org

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Know-how-Transfer im Mittelstand

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Der Verband Innovativer Unternehmen (VIU) führt seit 1992 den innovationsorientierten Mittelstand gezielt mit der institutionellen Industrieforschung zusammen. Mit einer eigenen Akademie, Veranstaltungen und Publikationen unterstützt er unmittelbar den Transfer anwendungsbereiter, neuer Erkenntnisse aus externen Forschungseinrichtungen in die betriebliche Praxis. Die in bislang zehn Bundesländern aktive Organisation beschleunigt so den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Unternehmern. Auf diese Weise entstehen wettbewerbsfähige neue Produkte, Verfahren und industrienahe Dienstleistungen – und damit vielfältige Marktchancen.

Politisch vernetzt, engagiert sich der Verband seit Jahren als gefragter Partner gegenüber Parlamentariern, Bundestagsausschüssen und Ministerien für eine mittelstandsfreundliche Ausgestaltung der Forschungsförderung des Bundes, wie zum Beispiel das kürzlich erneuerte, praxis- und bedürfnisnahe Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand ZIM. Andere Dauerthemen sind ein vereinfachter und verbesserter Zugang zu Finanzierungsinstrumenten sowie die Erschließung betrieblicher Material- und Effizienzreserven. Explizit wendet sich der Verband gegen Überlegungen, eine steuerliche Forschungsförderung auf Kosten der über Jahrzehnte bewährten, besonders mittelstandskonformen Projektförderung einzuführen.

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Verband Innovativer Unternehmen e. V.
www.viunet.de

Für den Notfall gewappnet

In vielen mittelständischen Unternehmen konzentrieren sich betriebsnotwendige Informationen auf die alleinigen Inhaber. Fallen diese durch Krankheit oder Unfall aus, stehen die betroffenen Unternehmen unvorbereitet vor dem Stillstand. Ein Notfallplan kann die Rettung bedeuten.

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Ob Zugangsdaten zur EDV fehlen oder Zweitschlüssel zu verschlossenen Räumlichkeiten, ob Informationen zu Projekten nicht bekannt sind, Fristen unbemerkt ablaufen oder wichtige Verträge nicht zur Verfügung stehen: Der Ausfall einer Führungsperson kann die Geschäfte eines Unternehmens zum Erliegen bringen.

Geschäftsführern und Unternehmensinhabern wird deshalb empfohlen, einen Notfallplan zu erstellen, der einem Stellvertreter, Nachfolger oder Angehörigen helfen soll, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

Da der Notfallplan betriebsinterne und teils sehr vertrauliche Informationen und Unterlagen enthält, ist sicherzustellen, dass er nicht in falsche Hände gerät und dadurch dem Unternehmen schadet, bevor er von Nutzen sein kann.

Der Notfallplan sollte enthalten

  • eine Benachrichtigungsliste mit einer vollständigen Auflistung aller Personen und Institutionen, die über den Ausfall der Führungskraft informiert werden müssen.
  • persönliche Unterlagen neben den rein geschäftlichen Unterlagen. Dies empfiehlt sich besonders bei mittelständischen Unternehmen, bei denen der geschäftliche und private Bereich eng verzahnt sind.
  • Unternehmensdokumente, wie beispielsweise Gründungsdokumente, aktuelle Verträge und Protokolle. Sofern dem Notfallplan Kopien beigefügt sind, sollte der Aufbewahrungsort der Originaldokumente angegeben werden.
  • Finanzdokumente: So erhält der Stellvertreter einen schnellen Zugriff auf Dokumente, die in der Regel auch von Steuerberatern und Firmenkundenberatern aufbewahrt werden.
  • Vertragsdokumente sind alle betrieblichen Verträge, die im Streitfall von großer Bedeutung sind.
  • Dokumente zur Unternehmensorganisation und -struktur: Mit Angaben zum Aufbau des Unternehmens kann sich der Stellvertreter jederzeit einen Überblick verschaffen und versteht, wie der Betrieb funktioniert.
  • Zugangsinformationen zu EDV-Systemen . Mitunter kann es ohne Login-Kennungen und Passworte zum Stillstand im Unternehmen kommen. Dieser Teil im Notfallplan sollte eine vollständige und aktuelle Auflistung aller relevanten Zugangsinformationen enthalten.
  • Versicherungsdokumente zur Abwicklung eines Schadensereignisses. Eine vollständige Auflistung aller betrieblichen und privaten Versicherungen ist erforderlich.
  • Geschäftspartnerlisten liefern Kontaktinformationen über Kunden, Lieferanten, Geschäftsfreunde und -partner, über betriebliche Netzwerke und sonstige Personen und Institutionen.
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Foto oben: © Oleg Kozlov - shutterstock.com, Foto unten: Heim und Partner

Kleine Helfer

Business Innovation Sensor: Neues Strategietool beschleunigt Erfolg und Innovationen

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Sie können entwickeln, produzieren und arbeiten, so viel Sie wollen. Solange Sie nicht über das optimale Geschäftsmodell verfügen, werden Sie und Ihre Mitarbeiter viel Energie verschwenden und trotzdem nicht so erfolgreich sein, wie Sie es könnten. Extrem erfolgreiche Unternehmen wie Hansgrohe, Sennheiser oder Hilti entscheiden sich nicht nur dafür, in welchem Geschäftsfeld sie spielen wollen, sondern überlegen auch, wie sie gewinnen wer-den: mit kundenzentrierten Innovationen und dem dazu passenden strategischen Businessmodell. Wann haben Sie zuletzt Ihr Geschäftsmodell systematisch unter die Lupe genommen und all Ihre Möglichkeiten hinsichtlich der Erfolgsparameter, wie z. B. Marktstrategie, Skalierbarkeit und Vertrieb, optimiert?

Der Business Innovation Sensor ist ein neues Strategietool für Unternehmer und Produktentwickler, mit dem Sie ein optimales Businessmodell entwickeln können. Er fordert gewohntes Denken heraus, hilft neue Zusammenhänge zu erkennen und gibt gleichzeitig einen Überblick über alle kritischen Erfolgsfaktoren. Haptik und Visualisierung machen den Prozess greifbar und leicht verständlich. Er lässt sich allein oder im Team einsetzen. Im ersten Schritt werden insgesamt 18 kritische Erfolgsfaktoren (z. B. Klarheit der Kundendefinition, vom Kunden empfundener Engpass, Kundenerreichbarkeit, Wettbewerb, Skalierbarkeit usw.) in fünf überlebenswichtigen Bereichen (Kunde, Markt, Produkt, Verkaufbarkeit, Erfolgsaussichten) betrachtet und eingeschätzt.

Im zweiten Schritt betrachtet man das Gesamtbild aller Faktoren und erkennt schnell, welche Wechselwirkungen sich zwischen den einzelnen Faktoren ergeben, und welche zuerst gelöst werden sollten.

Der Business Innovation Sensor Helfer ist erhältlich ab 99 Euro und kommt mit einer reißfesten, Softtouch-beschichteten Oberfläche im Format 118 x 29 cm, Din A3 Sensorfläche, ausführlichem Handbuch mit 101 Denkimpulsen sowie umfangreichem Zubehör und vielen praktischen Beispielen.

www.innovationsensor.com


Kreativ-App: trigger me

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Ein Praxistool für all jene, die täglich nach frischen Ideen suchen: Einfach anwendbare Kreativmethoden geben Impulse, machen Lust auf neue Iden. Inspiriert von seinem internationalen Bestseller „Kribbeln im Kopf“ hat Kreativcoach Mario Pricken die App für das iPad entwickelt und drei seiner Lieblingsmethoden so aufbereitet, dass sie spielerisch zu neuen Lösungen anregen. Dazu gibt es 50 Minuten Videomaterial.

www.appstore.com/triggerme

Buchtipps

Silicon Valley
Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zu kommt

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Faszinierend und zum Fürchten zugleich. Wer ins Silicon Valley kommt, fühlt sich manisch-depressiv. Manisch, weil der Ort buchstäblich vibriert vor Erfolg, Erfindergeist, Enthusiasmus und fiebriger Schnelligkeit. Depressiv, weil sofort klar ist, dass Europa schon bald alt aussehen könnte.

Der Berliner Journalist und Wirtschaftswissenschaftler Christoph Keese war 2013 ein halbes Jahr lang Visiting Fellow im Silicon Valley. Er traf Erfinder, Gründer, Wagniskapitalgeber und Professoren in Stanford und Berkeley – auf der Suche nach Erfolgsmustern und Treibern der boomenden Internetwirtschaft.

Wie funktioniert dieses „Einfach tun, was sonst keiner wagt“? Warum fällt traditionellen deutschen Firmen die disruptive Innovation und die Digitalisierung so schwer? Wird Google zu mächtig? Was ist der Netzwerkeffekt? Schafft das Internet wirklich Geld, Banken, Einzelhandel, Zeitungen, Bücher und Verkehrsampeln ab? Was muss Deutschland unternehmen, um den Anschluss nicht zu verpassen? In seinem Buch zeigt Keese, wie sich auf ein paar Quadratkilometern in Kalifornien Globalisierung, Digitalisierung und Hochgeschwindigkeitswirtschaft zu einer neuen Hyperökonomie verbinden. Christoph Keese wollte den technischen Fortschritt und seine Folgen für die Wirtschaft verstehen. Er entdeckte das Epizentrum einer kulturellen Revolution.

Aus erster Hand berichtet Christoph Keese von den Gründern im Silicon Valley, schildert ihre Philosophie und Erfolgsmuster und diskutiert die Folgen für unsere Wirtschaft, Gesellschaft und jeden Einzelnen.

Christoph Keese
Silicon Valley
Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zu kommt
Albrecht Knaus Verlag
320 Seiten
19,99 €

 


Durch die Decke denken
Design Thinking in der Praxis

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Design Thinker spüren Bedürfnisse auf, die der Markt noch nicht bedient. Sie schaffen Produkte, die Kunden fesseln. Sie verändern die Zusammenarbeit in Organisationen grundlegend. Sie lösen Probleme systematisch, kollektiv und effizient. Der Managementberater Dr. Jürgen Erbeldinger und der brand eins-Journalist Thomas Ramge belegen mit vielen Beispielen, wie Design Thinking Unternehmen vorangebracht hat. Sie beschreiben, wie Entscheider dies ausprobieren und verankern können. Eine Tool-Box zeigt die konkreten Anwendungen für die Optimierung von Unternehmensabläufen, Produktentwicklung, Customer Journeys, die Verbesserung von Wertschöpfung, das Erkennen von Dogmen in Märkten und die Suche nach Sinn und Bedeutung für die eigene Organisation.

Dr. Jürgen Erbeldinger, Thomas Ramge
Durch die Decke denken
Design Thinking in der Praxis
Redline Verlag
224 Seiten
24,99 €

 


Zündstoff
150 Strategien für Erfolg in chaotischen Zeiten

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Wussten Sie, dass Hewlett-Packard, Disney, Apple, MTV, Microsoft, CNN und Burger King in Zeiten von Rezessionen gegründet wurden? Perioden der Unsicherheit und des Wandels waren schon immer ein perfekter Nährboden für neue Möglichkeiten, da in diesen Zeiten die Karten neu gemischt werden. Wer Erfolg haben will, muss daher lernen, den Schwerpunkt weniger auf Struktur und Stabilität, sondern auf rasche Adaption zu legen. Die Fähigkeit, Informationen zu filtern und Chancen früh zu erkennen und zu nutzen wird künftig über den Erfolg entscheiden. „Zündstoff“ liefert verblüffende Einsichten, spannende Fallbeispiele und clevere Strategien mit einer erfrischenden Portion Humor.

Jeremy Gutsche
Zündstoff
150 Strategien für Erfolg in chaotischen Zeiten
Midas Management Verlag
272 Seiten
34,90 €

 


Mehr Bücher

Bitte richten Sie Ihre Bestellungen an: BVMW-Servicegesellschaft mbH, Berlin theresa.collberg@bvmw.de • Tel. 030-533206-26 Alle Bücher erhalten Sie versandkostenfrei!

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Das neue Tarifeinheitsgesetz – Chancen und Probleme

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Neue Gesetze und neue Bürokratie machen mittelständischen Unternehmen das Leben meistens schwerer. Das gerade in Kraft getretene Tarifeinheitsgesetz könnte dagegen einen Missstand beseitigen.

Kompliziert wird es aber immer dann, wenn nicht klar ist, welche Gewerkschaft die Mehrheit im Betrieb hat.

Das Gesetz verfolgt das Ziel, die in den letzten Jahren stärker werdende Zersplitterung der Tariflandschaft abzustellen und die Macht kleiner Spartengewerkschaften einzudämmen. Mit einem Urteil im Jahre 2010 hatte das Bundesarbeitsgericht die vorher jahrzehntelang geltende Rechtsprechung aufgegeben, dass in jedem Betrieb nur ein Tarifvertrag gelten könne. Seitdem können konkurrierende Gewerkschaften für gleiche Beschäftigtengruppen innerhalb eines Betriebes verschiedene Tarifverträge durch Streiks erkämpfen. Dies führte zu den bekannten Streiks wie der Lokführer, die Auswirkungen auf die gesamte deutsche Wirtschaft hatten. Weiterhin stellte diese Rechtsprechung die Arbeitgeber vor kaum lösbare administrative Herausforderungen. Das neue Gesetz soll diese Zustände nun beheben. Wenn sich jetzt die Geltungsbereiche nicht inhaltsgleicher Tarifverträge verschiedener Gewerken überschneiden, sind im Betrieb nur noch die Rechtsnormen des Tarifvertrages derjenigen Gewerkschaft anwendbar, die im Betrieb die meisten Mitglieder hat. Dies gilt aber nur für die Zukunft. Die Regelung ist nicht anwendbar für Tarifverträge, die bereits am Tag nach der Verkündung des Tarifeinheitsgesetzes galten. Die Regelung schränkt entgegen anderweitigen Behauptungen formal zwar nicht das Streikrecht ein, weil Tarifverträge weiterhin auch von kleinen Gewerkschaften erstreikt und abgeschlossen werden können. Da es aber keinen Sinn ergibt, einen Tarifvertrag zu erstreiken, der dann keine Anwendung findet, ist gleichwohl mit einem Rückgang der Streikbereitschaft von Spartengewerkschaften zu rechnen.

Kompliziert wird es aber immer dann, wenn nicht klar ist, welche Gewerkschaft die Mehrheit im Betrieb hat. Ein solcher Streitfall kann zwar durch Vorlage einer notariellen Urkunde geklärt werden, um den Gewerkschaften zu ersparen, alle ihre Mitglieder in einem gerichtlichen Beschlussverfahren als Zeugen ihrer Mitgliedschaft auftreten zu lassen. Andererseits sind die genauen Anforderungen an den Nachweis der Anzahl der Mitglieder gegenüber dem Notar noch unklar. Allein die Vorlage von Mitgliederlisten wird wohl nicht ausreichen. Daher werden – bestimmt nicht ganz zu Unrecht – bereits die ersten Hoffnungen geäußert, die betroffenen Gewerkschaften würden es auf die Konflikte gar nicht erst ankommen lassen und in Zukunft ihre Verhandlungspositionen miteinander abstimmen. Schon dies würde eine erhebliche Befriedung bedeuten. Vorher wird das Gesetz aber noch die Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht bestehen müssen. Die ersten Verfassungsbeschwerden kleiner Spartengewerkschaften sind bereits anhängig.

Die BVMW-IBWF-Rechtshotline erreichen Sie: Mo bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr Tel.: 030. 533206-963 
Fax: 030. 533206-50 rechtshotline@bvmw.de

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Finanzkolumne Über Ihr Geld - Vorsicht, Etikettenschwindel!

1,657 Milliarden Euros – allerdings in Peseten – haben Spanier noch nicht in Euros getauscht, so der Banco de España, davon umgerechnet 855 Millionen Euro in Geldscheinen. Bis zum 31. Dezember 2020 können die alten Peseten noch in Euros bei der Nationalbank umgetauscht werden – Montag bis Freitag und nur morgens. Nicht jeder wird umtauschen können oder wollen: Ab einem Gegenwert von 1.000 Euro muss man seinen Pass, den Personalausweis oder als Ausländer seine Residenzkarte vorlegen, und die Überweisung muss auf ein Bankkonto erfolgen. Wer nicht rechtzeitig umtauscht, kann sich seine wertlos gewordenen Banknoten als Tapete an die Wand hängen.

Die Nationalbank der Schweiz emittiert jetzt neue Banknoten und denkt über ähnliche Schritte nach. Milliarden von Schweizer Geldscheinen befinden sich in Banksafes und werden irgendwann für ungültig erklärt. Also muss man rechtzeitig zu seinem Schließfach reisen und damit rechnen, dass man die alten Scheine nur noch mit Abschlag eintauschen kann. Das soll der Ausgleich dafür sein, dass Geld auf Bankkonten mit Negativzinsen belastet wird. Und die Einzahlung auf ein Bankkonto wird im Rahmen des Automatischen Informationsaustausches ab 2017 an die Steuerbehörden des Wohnsitzlandes gemeldet.

Wenn ich mir ansehe, was angebliche Börsenexperten über die zukünftige Entwicklung des deutschen Börsenbarometers DAX zum Besten geben, macht es mir Freude: Ob nun Professor, Nobelpreisträger, Bankanalyst oder Vermögensverwalter, wir finden alle (möglichen) Voraussagen zwischen einer Baisse bis zu 5.000 Punkten und einer Hausse bis über 20.000 eben im gleichen DAX. Ganz abgesehen davon, dass es niemanden gibt, der für die Zukunft der Börsenkurse verlässliche Prognosen erteilen kann, sind solche gegensätzlichen Meinungen doch von Vorteil. Nur dank der Verkäufe der oft Ängstlichen gibt es Liquidität für die Käufe der Optimisten. Dass der DAX langfristig steigt, dafür sorgt allerdings auch die Marketingabteilung der Deutsche Börse AG. Regelmäßig werden die 30 Top-Werte ausgetauscht. Lahme Enten werden aus dem Index entfernt, gute Performer aufgenommen. Und viele (börsengehandelte) Fonds „müssen“ dann diese Aufsteiger kaufen und lassen dadurch den Index weiter steigen.

Und noch drei weitere Punkte machen den DAX nahezu unschlagbar für Privatanleger und Fonds: Die regelmäßigen „Umschichtungen“ erfolgen spesenfrei ohne Bank- und ohne Börsengebühren, Gewinnrealisierungen kommen brutto für netto (also ohne sonst anfallende Steuer), und schließlich werden alle Dividenden ebenfalls „steuerfrei“ investiert. Da kann keiner mithalten, auch nicht der beste Fonds!

Doch kommen Sie jetzt bitte nicht auf die Idee, bei Ihrer Bank ein DAX-Zertifikat zu kaufen. In der Regel sind Zertifikate nichts anderes als eine Geldleihe an die Bank. Diese kann letztlich mit dem Geld tun, was sie will, muss also nicht die 30 DAX-Aktien kaufen, betreibt somit eher Etikettenschwindel. Und nicht zu vergessen: Mit Zertifikaten tragen Sie als Käufer das volle Emittentenrisiko und sehen im worst case Ihren Kapitaleinsatz nicht mehr wieder. Für Geld- und Kapitalanlagen braucht es also mehr Nachdenken und besser auch einen bankenunabhängigen Berater.

Foto: © photocrew - Fotolia.com

BVMW-Veranstaltungskalender

Der BVMW veranstaltet eine Vielzahl erstklassiger Veranstaltungen in den kommenden Monaten auf Bundesebene und in den Regionen vor Ort. Unternehmer und Unternehmerinnen sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, Netzwerke zu spannen, sich einzubringen und sich unterhalten zu lassen.
Eine Auswahl finden Sie hier.

Baden-Württemberg

HR-Unternehmertag
Donnerstag, 15. Oktober 2015, 16.30 Uhr
Palais Prinz Carl
Kornmarkt 1, 69117 Heidelberg

Kaminabend mit Verkehrsminister Winfried Hermann
Montag, 2. November 2015, 19.00 Uhr
Waldhotel
Guts-Muths-Weg 18, 70597 Stuttgart

Bayern

BVMW [Impulse] Gewinnermentalität
Montag, 19. Oktober 2015,
Südwestpark-Forum
Südwestpark 37/41, 90449 Nürnberg

Unternehmertag – Zukunftsstrategien im Handel
20. Oktober 2015. 08.30 Uhr
Novotel Nürnberg Centre Ville
Bahnhofstrasse 12, 90402 Nürnberg

BVMW-Mittelstandsempfang im Rathaus München mit Oberbürgermeister Dieter Reiter
Montag, 26. Oktober 2015, 19.00 Uhr
Marienplatz 8, 80331 München

Hacking für Manager
Mittwoch, 21. Oktober 2015, 18.00 Uhr
Porsche Zentrum München
Schleibingerstraße 8, 81669 München

Berlin/Brandenburg

Industrie 4.0 vs. Manufaktur
Mittwoch, 14. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Florida-Eis Manufaktur GmbH
Zeppelinpark 53, 13591 Berlin

Hamburg

Fokus Money
Dienstag, 13. Oktober 2015, 18.00 Uhr
Tanzende Türme
Reeperbahn 1, 20359 Hamburg

Meeting Mittelstand
Mittwoch, 25. November 2015, 18.00 Uhr
Junges Hotel Hamburg
Kurt-Schumacher-Allee 14
20097 Hamburg

Hessen

„WordCafé“ – interaktives Kreativmeeting
Donnerstag, 15. Oktober 2015, 08.30 Uhr
Die Müllerei
An der Wehrinsel 3, 63785 Obernburg

Moderne Berufsbiographien. Lebenslaufplanung 2.0
Donnerstag, 05. November 2015, 18.00 Uhr
Hochschule Aschaffenburg
Würzburger Straße 45, 63743 Aschaffenburg

Mecklenburg-Vorpommern

Unternehmerabend zum Thema Schweiz
Montag, 12. Oktober 2015, 18.00 Uhr
Hotel Niederländischer Hof
Alexandrienstraße 12-13, 19055 Schwerin

19. Rostocker Rechtsgespräche
Donnerstag, 22. Oktober 2015, 17.00 Uhr
Kanzlei Geiersberger Glas & Partner
Doberaner Str. 10-12, 18057 Rostock

Niedersachsen

ENERGIE-Lounge Nordwest
Donnerstag, 15. Oktober 2015, 17.00 Uhr
Hotel-Restaurant Lange
Zum Schöpfwerk 1-3, 26789 Leer

BVMW Lunch Time im Remarque
Dienstag, 03. November 2015, 11.45 Uhr
Steigenberger Hotel Remarque
Natruper-Tor-Wall 1, 49076 Osnabrück

Nordrhein-Westfalen

Meeting Mittelstand
Donnerstag, 29. Oktober 2015, 18.00 Uhr
BTZ Berufliches Trainingszentrum Benhauser Feld
Friedrich-List-Straße 47, Paderborn

Meeting Mittelstand
Donnerstag, 12. November 2015, 17.00 Uhr
Rheinbahn AG
Hansaallee 1, 40549 Düsseldorf

3. Speakers Night Köln
Vortragsreihe: Wissen in Bewegung
Montag, 16. November 2015, 16.00 Uhr
DOCK.ONE
Hafenstraße 1, 51063 Köln

Rheinland-Pfalz

BVMW Unternehmer-Praxis-Seminar „Werden Sie Erster im Kopf Ihres Kunden“
Donnerstag, 29. Oktober 2015, 10.00 Uhr
Deutscher Kaiser – Network of Excellence
Kastorstraße 3, 56068 Koblenz

Saarland

Gesunde Mitarbeiter – gesunde Unternehmen
Donnerstag, 08. Oktober 2015 18.30 Uhr
Personello GmbH
Zum Lokschuppen 1, 66424 Homburg

Markenrecht und Schutzrechtsstrategien
Mittwoch, 11. November 2015, 19.00 Uhr
Unternehmerzentrum St. Wendel Werschweilerstraße 40, 66606 St. Wendel

Sachsen

Tourismusfrühstück
Donnerstag, 15. Oktober 2015, 09.00 Uhr
Schwarzbeerschänke
Hinterer Grund 2, 09496 Pobershau

Mittelständischer Unternehmertag
Donnerstag, 29. Oktober 2015, 09.00 Uhr
Congress Center Leipziger Messe
Seehausener Allee 1, 04356 Leipzig

Sachsen-Anhalt

Unternehmerfrühstück. Wie sicher ist unsere Gesundheitskarte?
Freitag, 13. November 2015, 09.00 Uhr
KKH Magdeburg
Breiter Weg 173, 39104 Magdeburg

Diskussion. „Der wa(h)re Mensch“
Mittwoch, 25. November 2015, 17.00 Uhr
Katharinenturm
Breiter Weg 31, 39106 Magdeburg

Schleswig-Holstein

Unterschätzte Cyber-Risiken. Praktische Hilfen für mehr IT-Sicherheit im Mittelstand
Mittwoch, 14. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Hotel Birke
Martenshofweg 2-8, 24106 Kiel

Erhöhte Wettbewerbsfähigkeit durch Eigenstromversorgung
Donnerstag, 12. November 2015, 16.00 Uhr
dibu-energie
Vadersdorf 1, 23769 Fehmarn

Thüringen

Mobilität in Thüringen
Freitag, 23. Oktober 2015, 18.00 Uhr
Flughafen Erfurt-Weimar
Binderslebener Landstraße 100
Futterstraße 15/16, 99084 Erfurt

Thüringer Wirtschaftsball
Freitag, 06. November 2015, 19.00 Uhr
Kaisersaal Erfurt
Futterstraße 15/16, 99084 Erfurt


Weitere zahlreiche Veranstaltungen werden unter www.bvmw.de angekündigt. In der Rubrik „Standorte“ können die Veranstaltungskalender der jeweiligen Regionen sowie die Kontaktdaten der Veranstalter abgerufen werden. Termine für die Veranstaltungsreihe Forum führung finden Sie auf Seite 77.

Der BVMW. Die Stimme des Mittelstands.

Erfolgreich vernetzen für den Mittelstand. Der BVMW bündelt die Kräfte des unternehmerischen Mittelstands. National und international vertritt er erfolgreich die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber der Politik – branchenübergreifend und parteipolitisch unabhängig. Der BVMW
  • repräsentiert mit seiner Verbändeallianz rund 270.000 Unternehmen aller Branchen, die über neun Millionen Mitarbeiter beschäftigen
  • ist mit rund 300 Geschäftsstellen bundesweit vertreten
  • hat mit den Repräsentanten vor Ort mehr als 700.000 Unternehmerkontakte jährlich
  • bietet über 2.000 Veranstaltungen im Jahr
  • ist führendes Mitglied in der europäischen Dachvereinigung nationaler Mittelstandsverbände.

Die Attraktivität der Automaten

Ex Machina ist ein Science-Fiction Thriller, der die Grenzen des technisch Machbaren auslotet und der Frage nachgeht: Können Roboter lieben?

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Nathan (Oscar Isaac) lässt Caleb (Domhnall Gleeson) an seinen Schöpfergenie teilhaben.

Ein böser Witz geht um in der Diskussion über Industrie 4.0: „Wer wird in der Fabrik der Zukunft beschäftigt? Ein Mann und ein Hund. Der Mann füttert den Hund, der Hund passt auf, dass der Mann nicht an die Maschinen geht.“ Die durchdigitalisierte Zukunft könnte auch auf Hunde und Menschen komplett verzichten, nämlich durch Künstliche Intelligenz, durch Androiden, die in Aussehen und Verhalten nicht mehr vom Menschen zu unterscheiden sind. Regisseur Alex Garland hat einen Science-Fiction Film über das alte und immer wieder neue Mensch-Maschine Dilemma gedreht: Ex Machina, vor kurzem auf Video erschienen, ist fürwahr kein Witz, sondern richtig böse.

Fiktives Google

Nathan (Oscar Isaac) ist Unternehmer. Er hat eine Suchmaschine entwickelt, die nach kurzer Zeit den Markt beherrschte: Blue Book verarbeitet 94 Prozent aller Suchanfragen weltweit. Die Anspielung auf die real existierende Internetwelt ist überdeutlich. Blue Book ist natürlich Google, und Nathan ist Google Gründer und CEO Larry Page. In Garlands Film indes hat sich der Unternehmer zurückgezogen in ein ebenso luxuriöses wie abgelegenes Domizil in den Bergen. Steinreich und einsam forscht er dort an eben jener künstlichen Intelligenz. Nach einem Preisausschreiben lässt er einen seiner Programmierer aus der Firmenzentrale in die Wildnis kommen. Der junge Caleb (Domhnall Gleeson) soll eine Woche die Aura des Chefs einatmen – Praktikum de Luxe, sozusagen. So trifft der begabte, aber unbeholfene und sexuell unterversorgte Nerd auf das virile, mitunter pöbelnd-proletarische Alphamännchen Nathan. Caleb, verwirrt und beeindruckt von der kalten Schöner-Wohnen-Ästhetik voll Sichtbeton und Edelholz, darf Nathans neuestes Forschungsergebnis begutachten: Ava, ein humanoider Roboter, weiblich, offensichtlich reizvoll und – nicht zu unterscheiden vom Menschen? Eben das soll Caleb in Gesprächen herausfinden.

Maschine mit Sexappeal

Und so nimmt das Kammerspiel seinen erst erotischen, schließlich blutigen Lauf. Denn Nathan hat Ava (eine Verführung aus Silikon und Glasfaserkabeln: Alicia Vikander) ein gerüttelt Maß an Sexualität eingebaut. Wenn der gottgleiche Erfinder schon künstliche Menschen schafft, dann bitte mit allem Drum und Dran. Ava und Caleb reden also über den Menschen und was ihn ausmacht, über Freundschaft, Moral, Gefühl – und sie flirten. Zunächst unbeholfen und im Internetjargon sozialer Netzwerke: „Ist dein Status Single?“ fragt Ava. So hat sich wahrscheinlich der junge Mark Zuckerberg den hübschen Mädchen an seiner Schule genähert. Was Caleb erst spät erkennt: Ava entspricht nicht nur allgemeinen Kriterien sexueller Attraktivität, sondern ihr Konstrukteur hat sie nach Calebs persönlichen Präferenzen geschaffen. Dafür genügte ihm ein Blick auf Calebs pornographische Vorlieben im Internet. Mit Datensammeln ist Nathan schließlich reich geworden.

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Verführerisches Robotermädchen Ava (Alicia Vikander).

Überhaupt zeichnet Regisseur und Drehbuchautor Garland den Internettycoon als genialischen Unsympath; versoffen, laut, mit einschüchternder Physis, Hipster-Bart und grobem Intellekt. Die zehn Bier am Vorabend schwitzt er morgens am Sandsack boxend wieder aus. Das also ist der Schöpfer der ersten künstlichen Intelligenz? Da mag das Produkt schlauer sein als sein Produzent. Und in der Tat: Ava macht in den Sitzungen mit Caleb klar, dass sie mit ihrer Rolle als kybernetischem Prototyp, als Hardware-Dummy mit hochentwickelter Software im künstlichen Schädel, eingeschlossen in einem High-Tech Labor, höchst unzufrieden ist. Ihr selbstständig lernendes neuronales Kunsthirn will mehr, und Caleb soll ihr bei der Flucht helfen. „Ich möchte mir dir zusammen sein“, sagt sie in bauzeitenbedingter jungfräulicher Unschuld, nachdem sie Kleidung und Perücke angelegt hat, um ihr Titanskelett samt Leuchtdioden unter der durchsichtigen Kunsthaut zu verbergen. Ein weiterer Schritt zur Menschwerdung und Emanzipation vom Schöpfer.

Künstliche Intelligenz – ein Problem für uns alle

Und so findet sich Caleb, der doch den finalen Produkttest durchführen sollte, als das eigentliche Versuchskaninchen wieder: Er wird zerrieben zwischen Nathan, der nur herausfinden wollte, zu welcher Intelligenzleistung sein Roboter fähig ist, um die Flucht zu planen, und Ava selber, die Caleb im allermenschlichsten Sinne schamlos ausnutzt. Der Test wird am Ende absolviert und bestanden: Ja, Ava ist intelligent, und das lässt auf nichts Gutes hoffen.

Ex Machina entwirft eine gesellschaftliche Dystopie. Der Bezug zur wirtschaftlichen Wirklichkeit macht den Film dabei bestürzend aktuell: Google investiert zurzeit Milliarden in die Robotik. Geländegängige Roboter nach Insektenvorbild, Drohnen, die ihre Lieferung auf den Quadratzentimeter genau abwerfen, selbstfahrende Autos, die durch dichten Verkehr ihr Ziel sicher finden. Wer weiß, vielleicht hat Larry Page seine Ava schon im Schrank versteckt und lässt sie bald auf die Menschheit los. Aber vielleicht ist das gar keine Horrorvision? Schließlich macht Google das Leben tatsächlich einfacher. Regisseur Garland jedenfalls sieht in der Künstlichen Intelligenz einen Geist, den sein fiktiver Larry Page rief und nun nicht mehr loswird. Und da Google sich um uns alle kümmert, haben wir nun alle ein Problem.

Ex Machina

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FSK ab 12
USA/GB 2014
Science-Fiction Thriller

Regie/Buch:
Alex Garland
Mit Oscar Isaac,
Alicia Vikander,
Domhnall Gleeson

Als DVD und Blu-ray erhältlich.

Foto: Universal Pictures

The Good Wife

Die gute Frau – hin- und hergerissen zwischen Karriere und Familie. Diesem Thema der Moderne widmet sich eine US-Serie rund um die Anwältin und Politiker-Ehefrau Alicia Florrick. Neben dem Politischen wird man mit Gefühlsintrigen, Machtkämpfen und harten Rechtsfällen unterhalten.

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Hat sich ins Berufsleben zurückgekämpft: Alicia Florrick (Julianna Margulies) in der Mitte ihres Teams.

„The Good Wife“ Alicia (Julianna Margulies) – Ehefrau, Mutter und Anwältin – ist allen Hindernissen zum Trotz smarter und tougher als ihr Mann.

Als ein Sexskandal diesem das „juristische Genick“ bricht, muss sich seine treue Gattin aus seinem Schatten heraus zurück ins Berufsleben kämpfen. Um ihre Familie zu ernähren und ihren guten Ruf wiederherzustellen, heuert sie nach jahrelanger Pause als Anwältin in einer Großkanzlei an. Während ihr Mann als Opfer eines Komplotts sein politisches Comeback plant, gewinnt Alicia nicht nur beruflich die Anerkennung ihres ehemaligen Studienfreundes und nun Vorgesetzten Will Gardner (Josh Charles). Alicia ist hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen zu Will und dem Platz an der Seite ihres moralisch fehlbaren Gatten. Im Gefühlschaos muss sie sich außerdem schwierigen Rechtsfällen und eisernen Machtkämpfen stellen.

Für die Rolle der Protagonistin Alicia Florrick wurde Julianna Margulies bereits mit dem Golden Globe geehrt. Nun erschien die fünfte Staffel, in der Alicia darum bemüht ist, ihre Gefühle für Will zu unterdrücken und heimlich plant, eine eigene Kanzlei zu eröffnen.

The Good Wife

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FSK ab 12
TV-Dramaserie
USA, seit 2009

Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Robert Kink, Michelle King
Mit Julianna Margulies, Archie Panjabi, Josh Charles, Alan Cumming.

Fotos: Paramount Home Entertainment GmbH

„Wir stehen am Beginn einer Revolution“

Der schottische Bestsellerautor und Unternehmensberater Martin Walker über die Innovationen der Zukunft und seinen neuen Roman „Germany 2064“.

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Martin Walker, Journalist und Bestsellerautor.

Es gibt eine wachsende Kluft zwischen Skeptikern und Begeisterten.

Martin Walker ist ein rastloses Multitalent: Der ehemalige Politikjournalist und Historiker schreibt regelmäßig Bestseller über den Périgord-Polizisten Bruno, unterhält sein Publikum auf ausgedehnten Lesereisen und berät weltweit Unternehmen. Der 68-jährige hat soeben einen Roman über die Zukunft Deutschlands veröffentlicht: In „Germany 2064“ (Diogenes) schildert er die neuen Trends und das Alltagsleben im Jahr 2064.

Warum spielt Ihr Zukunftsthriller ausgerechnet in Deutschland?

Deutschland ist für mich zurzeit das spannendste Land Europas. Nicht nur wegen seiner Wirtschaftskraft, sondern wegen der Stärke der verschiedenen Regionen, dem Fehlen einer einzelnen dominanten Stadt wie Paris oder London und den Fragen, die sich aus seiner demografischen Entwicklung ergeben. Bei der Washingtoner Beratungsgesellschaft A. T. Kearney haben meine Kollegen und ich Zukunftsszenarien entwickelt, in deren Mittelpunkt Deutschland steht. Auf diesen Recherchen und zahlreichen Gesprächen mit Politikern, Forschern, Unternehmern und Soziologen basieren große Teile meines Romans.

Darin gehören empathische Roboter zum Alltag. Ist das realistisch?

Ich bin mir sicher, dass sie in naher Zukunft tatsächlich mit uns leben werden. In japanischen Kliniken habe ich gesehen, wie demente Patienten voller Zuneigung Roboter-Tiere streicheln. Und im Irakkrieg habe ich US-Soldaten getroffen, die traurig waren, wenn sie nicht mehr gemeinsam mit ihren Roboter-Kumpels Gebäude durchsuchen und Bomben überprüfen durften. Wir befinden uns bei diesem Thema am Anfang einer echten Revolution!

In „Germany 2064“ sind auch Chip-Implantate zur Gesundheitsüberwachung Standard. Außerdem trägt fast jeder Bürger einen Personal Communicator, PerC. Pure Fiktion?

Nein, denn diesen PerC, ein weiterentwickeltes Smartphone mit Hologramm-Bildschirm wird es bald auch für die breite Masse geben. Und ich glaube, dass die Gesundheitssysteme zunehmend darauf drängen werden, Überwachungschips zu tragen. Im Gegenzug werden sie eine deutliche Reduzierung der Mitgliedsbeiträge anbieten.

Wie alt ist Ihr privates Smartphone?

Ziemlich alt. Und es ist auch nicht besonders smart. Aber es hat zwei SIM-Karten, eine für Europa und eine für die USA, da ich ja ständig pendle.

Welche wichtigen Innovationen sehen Sie noch voraus?

Wir können relativ sicher sein, dass wir auf ein post-fossiles Energiesystem zusteuern, dass die Industrieproduktion wieder regionaler wird, dass Automation und Roboter die Herstellung weiterhin verändern und viele traditionelle Jobs gefährden. Sicher ist auch: Die Dominanz Europas und Amerikas wird zunehmend von Asien gebrochen, die wirtschaftliche Bedeutung und Erkundung des Weltalls nimmt zu, und fahrerlose Fahrzeuge verändern unsere Transportsysteme.

Wie können Unternehmer die Herausforderungen der Zukunft meistern?

Indem sie kritisch meinen Roman lesen, über die Auswirkungen der neuen Trends nachdenken und sich fragen, ob sie wahrscheinlich sind. Und falls ja, was das für ihre eigenen Geschäfte bedeutet. Firmenchefs und Manager sollten außerdem intensiv über ihre Einstellungspolitik nachdenken. Eine intelligente Firma braucht einen Mix aus motivierten, abenteuerlustigen jungen Leuten, die innovative Ideen entwickeln können. Dazu kommen natürlich umsichtige, erfahrene Mitarbeiter. Und noch etwas: In Anbetracht der Tatsache, dass Frauen inzwischen 60 Prozent der Universitätsdiplome und -abschlüsse ergattern, sollte man im Kopf haben, dass Frauen das gebildetere Geschlecht werden. Das sollte sich auch auf deren Karriereverläufe und Einkommen auswirken.

Betrachten Sie sich selbst auch als Unternehmer?

Ja. Ich vermute: inzwischen bin ich tatsächlich ein Unternehmer. Ich sorge mit meinem Stift und meinen Ideen für meinen Lebensunterhalt. Ich glaube, dass die Ära der lebenslangen Anstellung in Konzernen endet und immer mehr Menschen für sich selbst verantwortlich sein werden. Mit verschiedenen Jobs und sich überlappenden Karrieren – ich empfinde das auch als viel interessanter.

Wir sind wie Bill Clinton: wild genug, um uns in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen, aber schlau genug, um wieder rauszukommen.

In „Germany 2064“ gibt es futuristische High-Tech-Städte, doch ein Teil der Bevölkerung zieht sich in naturnahe, selbstverwaltete Gebiete zurück. Wird es wirklich zwei Welten geben?

Das ist durchaus möglich. Wenn ich durch Deutschland fahre, sehe ich schon jetzt den Gegensatz zwischen den Leuten, die die High-Tech-Zukunft verinnerlicht haben und sie genießen und denen, die zurück zur Natur wollen. Es gibt eine wachsende Kluft zwischen Skeptikern und Begeisterten.

Sie selbst wirken begeistert und motiviert. Woher nehmen Sie diese Energie?

Ich bin immer optimistisch. Wir Menschen sind Überlebende, Kakerlaken mit Gehirnen. Wir sind wie Bill Clinton: wild genug, um uns in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen, aber schlau genug, um wieder rauszukommen.

978-3-257-06939-6

Martin Walker

Germany 2064
Ein Zukunftsthriller

432 Seiten
Diogenes
24,00 €

978-3-257-06928-0

Martin Walker

Provokateure:
Der siebte Fall für Bruno, Chef de police

432 Seiten
Diogenes
24,00 €

978-3-257-06896-2

Martin Walker

Reiner Wein:
Der sechste Fall für Bruno, Chef de police

416 Seiten
Diogenes
22,90 €

Martin Walker, geboren 1947 in Schottland, studierte in Oxford und Harvard Geschichte und Internationale Beziehungen. 25 Jahre lang war er Auslandskorrespondent für die britische Zeitung The Guardian, schrieb Sachbücher über Michail Gorbatschow und Bill Clinton. Inzwischen veröffentlicht Walker jedes Jahr eine neue Folge seiner Périgord-Krimireihe und ist Mitglied des Think Tanks Global Business Policy Council der Beratungsgesellschaft A. T. Kearney. Für CNN kommentiert er aktuelle Politik. Martin Walker lebt mit seiner Frau abwechselnd in Washington und im Périgord und hat zwei erwachsene Töchter.

Foto: Klaus Einwanger/Diogenes Verlag

Mallorca mal ganz anders

Die meisten Mallorca-Urlauber verbinden mit der spanischen Insel vor allem Sonne, Strand und Meer. Viele Vorzüge, die auch der spanische König jedes Jahr schätzt, kennen die wenigsten.

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Mitten in einem Naturpark liegt das Finca-Hotel „La Posada del Marqués“.

Mallorca bietet jenseits von Spaß am Strand jede Menge Kultur, mittelalterliche Architektur, pittoreske Dörfer und Wanderwege, auf denen nur wenige Menschenseelen unterwegs sind. Doch all dies entdecken nur die Touristen, die ins Landesinnere fahren und dort in einem der oft versteckt liegenden Finca-Hotels logieren. Diese umgebauten Herrenhäuser oder Gutshöfe bieten meist zehn bis zwanzig Zimmer an, mit Frühstück oder Halbpension und liegen eingebettet in der mallorquinischen Berglandschaft. So zum Beispiel an den Hängen des Tramuntana-Gebirges, wo – umgeben von silbrigen Olivenbäumen – die Finca La Posada del Marqués liegt. Bereits die Anfahrt von Palma (etwa 30 Minuten) durch das Tal von Esporles und dann auf einer Serpentinenstraße durch das sehenswerte Naturschutzgebiet Es Verger ist ein Erlebnis. Oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Panoramablick über die Tiefebene, die sich von Palma über Inca bis zu den Bergen an der Ostküste ausbreitet.

Ehemalige Ölmühle

Posada bedeutet übersetzt Gasthaus, tatsächlich aber befand sich früher hinter den massiven Bruchsteinmauern eine Ölmühle. Seit dem 16. Jahrhundert produzierte hier eine mallorquinische Adelsfamilie Olivenöl und verkaufte es im Umland. Im Restaurant erinnern noch heute Teile des alten Mahlwerks, Getriebe und Zahnräder an diese Zeit. Erst in den Neunziger Jahren begannen die Umbauten zu einem Landhotel. Im Jahr 2005 übernahm ein Hamburger Unternehmer das Haus und machte daraus ein Refugium für anspruchsvolle Gäste, das mit seiner Architektur mediterranen Charme, Gemütlichkeit und luxuriöses Ambiente verbindet. Wer in einem Finca-Hotel logiert, will im Urlaub entspannen und verzichtet gerne auf Discosound oder Fitnessgeräte. Stattdessen ist in der Posada jedes der 17 Zimmer individuell und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Drei von ihnen sind De-luxe-Suiten mit großen Dachterrassen und einem Ausblick, der besonders bei untergehender Sonne einzigartig ist. Hier logieren oft Hochzeitspaare, die sich in der hauseigenen Kapelle das lebenslange Liebesversprechen gegeben haben.

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    Eindrucksvolle Blicke eröffnet die Hotelterrasse.

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    Blick in eine Bucht auf dem Wanderweg in das Künstlerdorf Deià.

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    Zimmerblick auf das Tramuntana-Gebirge

Den „inneren Reiz“ entdecken

Wer tagsüber seine Seele hat baumeln lassen, kann abends die ausgezeichnete Küche des Restaurants Sa Fontana genießen. Und wem nicht nur zum Faulenzen zumute ist, dem bieten sich von hier aus interessante Wanderwege und Ausflugsziele. Da ist zum Beispiel Deià, früher ein unbeachtetes Dorf, heute bekannt durch seine illustre Künstlergemeinde, das sich um einen Bergkegel schmiegt. Eine Autostraße mit atemberaubenden Ausblicken führt dorthin. Oder das Örtchen Puerto Soller mit seinem Hafen voller Leben: Wenn die Sonne im Meer versinkt, fahren die Fischer mit ihren Booten hinaus. Dann entfaltet sich eine beruhigende Stimmung, die ein Glas Butibalausi Blanc genüsslich untermalt. Wesentlich lauter geht es in Valldemossa zu, dem alten Kloster, wo der kränkelnde Frédéric Chopin 1839 einen Urlaub verbrachte und neue Kraft zum Komponieren fand. Hier versammeln sich Reisebusse voller Touristen, die sich für einen Kultur- statt Badetag entschieden haben. Aber diesem Szenario will der typische Gast eines Finca-Hotels eher entfliehen. Auch Maggie, die sympathische Hotelmanagerin der Romantik-Posada, weiß: „Unsere Gäste, die stille Berglandschaften lieben, sind nicht gerade typisch für diese Insel. Eindeutig dominiert bei uns der Bereich sol y playa. Es wird noch eine Weile dauern, bis wir mehr Touristen auf den inneren Reiz Mallorcas aufmerksam gemacht haben.“ Und sie vergleicht die Situation mit Italien, wo in der Toskana mit öffentlichen und privaten Investitionen eine einzigartige Form von Agrotourismus entstanden ist. Um diese Entwicklung zu fördern, will die Regionalregierung in Palma in den kommenden Jahren drei Milliarden Euro in den qualitativen Ausbau der touristischen Infrastruktur stecken.

Spezialportale für Finca-Hotels

www.fincahotels.com
www.fincahotelmallorca.com
www.landhotels-auf-mallorca.de
www.fincaferien.de (55 Unterkünfte)

www.posada-marques.com
4*-Hotel, alle Zimmer mit Flach-TV, DVD-Player, Safe, Klima, beheizter Pool

News

Top 100: Preis für individuelle Lichtblicke

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Das Team von Lichträume mit Ranga Yogeshwar (2. v. re.): Fatih Gercek, Susana Ferreras und Milko Muralter (v. li.).

Mentor Ranga Yogeshwar ehrte bereits zum zweiten Mal das BVMW-Mitgliedsunternehmen „Lichträume“ mit dem TOP 100-Innovationspreis. Nach einem zweistufigen wissenschaftlichen Analyseverfahren wurde das innovativste Unternehmen im deutschen Mittelstand gesucht.

Die Berliner Firma plant und realisiert mittels Lichtraumsystemen gestaltete Lichtprojekte, bei denen die Psychologie des Menschen im Mittelpunkt steht.

Auf Basis einer Nutzeranalyse wird jedes Lichtkonzept individuell auf den Kunden abgestimmt und schafft so eine Corporate Identity mit hohem Wiedererkennungswert. Diese Arbeitsweise führte im vergangenen Jahr zu einem Umsatzanstieg von 70 Prozent.

www.lichtraeume.com

Bildrechte: KD Busch/compamedia GmbH

 


Tilch – Ideenmanagement an erster Stelle

Auch das niedersächsische Pflegeunternehmen und BVMW-Mitglied Tilch wurde von Ranga Yogeshwar als eines der innovativsten deutschen Unternehmen ausgezeichnet. Geschäftsführer Sven Tilch arbeitet ständig an neuen Ideen und Weiterentwicklungen und spornt seine Mitarbeiter an, es ihm gleich zu tun. Es gibt hier einen Innovationszirkel, in dem verschiedene Fachleute aus den 18 Betrieben der Firma mitarbeiten, diskutieren und die Pflegeangebote für morgen konzipieren. Mit Job-Rotation, Weiterbildung und anderen Innovationsprojekten wird ein effektives Ideenmanagement gefördert. Bei Tilch bringt jeder der Mitarbeiter pro Jahr etwa vier Verbesserungsvorschläge ein, rund 80 Prozent davon werden dann tatsächlich umgesetzt.

www.tilch-pflege.de

 


60 Jahre kompetente Übersetzung

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In diesem Jahr feiert der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) sein 60-jähriges Bestehen. In seinem Jubiläumsjahr vertritt der Verband rund 7.500 qualifizierte Dolmetscher, Übersetzer und Gebärdensprachdolmetscher und repräsentiert damit gut 80 Prozent der organisierten Sprachmittler in Deutschland. Über die Online-Suche des Verbands finden Auftraggeber aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung spezialisierte Fachkräfte für mehr als 80 Sprachen, die dank nachgewiesener Qualifikationen Sprachhürden professionell zur Seite räumen. Gemeinsam mit dem BVMW setzt sich der BDÜ in der Mittelstandsallianz für die Erhaltung und Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes ein.

www.bdue.de


BVMW bei der Hanse Sail in Rostock

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Unternehmer an Bord: Die ausgezeichneten Ehrbaren Kaufleute, Helmut Müller und Thomas Steinle (Mitte, v.li.) im Kreise des BVMW.

Die Hanse Sail in Rostock ist seit 25 Jahren die größte maritime Veranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern und eine der größten im Ostseeraum.

Seit 2011 ist es auch für den BVMW Mecklenburg-Vorpommern Tradition, an Bord eines Hanseschiffes mit etwa 60 Unternehmerinnen und Unternehmern zu gehen. Eingeladen wurden diese über die verschiedenen Landesverbände des BVMW. So kamen Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik auf der Kraweel „Lisa von Lübeck“ zusammen. Unternehmerpersönlichkeiten, die sich kürzlich zu den ethischen und unternehmerischen Werten der BVMW-Hanse bekannt haben, zeichnete der Landesverband in diesem Rahmen mit dem „Siegel der Ehre“ aus.

Der Leiter für Politik und Öffentlichkeitsarbeit des BVMW, Patrick Meinhardt, war bei dieser Kombination aus Tradition, Wirtschaft und maritimen Flair mit dabei.

Foto: Lippmann

 


Auszeichnung für Aktenarchive der Superlative

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Gründer der Lager 3000 Heinz Riemer (links) mit Sohn Oliver (Geschäftsführer) bei der Preisübergabe in Düsseldorf.

Für die Region Wiefelstede (Niedersachsen) hat die Lager 3000 GmbH im Düsseldorfer Hotel Maritim den begehrten Mittelstandspreis der Oskar-Patzelt-Stiftung erhalten. Die Lager 3000 GmbH wurde 1999 als Tochtergesellschaft eines 1963 gegründeten Logistikunternehmens ausgegliedert und baute 1999 eine alte Maschinenfabrik in Wiefelstede in ein modernes Logistikzentrum um. Die Lager 3000 GmbH hat sich zu einem führenden Unternehmen für Aktenlagerung, Archivmanagement und Aktendigitalisierung entwickelt. Banken, Sparkassen, Behörden, Gerichte, Versicherungen sowie Handels- und Industriekunden finden hier ihren effizienten Partner für das Archivmanagement. Das Unternehmen holt in verschlusssicheren eigenen Fahrzeugen Akten ab, archiviert, scannt, digitalisiert, lagert sie geschützt und gesichert in Containern ab, schreddert und führt sie dem Rohstoffmarkt wieder zu.

Für den Wettbewerb wurde die LAGER 3000 GmbH durch die Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmannt nominiert. Gründer Heinz Riemer und Sohn Oliver sind auf Auszeichnung mächtig stolz.

www.lager3000.de

Foto: Oskar-Patzelt-Stiftung, Boris Löffert

 


30 Jahre IBB AG

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Das IBB-Team (v. li.): Bärbel Peters (Vorstandsvorsitzende), Clemens Arnold Hoffmann (Vorstand), Katrin Witte Ganz (Gründerin) und Sigrid Baumann-Tornow (Aufsichtsratsvorsitzende).

Das BVMW Mitglied IBB AG feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Seit der Gründung im Jahr 1985 ist das Institut für Berufliche Bildung AG zu einem mittelständischen Unternehmen mit mehr als 100 Standorten und 500 Mitarbeitern in ganz Deutschland gewachsen. Mit seinen innovativen Ansätzen wie der Virtuellen Online Akademie VIONA® hat sich das Unternehmen zu einem der größten und erfolgreichsten privaten Bildungsträger Deutschlands entwickelt.

www.ibb.com

 


Neuer Raum für Ideen

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Acht Jahre nach Gründung der Firma Availon, schlägt Geschäftsführer Markus Spitzer ein neues Kapitel auf: Nach einer Phase dynamischen Wachstums steht nun der Umzug in ein neues Firmengebäude an. Dies war nötig geworden, nachdem sich die Belegschaft des Servicedienstleisters für Windenergieanlagen in den vergangenen drei Jahren auf 380 Mitarbeiter fast verdoppelt hat. Der Mittelständler bleibt der Stadt Rheine treu verbunden. Modern und am Puls der Zeit, so sieht Geschäftsführer Ulrich Schomakers das neue Arbeitsumfeld. Künftig werde hier ein Ort innovativer Kreativität sein und der Energiewende ein weiterer Baustein hinzugefügt. Availon betreut und steuert Windenergieanlagen mit einer elektrischen Leistung von über 2.200 Megawatt.

www.availon.eu

Foto: Availon

Spezialstühle aus Handarbeit

In jeder Ausgabe stellt Der Mittelstand. BVMW-Mitgliedsunternehmen und deren innovative Produkte vor. Diesmal die Firma GREINER aus dem schwäbischen Pleidelsheim mit ihren futuristisch-ergonomischen Stühlen.

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Das Verwaltungsgebäude der Greiner GmbH.

Auf rund 16.000 m² entwickeln und produzieren täglich rund 80 Mitarbeiter Spezialstühle mit individuellem Sitzkomfort als Ergebnis von hoher Funktionalität und Technik, verbunden mit einem zeitlosen Design. Kundenspezifische Fertigungen im individuellen Wunschfarbdesign mit kurzen Lieferzeiten sind so selbstverständlich wie fünf Jahre Garantie auf die Funktionsfähigkeit der Friseurstühle.

Relax

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Der Ruhesessel Relax sorgt rundum für Behaglichkeit. Die Kombination von pflegeleichten Oberflächen und Holz schafft eine angenehme Raumatmosphäre.

Medseat

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Bei dem Behandlungsstuhl Medseat beträgt der Verstellbereich bei der elektromotorischen Sitz- und Liegehöhenverstellung 30 cm. Die Verstellung bei den elektrisch verstellbaren Medseats erfolgt über einen separaten Fußschalter, optional auch durch ein zusätzliches Bedienelement in der Rückenlehne. Die Verstellung der Liegefläche erfolgt entweder manuell oder elektromotorisch. Behandlungsstühle mit manueller Liegeflächenverstellung können endlos um die eigene Achse gedreht werden, bei der elektrischen Liegeflächenverstellung ist die Drehbarkeit auf ca. 350° begrenzt.

Waschsessel Tondolore

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Tondolore heißt der neue Greiner-Waschsessel für Friseursalons. Außergewöhnlich das Design: konzentrische Radien greifen harmonisch und dynamisch ineinander – Korpus und Becken verschmelzen zu einer Einheit. Tondolore gibt es auch mit Wellness- Ausstattung: elektrisch verstellbarem Beinpolster und/oder Massageeinrichtung in der Rückenlehne. Sitz- und Rückenpolster lassen sich mit einem Handgriff komplett abnehmen, so dass der Innenraum mit Installation und Befestigungselementen der Waschanlage frei zugänglich ist.

Autositz Sportline LR

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Der Sportline LR wurde speziell für den LandRover Defender® entwickelt. Da bei den Defender-Fahrzeugen der Fahrer- und Beifahrersitz nah an der Tür positioniert sind, ist bei den Sportline LR Sitzen die Entriegelung der Rückenlehne nur innenseitig ausgeführt. Optional erhältlich ist eine Klappkonsole: nach Entfernen der beiden vorderen Inbusschrauben an den Sitzschienen kann der gesamte Sitz um 45° nach hinten geschwenkt werden, um das Batteriefach möglichst einfach zu erreichen.

Spa

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Das neueste Produkt der GREINER Stuhl-Familie ist ein SPA-Stuhl für Maniküre und Pediküre.

Unternehmensprofil

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Das Team der Greiner GmbH: Walter (Geschäftsführer), Katja (Finanz- und Rechnungswesen), Kristina (Vertriebs- und Marketingleiterin) und Siegfried Greiner (Geschäftsführer).

1922 ist das Gründungsjahr des Familienunternehmens Greiner, das bis heute in die dritte Generation weitergegeben wurde. In der ersten Generation war Greiner auf die Fertigung von Metallteilen für Friseurstühle und Metallgestellen für die Möbelindustrie spezialisiert. Seit den 60er-Jahren fertigt Greiner im württembergischen Pleidelsheim bei Stuttgart eigene Friseurstühle mit hydraulischen Pumpsäulen. Ende der 70er- Jahre wurde das Produktportfolio des Traditionsunternehmens um medizinische Stühle und Liegen erweitert. Der Produktionsbereich traffic mit Fahrzeugsitzen kam Ende der 80er Jahre hinzu. Seit dem Jahre 2000 wird das Friseursortiment mit der Produktion von Waschanlagen abgerundet. Heute beliefert Greiner seine Kunden weltweit mit qualitativ hochwertigen Sitzmöbeln.

Geschäftsführer:
Siegfried Greiner und Walter Greiner
Sitz: Pleidelsheim (Baden-Württemberg)
Gründung: 1922

www.greiner-gmbh.de

Fotos: Greiner GmbH

Mit Geduld und Muße zum Whisky-Genuss

Whisky, das ist mehr als nur eine Spirituose. Er ist eine Botschaft, ein Lebensgefühl. Und er reift in höchster Güte nicht nur in Schottland, Irland und Nordamerika, sondern auch in der Destillerie Habbel in Sprockhövel im Ruhrgebiet.

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Das Team der Destillerie Habbel – Michael Habbel blickt nicht ohne Stolz auf seinen erfolgreichen und innovativen Familienbetrieb.

Eine Whisky-Destille im südlichen Ruhrgebiet? Dort, wo einst Zechen und Hochöfen den Charakter der Region prägten? Bei Whisky denken Kenner sofort an Nebelschwaden in schottischen Highlands, karge Landschaften und raues Klima. Klimatisch kann Sprockhövel mit dem Mutterland des Whiskys durchaus mithalten. Doch klingt es nicht nach Selbstüberhebung, hier im bergigen Süden des Ruhrgebiets ein Produkt reifen zu lassen, das mit dem Whisky-Klassiker überhaupt, dem Single-Malt, konkurrieren soll? Ganz klar, es funktioniert, befindet die wachsende Fangemeinde der örtlichen Destillerie Habbel, einem klassischen Familienbetrieb. Hier packt auch Tochter Michaela mit an, inzwischen Vize-Präsidentin des Verbandes Deutscher Whiskybrenner, wenn Vater Michael Habbel seine „Welt des Whiskys“ mit immer neuen Ideen bereichert. Und es spricht sich herum: Im Kopenhagener Whisky-Kontest 2015, dem World Spirits Award, wurde ihr Premium-Produkt, der Hillock 4 ½-Zwölftel Single Malt Whisky, mit der Goldmedaille ausgezeichnet. 4 ½-Zwölftel bedeutet, dass ein in verschiedenen Holzfässern gereifter viereinhalbjähriger Whisky ergänzt wurde mit einem zwölfjährigen Brand. Im selben Jahr kürte eine Jury den Hillock auf der Frankfurter Messe zum zweitbesten Produkt der Güteklasse „Made in Germany“. Gerade einmal 0,17 Punkte trennten den Tropfen aus dem Hause Habbel von Platz Eins. Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, die in den 1920er Jahren ihren Anfang genommen hat. Damals hatte Großvater Habbel das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude erworben, eine alte Kornbrennerei mit angeschlossener Gastwirtschaft. Heute darf das Traditionshaus das Label „ältester Whisky Deutschlands“ führen. 1977 wurde hier der erste „schottische Tropfen“ destilliert und in den typischen Eichenfässern sorgsam gelagert, die ihm seine blumige Reife gaben. Qualität wird in Sprockhövel großgeschrieben. So groß, dass der Guide Michelin die Gastronomie Habbel in seine begehrte Liste der ausgezeichneten Lokale aufgenommen und mit dem „Bib Gourmand“ ausgezeichnet hat. Eine besondere Ehre und Lohn für ein Lebenswerk, das längst zu einem Generationenprojekt geworden ist und auch als Ausbildungsbetrieb angehenden Destillateuren solide Zukunftsperspektiven verschafft. In Kooperation mit der Fachschule in Dortmund lernt der Nachwuchs den Produktionsvorgang von der Pike auf: Von der Pflege der Obstbäume über die Ernte und Getreideverarbeitung bis hin zur eigentlichen Destillation – hier funktioniert Wirtschaft als Familienbetrieb in sozialer Verantwortung.

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Auf Hochglanz poliert: In den Destillierkesseln der Firma Habbel gärt der Single Malt aus Sprockhövel.

Paradies der Genüsse

Firmenchef Michael Habbel hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kultklassiker auch in der Region bekannt zu machen: „In unseren Verkostungen bieten wir dem Novizen einen Einstieg in die Welt des Whiskys. Kenner können bei uns die seltensten Tropfen aus Übersee und den klassischen Whisky-Ländern genießen. Wir schaffen die Atmosphäre, die dazu passt.“ Familie Habbel ist es in ihrer eigenen Gastronomie gelungen, den Charakter des Getränks auf die hiesige bürgerliche Atmosphäre zu übertragen. Denn der Whisky kann seine aristokratischen Wurzeln kaum leugnen, stammt er doch aus dem frühen 15. Jahrhundert, das noch das schottische Produktionsprivileg für den Adel kannte. Schon die Sprache veredelt das Getränk. Bei Habbel lässt es sich ein wenig aufspüren, das Leben der einstigen Earls und Lords – der Gentlemen ihrer Zeit, denen die Vielfalt der Geschmacksnuancen ein besonderer Ehrgeiz war. Von blumig-frisch über streng-torfig bis zu den süßlichen Bourbonsorten, eigene Brände stehen neben Importen aus aller Herren Länder. Richtig urig wird es beim Gang durch das reich bestückte Kellergewölbe. Hier lagern neben hunderten verschiedener Whiskysorten und Spirituosen auch mehr als tausend verschiedene Weine. Ein Paradies der Genüsse, so nennt Michael Habbel seinen Keller, das Herzstück des Betriebes.

Verkostung mit Stil

Kenner wissen: Whisky genießt man aus dem bauchigen „Nosing-Glas“. Hier können sich die Aromen frei entfalten, um am engeren Ausguss einen verdichteten Geschmack zu entfalten. Die Probe ähnelt dem vom Wein bekannten Verfahren: schwenken, riechen, mit den Händen umfassen und wärmen – so wird der Whisky zu einem außergewöhnlichen kulinarischen Erlebnis. Erst Muße und Geduld bereiten den höchsten Genuss. Habbel, der dem Whisky als Massenprodukt abgeschworen hat, beschwört diese beiden: „Unsere Produkte reifen länger als die herkömmlichen Handelsprodukte. Zeit ist neben der spezifischen und geheimen Destillation die wichtigste Ressource. Wer guten Whisky trinken will, muss lernen, sich zu entschleunigen.“ Das Kellergewölbe wirkt in unserer hektischen Zeit wie ein Anachronismus. Doch liegt hier offenkundig der geheime Zugang zum aromatischen Kaleidoskop der Single Malts. Gut Ding will eben Weile haben. In diesem Sinne eine kleine Randnotiz: Wir haben uns bei der Diktion des Wortes Whisky für die vermeintlich gemütlichere Variante, die schottische, entschieden. Bei allem gebotenen Respekt gegenüber der amerikanischen Ausdeutung, die das Getränk mit „e“, also Whiskey, schreibt: Die Gemütlichkeit scheint doch eher in den schottischen Highlands beheimatet zu sein als im Land des Bourbon.

Mehr über die reiche Welt des Whiskys erfahren Sie auf der Webpräsenz: www.habbel.de

Fotos: Destillerie Habbel

Weltweite Logistik für den Mittelstand

Hinter dem Stichwort Logistik steckt weit mehr, als nur Produkte zu transportieren. Unternehmer, die im internationalen Warenstrom keinen Schiffbruch erleiden wollen, wenden sich darum an professionelle Logistiker. Die Hamburger APL Logistics kombiniert mittelständische Tatkraft mit dem Netzwerk eines internationalen Konzerns.

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APL Logistics ist die seit 2001 existierende deutsche Tochter des Kintetsu World Express Konzerns, einem der führenden Unternehmen in den Bereichen weltweite Logistik und Supply-Chain-Management. „Dank dieser Konstellation sind wir klein und flexibel genug, um regional auf Kundenwünsche individuell zu reagieren und groß genug, um weltweit auf ein umfassendes Netzwerk mit einheitlichen Qualitätsstandards zurückgreifen zu können“, erklärt André Schwilden, Head of Business Development. Zum Leistungsangebot gehören die Abwicklung von See-, Luft- und Landtransporten, die Verzollung und das Dokumentenmanagement sowie der Betrieb von Umschlagpunkten und kundenindividuellen Lagern inklusive Distribution. Das Unternehmen steuert die gesamte Lieferkette im Im- und Export. APL Logistics übernimmt mit den jeweiligen Büros vor Ort die Koordination zwischen dem Importeur und dem Exporteur der Ware. Gleichzeitig steuert das Unternehmen die operativen Dienstleister, welche vom Kunden direkt nominiert wurden. Sämtliche Informationen dieser Steuerung stehen auf einer selbstentwickelten IT-Plattform zur Visualisierung und Synchronisation der gesamten Lieferkette allen Beteiligten zur Verfügung. „Wir sehen uns als Lösungsanbieter“, so André Schwilden. „Wir haben keine eigenen Anlagen und können dadurch immer die für unseren Kunden besten Lösungen und Optimierungskonzepte vorschlagen, ohne selbst operativ im physischen Transport tätig zu werden. So kann sich unser Kunde auf sein Kerngeschäft konzentrieren und muss nicht zusätzlich Personal und Know-how teuer aufbauen.“

„Unser Schlüssel zum Erfolg liegt aber vor allem darin, dass wir ein Team sind.“

Alle Kunden von APL Logistics werden durch einen Kundenservice in Deutschland betreut, der Zugriff auf alle Systeme und weltweite Ansprechpartner hat.

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Zudem gibt es für jeden Kunden einen ‚Sponsor’ auf Management-Ebene, um die Entscheidungsgeschwindigkeit zu erhöhen. Mit diesem Engagement hat sich APL Logistics einen exzellenten Ruf in der Handelslogistik erarbeitet, insbesondere in der Importsteuerung von Textilien, Elektronik und Baumarktartikeln. Das Unternehmen ist mehrfacher Gewinner des Esprit Logistics Award – „Winner Inbound Services“. „Unser Schlüssel zum Erfolg liegt aber vor allem darin, dass wir ein Team sind“, betont André Schwilden. „Wir diskutieren gerne mit Leidenschaft, immer mit dem Ziel, das beste Ergebnis zu erzielen. Dieses treiben wir dann gemeinsam erfolgreich und zur Zufriedenheit unserer Kunden voran. Bei uns gibt es keine großen und kleinen Kunden. Wir bieten jedem den Service, der ihm hilft, sein Tagesgeschäft zu erleichtern. Wir sehen uns als idealen Partner für Kunden im internationalen Handel, die Wert auf eine langfristige Partnerschaft legen. Das bedeutet Betreuung vor Ort und zugleich Zugriff auf ein professionelles und flächendeckendes globales Netzwerk. Unser Ziel: Wir werden unser Portfolio sowohl an technischen als auch operativen Logistik-Lösungen national, europa- und weltweit für den Mittelstand in den Bereichen Industrie-, Konsumgüter, Handel und Automotive noch deutlich weiter entwickeln.“

Über APL Logistics

Die APL Logistics Deutschland GmbH und Co. KG existiert seit 2001 als deutsche Konzerntochter des Kintetsu World Express-Konzerns. 2014 konnte das Unternehmen einen Umsatz von 40 Millionen Euro verzeichnen und wickelte etwa 230.000 Kundenaufträge ab. An den drei Standorten Hamburg, Neuss und Offenbach beschäftigt APL Logistics Deutschland derzeit 83 Mitarbeiter.

www.apllogistics.com

Eigene Cloud für jeden

Die Geschichte des Lösungsanbieters PROTONET GmbH liest sich wie eine der Super-Erfolgsstories aus den USA. Doch Ali Jelveh und Christopher Blum gründeten 2012 ihr Unternehmen in Hamburg. Noch im selben Jahr werden sie Preisträger im Gründerwettbewerb IKT-Innovativ. 2013 haben sich bereits 100 Unternehmen für eine Lösung von PROTONET entschieden, 2014 wird PROTONET mit drei Millionen Euro Crowdfunding-Weltmeister.

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PROTONET verbindet als Hersteller von Soft- und Hardware mit seiner NEXT GROUPWARE Menschen in Teams und Gruppen.

Hauptgrund für diesen kometenhaften Aufstieg: Das Unternehmen hat eine einzigartige NEXT GROUPWARE als nächste Generation moderner Enterprise-Lösungen entwickelt. Damit werden Menschen in Teams/Gruppen verbunden, um einfach und unabhängig über technische, hierarchische und geographische Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Das Kernprodukt PROTONET SOUL ist eine browserbasierte GroupWare zur Kollaboration mit Live-Chat, Notizen, Team-Kalender, Aufgabenliste und hierarchischer Organisation in Gruppen/Themen inklusive Datenablage (Storage) und rollenbasierter Benutzerverwaltung. Diese Funktionen stehen grundsätzlich allen Mitgliedern einer Gruppe gemeinsam zur Verfügung. Mit seiner Lösung (WARE) verbindet PROTONET die Datenhoheit einer dedizierten Hardware mit der Unabhängigkeit und Einfachheit einer webbasierten Software. Im Kern handelt es sich um eine Plattform mit integrierten Funktionen, die plattformübergreifend (web-/browserbasiert) für einzelne Teams, Gruppen oder Projekte zum Einsatz kommen.

Die gesamte Lösung arbeitet in einer persönlichen Cloud.

Das Besondere daran: Die gesamte Lösung arbeitet in einer persönlichen Cloud. Durch die Kombination aus Soft- und Hardware wird sichergestellt, dass alle Mitglieder der Gruppe über das Internet webbasiert arbeiten können und dabei trotzdem der Speicherort aller sensiblen Daten im Unternehmen bleibt. „Die Verarbeitung von Informationen ist für Unternehmen überlebensnotwendig“, erklärt dazu PROTONET-Geschäftsführer Ali Jelveh. „Die Zusammenarbeit ohne Grenzen ist dabei heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Aber die wachsenden Risiken einer vernetzten Wirtschaft überfordern dabei viele Unternehmen. Unser Ziel als Hersteller von Soft- und Hardware ist es, Menschen in Teams und Gruppen mit unserer NEXT GROUPWARE eine leichte und moderne Alternative zu etablierten Software-Riesen zu bieten.“

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Ali Jelveh (links) und Christopher Blum (rechts), Gründer der PROTONET GmbH.

Doch das junge Unternehmen will noch mehr: PROTONET will sich längerfristig als Plattform-Anbieter mit Soft- und Hardware plus Dienstleistungen etablieren. Dabei haben die Macher der IT-Schmiede besonders kleine und mittlere Unternehmen im Visier: Vom SOHO (Small Office Home Office: Freelancer bis 5 PC-Arbeitsplätze), die vor allem eine Komplettlösung zur Produktivitätssteigerung in Projekten benötigen und hochkomplexe Informationstechnik ohne eigenes Know-how nutzen, bis hin zum klassischen Mittelständler (ab 50 PC-Arbeitsplätze), für den die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in komplexen Projekten neben der sicheren Nutzung von cloudbasierten Anwendungen entscheidend ist.

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PROTONET bietet Kommunikation, Projektmanagement und Dateimanagement

Tipps von Gründern für Gründer

Agil denken und handeln
Jeder Gründer sollte bereit sein, die eigene Strategie, Struktur, Kultur und Prozesse permanent zu hinterfragen und ständig neu zu justieren.

Chancen nutzen
Die weltweite digital vernetzte Wirtschaft ist eine hervorragende Chance für Gründer. Kollaboratives Arbeiten im Sinne einer Zusammenarbeit ohne Grenzen ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Eigene Datenhoheit sichern
Eine neue IT-Infrastruktur sollte die eigene Datenhoheit sicherstellen.Alle Unternehmensbereiche früh einbeziehen; alle Vorteile, die durch neue Lösungen entstehen, sollten frühzeitig definiert werden und mit allen Beteiligten kommuniziert werden. Kritische Punkte lassen sich so besser abwägen.

Anforderungen bestimmen
Bei der Digitalisierung muss man sich zuerst klar werden, welche Anforderungen vom ganzen Team an digitalen Lösungen zur Optimierung von Prozessen bestehen – nur was einfach und übergreifend einsetzbar ist, trägt dazu bei, Prozesse zu vereinfachen und Zeit zu sparen.

Fotos: PROTONET, Foto (Gründer): Thies Rätzke

VDE Institut – starker Partner für den Mittelstand

Innovationen spielen eine wesentliche Rolle für jedes Unternehmen, um Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Für die deutsche Wirtschaft sind Innovationen ein Schlüsselfaktor für Wachstum und Beschäftigung. BVMW_intern_U-Portrait_VDE_Muth_IMG_7729

In seiner hochmodernen Absorberhalle führt das VDE-Institut auch EMV-Messungen an Fahrzeugen durch.

Für mittelständische Unternehmen ist das VDE-Institut ein wichtiger Partner – sie schätzen zum einen die hohe Expertise der Mitarbeiter und das „One-stop-testing“. Damit können alle relevanten Prüfungen an einem Ort – im Prüfinstitut – durchgeführt werden, das spart Zeit und Kosten.

Das VDE-Institut synchronisiert seine Unternehmensentwicklung mit der Entwicklung der Anforderungen seiner Kunden. Durch den kontinuierlichen Ausbau der Kompetenzen bleiben Prüfeinrichtungen auf dem neuesten Stand der Technik. So ist das Institut immer nah dran an den aktuellen Marktanforderungen.

Betreuung von der Produktentwicklung bis zur Markteinführung

Durch die Zusammenarbeit mit dem VDE-Institut können Mittelständler bereits während der Entwicklungsphase ihrer Produkte vom Know-how des Instituts profitieren. Schon frühzeitig lässt sich durch Prüfberichte nachvollziehen, wo das Produkt noch nicht den normativen oder gesetzlichen Vorgaben entspricht. Damit kann der Hersteller bereits in der Entwicklungsphase entsprechende Nachbesserungen durchführen und sein Produkt optimieren.

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Nichts entgeht den Prüfern im Überwachungsraum des Batterietestzentrums.

Innovationen im Fokus

Als ein Unternehmen des VDE Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. ist das VDE-Institut direkt an die Bereiche Wissenschaft und Bildung, Normung und Standardisierung angeschlossen. Durch die aktive Begleitung der Normungsarbeit und die intensive Zusammenarbeit mit den Marktaufsichtsbehörden profitieren die Hersteller vom vorhandenen Wissen.

Von der Herstellung bis zur Recyclingfähigkeit der Produkte kann der gesamte Lebenszyklus auf Umweltverträglichkeit überprüft werden.

Auch bei Zukunftsthemen ist VDE ein wichtiger Partner. Elektromobilität, Industrie 4.0, Smart Home, Smart Grids und Erneuerbare Energien sind einige der Fokusthemen, die mit innovativen Prüfungen und Expertise begleitet werden. Beispielsweise bei der intelligenten Heimvernetzung: Beim Zertifizierungsprogramm Smart Home + Building, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird, sind die Experten des Instituts für Interoperabilität und Informationssicherheit im Smart Home maßgeblich an der Entwicklung einheitlicher Prüfkriterien beteiligt.

Unterstützung beim Einstieg in internationale Märkte

Hohe Innovationsraten und kürzere Produktlebenszyklen zwingen zur Beschleunigung von Zulassungs- und Vermarktungsprozessen. Hier können Unternehmen von der weltweiten Präsenz des VDE-Instituts und seiner internationalen Kooperationen und Netzwerke vor Ort profitieren. Neben Prüfleistungen wird Herstellern auch Unterstützung bei der Einführung ihrer Produkte auf den globalen Märkten angeboten. Die Experten vom internationalen Zertifizierungsservice kennen die Vorgaben für die weltweiten Zielmärkte bestens, egal, ob das Produkt nach China oder nach Brasilien exportiert werden soll. So ist VDE in der Lage, ein umfassendes Informations- und Dienstleistungspaket zur Produktzulassung anzubieten. Das verringert den Recherche- und Verwaltungsaufwand und verkürzt die Zeiten für die Lieferbereitschaft und Marktpräsenz deutlich. Die Hersteller werden über die Anforderungen ihrer Zielmärkte ständig informiert.

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Spritzwasserprüfung zur Ermittlung der IP-Schutzart.

Die Prüfzeichen stehen weltweit für Qualität und Sicherheit

Verbraucher, Behörden, Handel, Industriekunden, Elektrohandwerk und Hersteller können auf die VDE-Prüfzeichen vertrauen. Von der elektrischen Sicherheit über EMV-Messungen, Umweltsimulationen, Lebensdauer, chemische Analysen (beispielsweise nach RoHS und Reach), Geräuschemissionsmessungen bis zu Isolierstoffprüfungen können alle wichtigen Prüfungen am Institut durchgeführt werden. Von der Herstellung bis zur Recyclingfähigkeit der Produkte kann der gesamte Lebenszyklus auf Umweltverträglichkeit überprüft werden. Bei Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik können zudem die Energieeffizienz ermittelt oder die Gebrauchstauglichkeit getestet werden, auch bei Medizinprodukten.

Bei VDE-geprüften Produkten ist sichergestellt, dass sie den anerkannten Regeln der Technik entsprechen, dies wird umfassend dokumentiert. So kann bei gerichtlichen Auseinandersetzungen jederzeit der Nachweis geführt werden, dass die normativen und gesetzlichen Anforderungen lückenlos geprüft wurden und die Einhaltung der zertifizierten Ausführung in der Serienfertigung durch regelmäßige Inspektionen und Kontrollprüfungen am gefertigten Produkt gewährleistet ist.

www.vde.com/de/Institut

Fotos: VDE-Institut

Berliner Bundestagung der Superlative

Zur 2. Bundestagung des BVMW im Jubiläumsjahr 2015 kamen 300 Verbandsrepräsentanten aus dem In- und Ausland in Berlin zusammen. Spitzen-Referenten aus Wirtschaft und Politik boten Information und Inspiration – und damit Nutzen für die Mitgliedsunternehmen.

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Topreferenten gehören zu den Highlights der BVMW-Bundestagungen.

In seiner sehr substanziellen Eröffnungsrede rückte Mittelstandspräsident Mario Ohoven das 40-jährige Jubiläum des Verbandes in den Mittelpunkt. Die Zahl 40 stehe in den Mythen der Völker seither für Bewährung, und der BVMW habe sich bewährt. Ohoven verwies dabei auf die beeindruckende Erfolgsbilanz des BVMW: Ob in der Steuer- oder Arbeitsmarktpolitik, beim Thema Bildung oder zur Energiewende, der BVMW liefere konkrete Lösungen für den unternehmerischen Mittelstand.

Mit Dr. Barbara Hendricks und Alexander Dobrindt konnte der BVMW gleich zwei Bundesminister auf seiner Tagung in Berlin begrüßen. Hendricks sprach als Umweltministerin über Klimaschutz in mittelständischen Unternehmen. Dobrindt, Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur, referierte über den Mobilitätsfortschritt in Deutschland.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, der zugleich Mitglied im Politischen Beirat des BVMW ist, begann seine Rede mit einer sehr emotionalen Einschätzung zur aktuellen Flüchtlingssituation. Anschließend ging er auf das Topthema Industrie 4.0 im gesamtwirtschaftlichen Kontext ein.

Im Anschluss erhielten die Teilnehmer einen exklusiven Überblick über disruptive Strategien in der Wirtschaftspolitik durch den Executive Vice President der Axel Springer SE, Christoph Keese. Dieser berichtete über seine Erfahrungen im Silicon Valley und beschrieb Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den deutschen Mittelstand.

Einen exklusiven Einblick in die weltgrößte Förderbank gab der Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe, Dr. Ulrich Schröder. Die KfW habe ein AAA-Rating und gelte als sicherste Bank der Welt. Dr. Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, zeigte die Möglichkeiten des BVMW im Bereich der Leseförderung auf: Lesen lohnt sich, für Bildung und Beschäftigung.

Durch Impulsvorträge und Interaktion animierten Topreferenten wie Karsten Brocke und Edgar K. Geffroy die Vertreter des Mittelstands, den Nutzen ihrer täglichen Arbeit vor Ort stärker herauszustellen. Denn der BVMW bietet den Unternehmern unmittelbaren Nutzen.

In seiner motivierenden Abschlussrede stimmte Mittelstandspräsident Mario Ohoven die Tagungsteilnehmer auf die nächsten 40 Jahre erfolgreicher Arbeit für den Mittelstand ein.

Topreferenten der Bundestagung

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Zwölf Workshops zur Fortbildung der BVMW-Geschäftsstellenleiter.

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    Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

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    Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks.

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    BVMW-Präsident Mario Ohoven.

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    Hubertus Heil, stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

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    Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender KfW Bankengruppe.

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    Christoph Keese, Executive Vice President der Axel Springer SE.

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    Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen.

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    Kulturelles Glanzlicht: Startenor Fabio Andreotti.

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Perfektes Duett: Silvia Vicinelli und Peter Grimberg.

Foto (Dr. Jörg F. Maas): Jörg Maas, Fotos: Michael König

Ministerpräsident begrüßt neue Mitglieder

BVMW-Verbandsbeauftragter Günter Weßlau hatte zum großen Sommerfest in die Lutherstadt Wittenberg eingeladen. Mit der Veranstaltung gab er den Startschuss, um neuen Schwung in die Region zu bringen. Das Ziel: noch mehr Akzeptanz und Interesse für den Mittelstand.

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Ministerpräsident Reiner Haseloff (li.) und BVMW-Vizepräsident Willi Grothe (2. v. re.) gratulierten in Wittenberg neuen Mitgliedern.

Festlicher Höhepunkte des sommerlichen Unternehmertreffens war die Übergabe der Urkunden an ein Dutzend neuer Mitglieder durch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und BVMW-Vizepräsident Willi Grothe.Zu den Themen der kommenden Monate in der Region gehörten unter anderem Bildung, Landwirtschaft und die bevorstehenden Landtagswahlen, erläuterte BVMW-Repräsentant Günter Weßlau. Die Asylpolitik stehe ganz oben auf der Liste der Gesprächsangebote. Es gelte, gemeinsam mit Unternehmern mehr Verständnis für Flüchtlinge zu entwickeln.

Ministerpräsident Haseloff sprach sich dafür aus, den Menschen aus den Balkanstaaten eine Perspektive in ihrer Heimat zu ermöglichen. Es könne auf Dauer nicht richtig sein, dass dort benötigte Fachkräfte weggingen. Deutschland brauche eine kontrollierte Zuwanderung. Entwicklungshilfe müsse anders aussehen als in der Gegenwart. Neue Wege zu finden, sei dringend notwendig. Der Politiker appellierte an den Mittelstand, solche Forderungen mit zu vertreten. Er dankte dem BVMW, dass er sich in diese Debatten mit einbringe und so den gesellschaftlichen Dialog fördere.

„Mitglieder des BVMW haben sich seit der Wende in der Region Wittenberg engagiert, angestammte Familienbetriebe wieder übernommen oder eine eigene Existenz aufgebaut“, betonte Willi Grothe. Viel Herzblut, Engagement und Zeit seien notwendig gewesen, um auf Erfolgskurs zu kommen. Als Beispiel nannte er Geissler‘s Waschmittel aus der Lutherstadt. Franz Geissler hatte sich 1992 in die Selbstständigkeit gewagt. Statt selbst Waschmittel zu produzieren, betreibt er heute mit Ehefrau Margit und Sohn Thomas einen Großhandel mit Waren rund um Waschmittel und Reinigung sowie Arbeitsschutzbekleidung.

Nach dem politischen Teil gab es ausreichend Zeit für Gespräche. Alte Kontakte wurden aufgefrischt, neue Verbindungen geknüpft. Am Ende des Sommerfestes waren sich alle einig: Wenn der BVMW 2016 in Wittenberg zu einem eigenen Wirtschaftsball einlädt, dann sollte die Stimmung mindestens so gut sein, wie an diesem Abend.

Foto: Klaus-Peter Voigt

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